Unser Hund mag Loriot nicht. Das wäre an und für sich nicht weiter schlimm, ist aus zwei Gründen aber durchaus erwähnenswert. Erstens: Seine Menschen sind glühende Fans von Loriot. An Sonntagnachmittagen wie diesen (Regen, Wind & ein schwerer, bleigrauer Himmel) gibt es für mich fast nichts Schöneres, als mit irgendeiner Leckerei auf dem Sofa zu verschwinden und Papa ante portas zu schauen. Nun kommt „Zweitens“ ins Spiel. Eigentlich wäre so ein Loriot-Nachmittag eine stille und friedliche Angelegenheit: Auf dem Bildschirm treibt der frisch pensionierte Herr Lohse sein Unwesen, indem er seiner Frau auf den Keks geht. Der Mann und ich kichern vor uns hin, auch wenn wir den Film schon gefühlte hundert Mal gesehen haben. Cappuccino und Pancakes drinnen lassen den Herbstreigen draußen vergessen.

In Echt fängt das Ganze aber damit an, dass unser Hund bereits bei den ersten Klängen der Titelmusik auf den Bildschirm zuschießt, sich wütend gebährdend wie Zerberus der Höllenhund. Es ist völlig egal, ob er zehn Sekunden zuvor noch entspannt in irgendeiner Zimmerecke gelegen hat. Oder am anderen Ende des Flurs im Gästezimmer, in dem er gern herumdöst, weil es dort – wenn kein Besuch da ist – kühler ist als im Rest des Hauses. Die Titelmusik des Loriotschen Papa ante portas ist sein Signal, sein Fanfarenstoß, von woher auch immer angeschossen zu kommen.Und nein, bei anderen Filmen außer denen von Loriot bekommt unser sonst ausgeglichener Hund keinen Kasper. Außer vielleicht noch bei Tierdokumentationen, aber die schaue ich selbst auch nicht so gern.

 

Nach dem anfänglichen Zirkus um Loriot steht einem gemütlichen Nachmittag dann zum Glück aber nichts im Wege. Alle haben sich beruhigt, außer dem garstigen Wetter draußen (mal ehrlich, ich weiß, dass ich zuletzt noch geschrieben habe, dass ich überhaupt noch nicht im Herbst angekommen bin – aber muss der Herbst das zum Anlass nehmen, es mir jetzt so richtig zu zeigen? Mit Regen und Kälte und allem Drum und Dran??). Doch merkwürdigerweise hilft mir dieses trübe Wetter dabei, den Abschied vom Sommer hinzunehmen und fast mit einem Schulterzucken in den Herbstmodus umzuschalten. Werfe zum ersten Mal in diesem Herbst den Holzofen an, dass die Scheite nur so knacken (oder lasse vom Mann anwerfen). Verbringe noch mehr Zeit in der Küche und bin noch vernarrter in warme Speisen. Ich esse zwar an über 300 Tagen im Jahr ein warmes Frühstück, doch im Herbst schmeckt alles Warme gleich nochmal so gut. So wie diese Pancakes. Gefühlt den halben Sommer habe ich an der Rezeptur gefeilt, um nun im Herbst sagen zu können: So passt alles.

Bananen-Pancakes sind ein Klassiker, nicht wahr? Ein Pancakes-Rezept mit Weizenmehl gibt es aus meinen Anfängen bereits auf diesem Blog. Doch es musste eine glutenfreie Variante her. Es gibt zum Glück ja viele verschiedene glutenfreie Mehlsorten, doch wenn man sich wie ich zum ersten Mal mit der Thematik beschäftigt, fällt die Auswahl nicht so leicht. Beziehungsweise hat man keinen Schimmer, wie es mit dem Backverhalten der einzelnen Mehle aussieht. Weizenmehl einfach 1:1 durch ein beliebiges glutenfreies Mehl zu ersetzen, ist beileibe keine so gute Idee…

Es musste also eine gänzlich neue Rezeptur her! Und wenn schon, dann gleich auch gesünder, vollwertiger. Mit Buchweizen zum Beispiel. Ist Buchweizen nicht fantastisch? Irgendwie ein bisschen eigenwillig im Geschmack, leicht nussig. Passt für mich perfekt zu diesen Pancakes. Doch nur Buchweizen wäre mir hier zu dominant gewesen, daher habe ich noch etwas Reismehl sowie Kichererbsenmehl kombiniert. Dieses Mehl-Trio sorgt dafür, dass die Pancakes im positiven Sinn gehaltvoll und nahrhaft werden. Sie sind nicht ganz so fluffig wie ihre glutenfreien Schwestern aus Weizenmehl, sondern haben eine etwas festere Konsistenz. Lecker sind sie allemal.

Für 6 Pancakes braucht man:
50 g Buchweizen (wer keine Mühle hat, nimmt fertiges Buchweizenmehl)
30 g Kichererbsenmehl
20 g Reismehl
1 leicht gehäuften TL Weinsteinbackpulver
1 gestrichenen TL Zimt
1 mittelgroße, reife Banane (ca. 120 g)
115 ml ungesüßte Reismilch
1 Prise Salz
1-2 EL mildes Öl zum Braten, z. B. Rapsöl
Ahornsirup nach Geschmack
Beeren zum Garnieren, z. B. Blaubeeren

So geht es:
Zunächst den Buchweizen fein mahlen und mit den beiden anderen Mehlsorten in einer Schüssel vermischen. Backpulver, Zimt und Salz hinzugeben.
Die Banane schälen, grob zerkleinern und in ein Schälchen geben, dann mit einer Gabel fein zerdrücken. Die zerdrückte Banane zum Mehl geben. Die Reismilch dazu gießen und alle Zutaten grob mit einem Holzlöffel verrühren. Der Teig bleibt auf Grund der Banane etwas stückig, das soll so sein.

In einer großen Pfanne das Öl erhitzen. Pro Pancake zwei kleinere Esslöffel Teig in die Pfanne geben. Die Pancakes bei mittlerer Hitze von beiden Seiten so lange braten, bis sie leicht gebräunt sind. Die ersten Pancakes am besten im vorgeheizten Ofen warm halten, bis alle Pfannkuchen fertig sind.

Die Pancakes vor dem Servieren mit Ahornsirup beträufeln – so kann jeder selbst bestimmen, wie süß er sie mag – und mit ein paar Beeren bestreuen.

Enjoy ❤! Eure

4 thoughts on “Bananen-Pancakes mit Buchweizen (glutenfrei)

  1. Mmmmmh, das sieht köstlich aus! Und die Bilder sind wirklich wunderschön geworden 😀
    Was gäbe ich drum, mit dem Banausen-Hund zu tauschen und mit dir und deinem Mann, gewärmt vom Holzofen, Pancakes-mampfend Loriot anzuschauen! Ich liebe liebe liebe Loriot ("Frauen haben auch ihr Gutes!" "Ich esse es ja, aber nicht unter falschem Namen!" usw… 😀 😀 )!
    Meinst Du, statt Banane eignet sich auch Apfelmark? Ich kann Banane in Süßspeisen einfach nicht ausstehen…und Apfelmark bindet ja auch etwas und ist süßlich. Denn der Rest deiner Pancakes liest sich oberlecker. Buchweizen ist toll vom Geschmack – zumindest, solange es frisch gemahlen ist (gekauftes schmeckt wie Pflaster riecht, finde ich…).
    Ein wirklich prima Herbstrezept.
    Jetzt will ich Frühstück! Sofort.
    Viele liebe Grüße*

  2. Die Pancakes sehen super lecker aus, so schön dick, meine werden meistens zu flach;) An komplett glutenfreie habe ich mich noch nicht gewagt, aber ich gebe auch gerne immer wieder Buchweizenmehl dazu, meistens zur Hälfte mit Dinkelmehl!
    Liebe Grüsse,
    Krisi

  3. Liebe Heldin, du bist auch ein Loriot-Fan? Dann sage ich nur: "Melusine. Kraweel, Kraweel." Wir hätten, glaube ich, eine Menge Spaß hier mit Loriot & den Pancakes (du könntest auch einen deiner Käsekuchen mitbringen, der würde sich hier sicherlich gut machen :-)).
    Ob in den Pancakes auch Apfelmark statt Banane funktioniert, kann ich dir gar nicht sagen. Klar, für die Bindung wäre Apfelmark sicherlich geeignet, die Konsistenz und der Geschmack wären eben ein anderer. Du weißt ja, "ein Apfel ist ein Apfel und eine Birne ist eine Birne". Solltest du das Rezept mit Apfel ausprobieren wollen, lass mich wissen, ob es geklappt hat :-). Bis dahin liebe Grüße,
    Kirschbiene

  4. Huhu Krisi, danke für deine Nachricht :-). Ich habe auch länger am Rezept gefeilt, weil ich gern dicke Pancakes haben wollte. Verwendest du denn genug Backtriebmittel in deinen Pancakes? Dann müssten sie ja eigentlich aufgehen. Ich finde auch wichtig, dass der Teig nicht zu flüssig ist, sonst läuft er in die Pfanne nur in die Breite und hat keine Chance, nach oben zu gehen. Aber egal, ob die Teilchen nun flach oder dick sind, Hauptsache lecker, nicht wahr :-)?
    Liebe Grüße
    Kirschbiene

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