Der Sommer vor acht Jahren bescherte uns eine ungeahnte Blaubeerschwemme. Noch heute erinnere ich mich an die überbordende Fülle kleiner, blauer Beeren, dicht an dicht über den Waldboden verteilt. Dieser Sommer brachte nicht nur Berge voller köstlicher Beeren hervor, sondern war auch der Sommer, in dem unsere Nichte sich entschied, Vegetarierin zu werden. Unsere damals 12-jährige Nichte war diesen Sommer über bei uns zu Besuch und stromerte begeistert mit unserem Hund durchs Unterholz, auf der Suche nach den ergiebigsten Blaubeervorkommen.

Ob es einen direkten Zusammenhang zwischen den Blaubeeren und der Entscheidung unserer Nichte gab, kann ich nicht genau sagen. Ich erinnere mich daran, wie wir im schönsten Bullerbü-Feeling durch den Wald streiften und nur die Hände ausstrecken mussten, um Blaubeere über Blaubeere zu ernten. Wir wohnten damals noch nicht lange hier und konnten unser Glück kaum fassen. Das Sammeln der kleinen, blauen Beeren war die reinste Freude und stolz brachten wir unsere Schätze nach Hause.

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Hätte ich geahnt, dass dieser Blaubeersommer einmalig sein würde – ganz sicher wäre ich in besagtem Sommer häufiger zu dieser Stelle zurückgekehrt und hätte noch mehr Beeren gesammelt, um Kühlschrank und Tiefkühlgerät mit diesen Schätzchen zu füllen. Denn Blaubeeren lassen sich wunderbar einfrieren, so dass man auch in der kalten Jahreszeit stets einen Vorrat zur Hand haben kann.

Jahr für Jahr gehen wir mit unserem Hund zurück zu dieser Stelle. Dichte grüne Blätter der üppigen Blaubeerpflanzen wuchern über den den Boden, doch Beeren? Fehlanzeige. Nicht eine einzige, popelige Blaubeere haben wir seitdem dort entdecken können. Ganz schön divenhaft, diese Sträucher. Fast könnte man meinen, wir hätten uns das alles nur eingebildet.

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Doch auch unsere Nichte erinnert sich noch gut an diesen Sommer. Unter anderem wegen der Blaubeeren. Gut zu wissen, dass das alles doch keine Fatamorgana war. Gehen der Liebste und ich heute an diesem Waldstück vorbei, hören wir uns wie betagte Senioren von dem legendären Blaubeersommer reden und sentimentale Erinnerungen austauschen.

Unsere Nichte erinnert sich natürlich auch deshalb, weil sie nach der Rückkehr aus dem Blaubeerensommer ihren Eltern verkündete, von nun an Vegetarierin zu sein. Ein Stepke von 12 Jahren, ganz selbstbewusst. Ihre Begründung hat sie mir erst neulich erzählt. Sie hätte bei uns so lecker gegessen und gemerkt – geht auch gut ohne Fleisch. Die ehemals Kleine ist inzwischen erwachsen. Vegetarierin ist sie noch immer. Und mir wurde unlängst wieder klar, dass nicht nur Liebe, sondern auch Veggietum durch den Magen geht.

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Auch, wenn „unser“ Waldstück keine Blaubeeren mehr herausrücken mag, hält mich das sicherlich nicht davon ab, Jahr für Jahr Blaubeeren in rauen Mengen einzukaufen. Das sind dann keine kleinen, wilden Blaubeeren. Und es fehlt ganz klar der Stolz auf die selbst eingebrachte Ernte. Doch auch die Beeren vom Gemüsehändler können durchaus glücklich machen. Vor allem, wenn sie prall und leuchtend Kuchen und Torten bereichern.

Blaubeeren zählen zu den gesündesten Beeren überhaupt. Ich bin immer wieder erstaunt, dass etwas so Leckeres auch noch so gut für unseren Körper sein kann. Blaubeeren enthalten den Farbstoff Anthocyan, der für ihre schöne blaue Farbe sorgt. Auch in Brombeeren, schwarzen Johannisbeeren, Holunderbeeren oder Pflaumen kommt Anthocyan vor. Und in Blaubeeren ist besonders viel davon enthalten, so dass diese Frucht zu den gesündesten Beeren überhaupt zählt. Dieser Farbstoff ist es nämlich, der für das hohe antioxidative Potenzial der Blaubeere verantwortlich ist und sie zum Radikalenfänger par excellence macht.

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Diese sommerlichen Buchweizschnitten bestehen neben Blaubeeren aus weiteren tollen Zutaten. Im Grunde sind es zwei Schichten: Ein Boden, der mit Buchweizen zubereitet ist und dadurch einen tollen Crunch erhält. Über Buchweizen habe ich bereits hier und hier mein Loblied gesungen. Daher verzichte ich an dieser Stelle darauf, es zu wiederholen. Das Tolle ist, dass man gemahlenen Buchweizen roh verzehren kann und er sich somit wunderbar für Rohkostkuchen eignet. Des Weiteren kommen gemahlene Walnüsse zum Einsatz. Ich habe den Boden auch schon mit gemahlenen Mandeln und Haselnüssen zubereitet, was wunderbar funktioniert – verwendet daher gern die Nüsse oder Samen, die eure Speisekammer gerade hergibt.

Auf den Boden folgt die Karamellschicht. Sie besteht aus glutenfreien Haferflocken, die im Mixer mit Kokosöl, Kokosflocken, pflanzlicher Milch, etwas Vanille und Ahornsirup zu einer leckeren Creme gemixt werden. Toll ist, dass die Haferflocken dafür sorgen, dass diese Schnitten viel Eiweiß enthalten sowie weitere wertvolle Nährstoffe wie zum Beispiel Vitamin E und Vitamin B1. Das Hafer-Kokos-Karamell ist nicht so fein, wie ihr es von klassischem Karamell kennt. Durch die Hafer- und Kokosflocken behält es auch nach dem Mixen eine fein-körnige Struktur, die einfach wunderbar mit den Blaubeeren und der Schokoladenglasur harmoniert.

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Buchweizenschnitten mit Hafer-Kokos-Karamell und Blaubeeren

Für eine quadratische Kuchenform (16 x 16 cm) braucht man:

100 g Buchweizen
50 g Walnusskerne
110 g Datteln, entsteint
100 g Haferflocken
50 g Kokosraspel
45 g Kokosöl
80 ml Ahornsirup
90 ml Mandelmilch, ungesüßt
1 EL Cashewmus (30 g)
1/2 TL Vanille
200 g Blaubeeren

Für die Schokoladenglasur braucht man:
15 g Kokosöl
20 ml Ahornsirup
10 g (rohes) Kakaopulver

So geht es:

1. Den Boden der Kuchenform mit Backpapier auskleiden. Buchweizen und Walnusskerne in den Foodprocessor oder (Hochleistungs)Mixer geben und in fünf bis zehn Sekunden zu einem groben Mehl mixen. Die entsteinten Datteln hinzugeben und alle Zutaten zu einer bröseligen, aber bindenden Masse mixen. Den Teig in die Kuchenform geben und mit den Händen oder einem Teigschaber glatt ziehen bzw. drücken.

2. Für das Hafer-Kokos-Karamell zunächst das Kokosöl in einem kleinen Töpfchen schmelzen und in den Mixer geben. Haferflocken, Kokosraspel, Ahornsirup, Mandelmilch, Cashewmus und Vanille zum Kokosöl geben und alle Zutaten auf höchster Stufe in dreißig bis sechzig Sekunden zu einer cremigen Masse mixen. Den Buchweizenboden mit dieser Masse bestreichen.

3. Die Blaubeeren kurz wässern und in einem Sieb abtropfen lassen, dann mit etwas Küchenpapier gründlich trocken tupfen. Die Blaubeeren auf der Karamellmasse verteilen und leicht andrücken.

4. Für die Schokoladenglasur das Kokosöl mit dem Ahornsirup in einen kleinen Topf geben. Beide Zutaten leicht erhitzen und das Kokosöl schmelzen, dabei mit einem Schneebesen gründlich verrühren. Sobald beide Flüssigkeiten miteinander verbunden sind, das Kakaopulver einstreuen und gründlich mit dem Schneebesen verschlagen. Die Schokoladenglasur über die Blaubeeren gießen.

5. Die Kuchenform für zwei Stunden ins Tiefkühlfach stellen. Vor dem Anschneiden bei Raumtemperatur für ca. zehn Minuten stehen lassen. Die Buchweizenschnitten lassen sich anschließend am besten im Kühlschrank aufbewahren und müssen vor dem weiteren Verzehr nicht erneut ins Tiefkühlfach gestellt werden.

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Enjoy ❤! Eure

Kirschbiene

8 thoughts on “Rohe Buchweizenschnitten mit Hafer-Kokos-Karamell, Blaubeeren & Schokoladen-Drizzle

  1. Liebe Bianca!

    Oh, ich sehe, du hast hier wieder ein wunderbares Rezept für uns entwickelt!

    Ich bin aber auch ganz begeistert von deiner Blaubeer-Sommer-Erzählung. Das liest sich ein bisschen wie aus einem Märchenbuch und hat mich wirklich zum Lächeln gebracht.
    Gleichzeitig bin ich minimal neidisch, dass ich selbst jetzt keine dieser tollen Beeren im Kühlschrank habe, denn ich habe nun große Lust auf sie bekommen. Ich glaube, ich sollte demnächst einmal intensiv Ausschau danach halten – ob ich sie wohl derzeit auf dem Wochenmarkt bekommen kann…? 😉

    Liebe Grüße
    Jenni

  2. Huhu Jenni,

    es freut mich, dass dir das Rezept gefällt. Und ja – du solltest gute Chancen haben, jetzt Blaubeeren auf dem Markt zu bekommen. Die Blaubeersaison beginnt so ab Juli, doch selbst hier in unserem eher strengen Klima sind schon erste Blaubeeren am Start :-).

    Ja, dieser Blaubeersommer war wirklich ganz zauberhaft und ich kann gar nicht anders, als daran zu denken, jedes Mal, wenn ich etwas mit Blaubeeren zubereite :-).

    Liebe Grüße
    Bianca

  3. Mhhh du zauberst in letzter Zeit wirklich leckere Kuchen. Hihi, nicht falsch verstehen, ich finde deine Rezepte davor auch gut, aber in letzter Zeit landen wirklich viele deiner Rezepte in meinen Speicher;) Ich möchte unbedingt noch diesen Monat die Nuss-Schnitten probieren und dieses Rzepet landet jetzt auch ganz oben!
    Oh ein Wald voller Blaubeeren, das ist wirklich ein Traum. KOmisch das jetzt keien mehr wachsen. Wir haben uns letztes Jahr voller Freude ein Blaubeersträuchen gekauft, aber da wuchs dann im Sommer gerade mal 1, hihi. Dieses Jahr sind es immerhin schon 2, ich hoffe in den Tempo geht es nun nicht jedes Jahr weiter;)
    Liebe Grüsse,
    Krisi

  4. Huhu Krisi,
    ich verstehe dich goldrichtig, vielen Dank für dein liebes Lob. Es freut mich ja, dass dir meine Rezepte zunehmend besser gefallen (blöd wäre doch, wenn es umgekehrt wäre ;-)).
    Euer Blaubeerstrauch klingt ja total niedlich! Immerhin, eine Ertragssteigerung von 100% *lach*. Meine Mutter hat vor wenigen Jahren ebenfalls Blaubeeren im Garten gepflanzt, ich glaube, die brauchen einfach ein bisschen, bis sie sich wohlfühlen und man von einer Ernte sprechen kann. Ich drücke die Daumen, dass euer Strauch ein bisschen an Tempo zulegt :-).

    Liebe Grüße
    Bianca

  5. Wow, die sind ja der Hammer und komplett nach meinem Geschmack (Blaubeer-Everything!!!). Diese Schicht ist ja auch einfach ein Traum! Ich bin zur Zeit sowieso total auf dem Antioxidantien-Trip, deswegen kann ich gar nicht genug von Beeren bekommen.
    Ganz liebe Grüße aus dem Norden Deutschlands.
    xx Lynn

  6. Huhu Lynn,
    ich glaube, wir sind essensmäßig seeehr auf einer Wellenlänge :-). Wie du liebe ich es zunehmend, leckere UND gesunde Gerichte zu zaubern. Freut mich, dass dir dieses Rezept gefällt – ich finde ja, im Sommer führt kein Weg an Blaubeeren vorbei :-). Und ich bin schon gespannt, bei dir noch mehr über Powerfoods, Antioxidanzien & Co zu lesen!
    Liebe Grüße
    Bianca

  7. Liebe Bianca,

    wie bereits angekündigt, konnte ich den Schnittchen natürlich nicht widerstehen und so hieß es "Mixer marsch" :-). Die Zutaten für die obere Schicht erinnerten mich sofort an meine "Christmas Peanut Chocolate Candy Cubes" (nur eben mit Kokos) und da ich finde, dass das Ganze nicht wie Karamell, sondern wie weißes Nougat schmeckt, hihi, habe ich auch einen anderen Namen vergeben. Außerdem gab es als Topping rohe weiße Schokolade. Ansonsten habe ich mich an Dein Rezept gehalten, bin hin und weg und habe vorsichtshalber ganz kleine Portionen gemacht (der rohköstliche Naschkram macht doch echt süchtig). Lange Rede, kurzer Sinn, hier ist die Interpretation meiner Schnitten: http://www.bbbakery.at/portfolio/rohe-buchweizenschnitten-mit-nougat-heidelbeeren-und-weisser-schokolade/

    Wieder mal danke, danke für Deine wunderbare Rezept-Idee.

    Süße Grüße
    Brigitte

  8. Hach Brigitte, du bist wirklich eine treue Rezepte-Testerin und ich liebe es, wie du den Rezepten hier und da deine eigene Note gibst (wie in diesem Fall mit der weißen Schoki).
    Toll, dass dir die Schnitten ebenfalls so gut schmecken :-). Seit es dieses Rezept gibt, habe ich es bestimmt schon ein halbes Dutzend Mal umgesetzt und habe mich noch immer nicht daran satt gegessen ;-). Ich freue mich auf weitere süße Rezepte, in beiden Richtungen.
    Liebe Grüße
    Bianca

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