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Die Rezeptvielfalt im Internet ist schon erstaunlich. So viele Blogs mit veganen Rezepten sind in den letzten Jahren entstanden, dass man sich inzwischen gut überlegen muss, welchem Gericht man nun den Vorrang geben möchte. Vor nur wenigen Jahren sah das noch ganz anders aus. Da konnte man um jeden Fitzel an Inspiration froh sein. Ich habe mich in meinen veganen Anfängen häufig auf hässlichen (sorry, war wirklich so) Blogs und Webseiten herumgetrieben, habe Rezepte ohne Fotos, aber dafür mit merkwürdigen Anleitungen auf gut Glück ausprobiert.

Die Lage an der Rezeptfront ist heute eine andere. Statt kulinarischer Beschränkung sieht man sich im Netz nun vor der Qual der Wahl. Ich finde das gut so. Es macht nichts, dass ich nie alle Blogs kennen werde. Aber es macht was. Es macht was da draußen – es führt zu einem stärkeren Bewusstsein darüber, was eine pflanzliche Ernährung so alles auf die Beine stellen bzw. auf den Teller bringen kann.

Hin und wieder führt diese Vielfalt bei mir aber auch schon mal zu einem Gefühl der digitalen Überforderung. Oder geht es nur mir so, die nicht gerade als Digital Native, geschweige denn als Born-Digital bezeichnet werden kann?

Umso mehr schätze ich nach so vielen Jahren daher „meine“ Blogs. Statt Überforderung ein Gefühl von Daheimsein. Weil man sich kennt, entweder persönlich oder eben „nur“ vom Lesen. Ich liebe das Vertraute. Bin halt auch nur ein Gewohnheitsmensch. An dieser Stelle mal ein dickes „Dankeschön“ an euch da draußen :-)!

Beim Lesen „meiner“ Blogs ist mir in letzter Zeit nun eines aufgefallen: Ich springe vor allem auf die easypeasy Rezepte an. Man gebe mir eine Überschrift à la „5-Minuten-Mugcake“ oder „Lasagne aus vier Zutaten“ und meine Aufmerksamkeit ist geweckt.

Ich liebe auch die aufwendigen Gerichte mit x Zutaten und Zubereitungsschritten. Vor allem an Geburtstagen oder Feiertagen. Doch da mein Leben überwiegend aus Alltag und nur zu einem Bruchteil aus Festtagen besteht, brauche ich alltägliche Rezepte. Also einfache Gerichte, ob süß oder herzhaft, die sich bequem in einen vollgepackten Alltag integrieren lassen. Ihr müsst jetzt nicht tröstend „ooooch“ machen. Ich mag meinen Alltag. Ich finde, Alltag ist auch etwas Schönes.

An einem dieser Alltage ist diese vegane und schnelle Tarte entstanden. Sie besteht aus gerade einmal sechs Zutaten und ist schnell zubereitet. Ein bisschen Geduld benötigt man lediglich, wenn die Tarte im Tiefkühlfach vor sich hin härtet, doch die eigentliche Zubereitungszeit ist mehr als überschaubar.

Der Boden der Tarte besteht aus frisch gemahlenem Buchweizen, was für eine nussige Konsistenz mit ein wenig Biss sorgt. Wer einen feineren Boden bevorzugt, kann auch Mandeln verwenden. Durch sie wird der Boden milder.

Neben der Hauptzutat Erdnussmus kommt Kokosmus ins Spiel. Eine Zutat, die ich nicht sehr oft verwende. Dennoch lohnt die Anschaffung eines Gläschens, weil sich das Kokosmus – gekühlt und dunkel aufbewahrt – schier endlos hält. Kokosmus ist das gemahlene Fruchtfleisch der Kokosnuss – meistens ist das Fruchtfleisch in geraspelter Form erhältlich, ihr kennt sie als Kokosflocken oder Kokoschips. Das Mus hat eine cremig-krümelige Konsistenz und eignet sich super als Zutat zu (rohen) Kuchen oder Smoothies. Es schmeckt leicht süßlich und sorgt für eine cremige Konsistenz der Speisen.

Wer kein Kokosmus auftreiben kann oder möchte: Ihr könnt auch ein paar Esslöffel Kokosraspel mit (sehr wenig) wenig Wasser im Foodprocessor so lange mixen, bis das Öl aus den Raspeln austritt und die Masse beginnt, cremig zu werden. Das ist mit einem normalen Standmixer leider nicht zu bewerkstelligen, da der Mixer oder Foodprocessor ein paar Minuten auf vollen Touren laufen müssen. Und wer wie ich in der Vergangenheit schon mehr als einen Mixer, Pürierstab und Foodprocessor zu Schrott verarbeitet hat, ist in dieser Hinsicht vorsichtig geworden. Dann doch lieber ein Gläschen fertiges Kokosmus kaufen.

Und wer sich über die Zutat „Schokotröpfchen“ wundert, wo ich doch seit einiger Zeit entschieden auf Industriezucker verzichte: Ich verwende Schokotropfen, die mit Xylit, also Birkenzucker, gesüßt sind. Ich liebe sie. So wie diese Tarte, die an schnöden Alltagen genauso schmeckt wie an einem stürmischen Sonntagnachmittag.

 

Feine 6-Zutaten-Tarte mit Erdnussmus und Buchweizen

Für eine Pie- oder Tarteform (ca. 24 cm Durchmesser) braucht man:

125 g Buchweizen
135 g Datteln, entsteint
125 g ungesüßtes Erdnussmus
70 g Ahornsirup
30 g Kokosmus
30 g Schokotröpfchen

So geht es:

1.  Den Boden einer Pie- oder Tarteform mit Backpapier belegen.

2. Buchweizen im Foodprocessor fein mahlen. Die entsteinten Datteln dazugeben, alles zu einer krümeligen und klebenden Masse mixen. Den Teig in die Form geben und mit den Händen gleichmäßig plattdrücken, dabei einen ca. 1 cm hohen Rand formen.

3. Erdnussmus, Ahornsirup und Kokosmus in den Foodprocessor geben und cremig mixen. Dabei ein paar Esslöffel Wasser unterrühren – je nach Leistungsvermögen des Foodprocessors sind zwischen 4 und 6 Löffel nötig.

4. Die Erdnussmasse auf den Boden geben und glattstreichen. Die Tarte ins Tiefkühlfach stellen und 1-2 Stunden durchhärten lassen.

5. Vor dem Servieren die Tarte ca. 10 Minuten bei Zimmertemperatur stehen lassen. In der Zwischenzeit die Schokotröpfchen bei niedriger Hitze im Wasserbad schmelzen und die flüssige Schokolade auf die Tarte sprenkeln.

Enjoy ❤! Eure

[:en]

Die Rezeptvielfalt im Internet ist schon erstaunlich. So viele Blogs mit veganen Rezepten sind in den letzten Jahren entstanden, dass man sich inzwischen gut überlegen muss, welchem Gericht man nun den Vorrang geben möchte. Vor nur wenigen Jahren sah das noch ganz anders aus. Da konnte man um jeden Fitzel an Inspiration froh sein. Ich habe mich in meinen veganen Anfängen häufig auf hässlichen (sorry, war wirklich so) Blogs und Webseiten herumgetrieben, habe Rezepte ohne Fotos, aber dafür mit merkwürdigen Anleitungen auf gut Glück ausprobiert.

Die Lage an der Rezeptfront ist heute eine andere. Statt kulinarischer Beschränkung sieht man sich im Netz nun vor der Qual der Wahl. Ich finde das gut so. Es macht nichts, dass ich nie alle Blogs kennen werde. Aber es macht was. Es macht was da draußen – es führt zu einem stärkeren Bewusstsein darüber, was eine pflanzliche Ernährung so alles auf die Beine stellen bzw. auf den Teller bringen kann.

Hin und wieder führt diese Vielfalt bei mir aber auch schon mal zu einem Gefühl der digitalen Überforderung. Oder geht es nur mir so, die nicht gerade als Digital Native, geschweige denn als Born-Digital bezeichnet werden kann?

Umso mehr schätze ich nach so vielen Jahren daher „meine“ Blogs. Statt Überforderung ein Gefühl von Daheimsein. Weil man sich kennt, entweder persönlich oder eben „nur“ vom Lesen. Ich liebe das Vertraute. Bin halt auch nur ein Gewohnheitsmensch. An dieser Stelle mal ein dickes „Dankeschön“ an euch da draußen :-)!

Beim Lesen „meiner“ Blogs ist mir in letzter Zeit nun eines aufgefallen: Ich springe vor allem auf die easypeasy Rezepte an. Man gebe mir eine Überschrift à la „5-Minuten-Mugcake“ oder „Lasagne aus vier Zutaten“ und meine Aufmerksamkeit ist geweckt.

Ich liebe auch die aufwendigen Gerichte mit x Zutaten und Zubereitungsschritten. Vor allem an Geburtstagen oder Feiertagen. Doch da mein Leben überwiegend aus Alltag und nur zu einem Bruchteil aus Festtagen besteht, brauche ich alltägliche Rezepte. Also einfache Gerichte, ob süß oder herzhaft, die sich bequem in einen vollgepackten Alltag integrieren lassen. Ihr müsst jetzt nicht tröstend „ooooch“ machen. Ich mag meinen Alltag. Ich finde, Alltag ist auch etwas Schönes.

An einem dieser Alltage ist diese vegane und schnelle Tarte entstanden. Sie besteht aus gerade einmal sechs Zutaten und ist schnell zubereitet. Ein bisschen Geduld benötigt man lediglich, wenn die Tarte im Tiefkühlfach vor sich hin härtet, doch die eigentliche Zubereitungszeit ist mehr als überschaubar.

Der Boden der Tarte besteht aus frisch gemahlenem Buchweizen, was für eine nussige Konsistenz mit ein wenig Biss sorgt. Wer einen feineren Boden bevorzugt, kann auch Mandeln verwenden. Durch sie wird der Boden milder.

Neben der Hauptzutat Erdnussmus kommt Kokosmus ins Spiel. Eine Zutat, die ich nicht sehr oft verwende. Dennoch lohnt die Anschaffung eines Gläschens, weil sich das Kokosmus – gekühlt und dunkel aufbewahrt – schier endlos hält. Kokosmus ist das gemahlene Fruchtfleisch der Kokosnuss – meistens ist das Fruchtfleisch in geraspelter Form erhältlich, ihr kennt sie als Kokosflocken oder Kokoschips. Das Mus hat eine cremig-krümelige Konsistenz und eignet sich super als Zutat zu (rohen) Kuchen oder Smoothies. Es schmeckt leicht süßlich und sorgt für eine cremige Konsistenz der Speisen.

Wer kein Kokosmus auftreiben kann oder möchte: Ihr könnt auch ein paar Esslöffel Kokosraspel mit (sehr wenig) wenig Wasser im Foodprocessor so lange mixen, bis das Öl aus den Raspeln austritt und die Masse beginnt, cremig zu werden. Das ist mit einem normalen Standmixer leider nicht zu bewerkstelligen, da der Mixer oder Foodprocessor ein paar Minuten auf vollen Touren laufen müssen. Und wer wie ich in der Vergangenheit schon mehr als einen Mixer, Pürierstab und Foodprocessor zu Schrott verarbeitet hat, ist in dieser Hinsicht vorsichtig geworden. Dann doch lieber ein Gläschen fertiges Kokosmus kaufen.

Und wer sich über die Zutat „Schokotröpfchen“ wundert, wo ich doch seit einiger Zeit entschieden auf Industriezucker verzichte: Ich verwende Schokotropfen, die mit Xylit, also Birkenzucker, gesüßt sind. Ich liebe sie. So wie diese Tarte, die an schnöden Alltagen genauso schmeckt wie an einem stürmischen Sonntagnachmittag.

Feine 6-Zutaten-Tarte mit Erdnussmus und Buchweizen

Für eine Pie- oder Tarteform (ca. 24 cm Durchmesser) braucht man:

125 g Buchweizen
135 g Datteln, entsteint
125 g ungesüßtes Erdnussmus
70 g Ahornsirup
30 g Kokosmus
30 g Schokotröpfchen

So geht es:

1.  Den Boden einer Pie- oder Tarteform mit Backpapier belegen.

2. Buchweizen im Foodprocessor fein mahlen. Die entsteinten Datteln dazugeben, alles zu einer krümeligen und klebenden Masse mixen. Den Teig in die Form geben und mit den Händen gleichmäßig plattdrücken, dabei einen ca. 1 cm hohen Rand formen.

3. Erdnussmus, Ahornsirup und Kokosmus in den Foodprocessor geben und cremig mixen. Dabei ein paar Esslöffel Wasser unterrühren – je nach Leistungsvermögen des Foodprocessors sind zwischen 4 und 6 Löffel nötig.

4. Die Erdnussmasse auf den Boden geben und glattstreichen. Die Tarte ins Tiefkühlfach stellen und 1-2 Stunden durchhärten lassen.

5. Vor dem Servieren die Tarte ca. 10 Minuten bei Zimmertemperatur stehen lassen. In der Zwischenzeit die Schokotröpfchen bei niedriger Hitze im Wasserbad schmelzen und die flüssige Schokolade auf die Tarte sprenkeln.

Enjoy ❤! Eure

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4 thoughts on “Feine 6-Zutaten-Tarte mit Erdnussmus und Buchweizen

  1. Liebe Bianca,

    dieser Kuchen ist ein wahrer Seelentröster, das merke ich schon beim Lesen der Zutaten. 🙂
    Mein Koch- und Backverhalten sind wirklich sehr unterschiedlich – während ich beim Kochen einfache Alltagsrezepte sehr schätze und meist den aufwändigen vorziehe, so fällt es mir beim Backen fast schon schwer, die Zutatenlisten kurz zu halten – ich möchte immer so viel ausprobieren und da geht die Experimentierfreude ganz oft mit mir durch. 🙂

    Ach ja, und mit der digitalen Überforderung sprichst Du mir echt aus dem Herzen. "Heimat" bzw. das "Gefühl von Daheimsein" spielen in meinem Leben eine sehr bedeutende Rolle, von daher ist es mir super wichtig, dass sich dieses wirklich immer einstellt, wenn ich auf Deinen Blog hüpfe – dafür möchte ich DIR danken. 🙂

    Süßeste Grüße
    Brigitte

  2. Ein sehr schöner Beitrag mit vielen wahren Worten. Ich mag auch solche Rezepte mit überschaubaren Zutaten und schneller Zubereitungszeit. Deshalb lieben Dank für dieses schöne Rezept. Das wird bald ausprobiert. Liebe Grüße

  3. Huhu Brigitte,
    danke für deinen lieben Kommentar! Diese Tarte ist in der Tat so einiges: sie ist Seelentröster, vertreibt Miesepeterstimmung, erfreut den Bauch. Es freut mich, dass dir das Rezept gefällt – wobei ich doch sehr hoffe, dass du weiterhin deiner Linie treu bleibst und die Pferde bei den Zutaten auch mal durchgehen lässt ;-). Ich liebe deine Kreationen und auch, wenn ich nicht immer dazu komme, alles nachzumachen, so erfreue ich mich allein an den schönen Fotos und Beschreibungen :-).

    Ich kam mir beim Schreiben über die digitale Überforderung ein wenig wie ein Dinosaurier vor. Aber ich gestehe freimütig, dass ich mir manchmal die langsamere, vor-digitale Zeit herbeiwünsche (jaaaa, dann wäre es mit dem Bloggen natürlich nix, irgendeinen Haken gibt's wohl immer ;-)).

    Liebe Dino-Grüße,
    Bianca

  4. Huhu Tabea,
    lieben Dank, dass du den Beitrag gelesen und mir so einen netten Kommentar hinterlassen hast :-). Ich bin froh, dass du meinen Worten etwas abgewinnen kannst – und freue mich natürlich total, dass auch du solche überschaubaren Rezepte magst. Ich tüftele zurzeit an weiteren solcher "simplen" Rezepte, weil sie den Alltag einfach erleichtern :-).
    Liebe Grüße
    Bianca

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