In der Vorweihnachtszeit liebe ich bisweilen peinliche und trashige Filme. Es gibt wohl kaum eine Zeit im Jahr, in der ich mich mehr über triviale, kitschige oder hoffnungslos romantische Filme freue wie im Dezember. In den Wochen rund um Weihnachten lebe ich diese Leidenschaft ausgiebig aus, so ganz ohne schlechtes Gewissen angesichts dieser bisweilen zweifelhaften Filmauswahl.

Es versteht sich von selbst, dass auch Weihnachtsfilme auf dieser Liste stehen. Kein Adventswochendende, an dem mein Mann und ich nicht von Glöckchenklängen, Schlitten und blinkenden Lichterketten auf dem Bildschirm unterhalten werden. Für mich ist das Abschalten pur.

Unsere jährlich wiederkehrenden Filmlieblinge sind vor allem „Das Wunder von Manhattan“ mit einem liebenswert-merkwürdigen Richard Attenborough als Kris Kringle, der einem kleinen Mädchen den Glauben an den Weihnachtsmann zurückgibt. Das ist schon wirklich Kitsch pur. Und jedes Mal, wenn die kleine Susan während der New Yorker Weihnachtsparade aus dem Fenster in Richtung Central Park schaut, bekomme ich leichte Schnappatmung angesichts dieses herrlichen Ten-Million-Dollar-Views.

Auch der deutsche Film „Obendrüber, da schneit es“ wird hier gern wieder und wieder gesehen. Wotan Wilke Möring als frischgebackener Pfarrer, der vor seiner ersten Weihnachtspredigt Blut und Wasser schwitzt, ist einfach sehenswert und herzerwärmend schnulzig-schön.

Richtig peinlich aber wird es jetzt: „Schöne Bescherung“ mit Chevy Chase ist vermutlich einer der seichtesten und klamaukigsten Weihnachtsfilme aller Zeiten. Doch für mich wäre die Vorweihnachtszeit einfach unvollständig, würde ich nicht wenigstens einmal der Familie Griswold bei ihrem Weihnachtsdebakel zusehen.

Und es war nicht zuletzt dieser Film, in dem ich zum ersten Mal „Eggnog“ gesehen habe. Vermutlich kennt ihr dieses Getränk? Dieser Eierpunsch ist vor allem in den USA seit längerem ein traditionalles Getränk in der Weihachtszeit. Ganz klassisch besteht es vor allem aus Sahne, Eiern, Zucker und verschiedenen Gewürzen. Ergänzt wird das Ganze mit etwas Alkohol, zum Beispiel Rum oder Whiskey. Im Grunde eine ziemlich unvegane Angelegenheit.

Glücklicherweise gibt es zig Möglichkeiten, Eggnog auch in einer veganen Variante zuzubereiten. Ich habe schon mehrere ausprobiert und möchte gern mein liebstes Rezept mit euch teilen. Das Original ist aufgrund der verwendeten Eigelbe und der Sahne sehr cremig und üppig. Damit es der veganen Variante nicht an Oppulenz mangelt, kommen zwei fabelhafte Zutaten zum Einsatz, die ebenfalls für dekadente Cremigkeit sorgen: Cashewkerne und Kokosmilch.

Der Eggnog – oder sollte ich besser korrekt schreiben „Vegnog“ – erhält vor allem durch viel frisch geriebene Muskatnuss ein pikantes Aroma, das die Süße wunderbar abrundet. Auch Ingwerpulver, Zimt und etwas Vanille landen in meinem „Vegnog“. Dabei würde ich vorschlagen, dass ihr euch an die Menge für die einzelnen Gewürze einfach herantastet. Ich mag den veganen Eggnog gern würzig und intensiv, doch auch die mildere Variante ist göttlich.

So, und nun erzählt mir bitte, bitte, dass ich mit meiner Vorliebe für bisweilen merkwürdige Weihnachtsfilme nicht allein dastehe. Habt ihr auch Lieblingsfilme, die euch in die richtige Weihnachtsstimmung versetzen? Falls ja – darauf gebe ich einen veganen Eggnog aus! Cheers!

Für 2-3 Personen braucht man:

140 g Cashewkerne
150 ml Kokosmilch
45 ml Ahornsirup
475 ml ungesüßte Reis- oder Mandelmilch
1/2 TL Ingwerpulver
1/2 TL frisch gemahlene Muskatnuss
1/2 TL Zimt
2 Messerspitzen Vanille
Optional: Rum und/oder Amaretto

So geht es:

1. Die Cashewkerne für 2-4 Stunden in kaltem Wasser einweichen, dann abgießen und abtropfen lassen.

2. Nun die Cashewkerne mit Kokosmilch, Ahornsirup, Reis- oder Mandemilch in den (Hochleistungs)Mixer geben und cremig mixen.

3. Die Gewürze nach und nach hinzugeben und untermixen, dabei ruhig erst mit kleineren Mengen beginnen und abschmecken.

4. Optional in jedes Glas nach Geschmack etwas Rum und/oder Amaretto gießen und mit dem veganen Eggnog auffüllen.

Enjoy ❤! Eure
 

6 thoughts on “Cremiger veganer Eggnog (Vegnog)

  1. Liebe Kirschbiene, der Drink hört sich superlecker an. Vielen Dank für all deine tollen Rezepte. Hat dir eigentlich schonmal jemand gesagt, dass du unglaublich schön schreiben kannst? Mach weiter so. Alles Gute!

  2. Liebe Bianca,

    ich bin ganz hin und weg von diesem schönen Rezept und habe es mir gleich abgespeichert. Eine klasse Idee, so ein doch sehr unveganes Rezept zu veganisieren! Bei meiner aktuellen Vorliebe für alles, was warme und süße Getränke derzeit betrifft, bin ich hier definitiv an der richtigen Adresse. 😉

    Zu den Weihnachtsfilmen: Wir schauen gar nicht so die klassischen Weihnachtsfilme, muss ich gestehen. Manchmal hätte ich das gerne, weil das etwas Traditionelles hat, etwas, worauf man sich ein wenig das ganze Jahr über freuen kann. Aber auf der anderen Seite genießen wir auch das Abwechslungsreiche und immer wieder Neue bei der Filmauswahl – wobei wir feststellen mussten, dass wir zwar generell, besonders aber in den Wintermonaten eine Schwäche für schwedische Filme und solchen, in denen es irgendwie immer bitterkalt zu sein scheint, haben. 😉

    Liebe Grüße und hab einen schönen Wochenstart!
    Jenni

  3. Liebe Bianca,

    wenn ich Deine Gläser mit dem Hauch Zimt sehe, dann möchte ich am liebsten in den Bildschirm greifen. Ach, dieses Getränk sieht sooo toll aus, so seidig und wolkig (diese zwei Wörter muss ich hier einfach nochmals verwenden, hihi) und wenn ich mir die Zutaten anschaue, dann würde ich sagen, dass es nahezu eine Mahlzeit ersetzt, oder? 🙂

    Mein absoluter Lieblings-Weihnachtsfilm ist "Weihnachtsfieber", den ich aber leider selbst nicht mal habe und der inzwischen auch eine richtige Rarität zu sein scheint.

    Ganz liebe Grüße
    Brigitte

  4. Huhu Jenni,
    das freut mich, dass dir das Rezept gefällt. Du solltest es unbedingt ausprobieren, selbst mein Mann – der cremig-süßen "Mädchengetränken" eher kritisch gegenübersteht – findet diesen Eggnog toll ;-).

    Vielleicht findest du ja noch Filme, die du dir irgendwann Jahr für Jahr zur Weihnachtszeit ansehen magst? Das hat sich bei uns so eingeschlichen und wir freuen uns wirklich wie Kinder, wenn wir die ollen Kamellen hervorholen und eben nur in der Weihnachtszeit anschauen. Ob es dann schwedische Filme sind wie bei euch, ist ja im Grunde egal – erlaubt ist, was gefällt und einem ein gutes Gefühl beschert ;-).

    Liebe Grüße
    Bianca

  5. Huhu Brigitte,
    ich finde die Begriffe "seidig" und "wolkig" total passend, hihi :-). Ergänzen würde ich noch "dekadent" und "opulent". Denn ja, du hast total recht: Die Zutaten verheißen in der Tat fast schon eine kleine Mahlzeit ;-).

    Den Film "Weihnachtsfieber" kenne ich gar nicht und finde solche Empfehlungen immer klasse. Schade, dass es den Film aber so selten gibt, vielleicht wird er ja irgendwann mal im Fernsehen wiederholt? Ich halte Ohren und Augen offen ;-).

    Liebe Grüße
    Bianca

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.