Sommer. Sonnenstrahlen im Gesicht. Entferntes Kreischen von streitlustigen Möwen. Salzgeschmack auf den Lippen. Wellengesäusel. Nackte Füße in nassem Sand. Sonnengebleichtes, windzersaustes Haar. Atemlos ins Haus kommen. Sonnenbrand im Nacken. Sandspuren hinterlassend. So fühlt sich für mich das Glück an. So simpel. So besonders.

Seit meiner Kindheit bin ich verliebt. In den fernen Norden Dänemarks. In die endlose Weite. In den Himmel mit seinen rasenden Wolken. In die einsamen Strände mit dem feucht-kühlen Sand. In die raue See mit ihren eigenwillig gekräuselten Wellen. In die kühlen Nächte mit ihren klaren Sternenhimmeln. Diese Liebe ist unverbrüchlich.

Diese Tarte erinnert mich an mein Herzensland. Ich habe sie zum ersten Mal vor einem Jahr in unserem Sommerurlaub zubereitet. In unserem Ferienhäuschen, geschützt eingebettet zwischen sandigen Mulden und grasbewachsenen Hügeln. Strandhafer und Nordseewind vor der Tür. Möwengeschrei in der Luft und der Geruch nach Salz draußen. Rote und blaue Beeren drinnen.

Wann immer ich diese Tarte zubereite, zaubert sie ein Lächeln in mein Gesicht. Katapultiert mich mit Lichtgeschwindigkeit hunderte von Kilometern Richtung Norden. Stillt meine Sehnsucht zumindest für ein Weilchen und ruft gleichzeitig Fernweh hervor. Habt ihr auch so ein Land, so einen fernen oder nahen Ort, der euch das Gefühl von Zuhause gibt? Einen Ort, der euch beim bloßen Gedanken an ihn ein warmes Gefühl im Bauch bereitet? Dann wisst ihr sicherlich, wovon ich hier leicht sentimental fabuliere.

Viele freuen sich ja auf den Urlaub, weil sie dann „nicht kochen müssen“. Ich freue mich unter anderem auf den Urlaub, weil ich dann Zeit habe, noch mehr zu kochen, noch mehr zu backen, noch mehr in der Küche zu werkeln. Auch im hohen Norden. Wo es im Sommer leuchtende Beeren in Hülle und Fülle gibt, die sich mit einer feinen Vanille-Cashew-Creme ein Stelldichein bei dieser Tarte geben.

Neben Vanille kommt noch mein Liebling, die Schokolade, hinzu. Diese Tarte schmeckt cremig, fruchtig, vanillig, schokoladig. Mehr geht nicht. Ach. Ich könnte mich glatt verlieren in der Beschreibung dieser Tarte. Könnte am Fernweh liegen, das gerade wie wattige Schäfchenwolken an einem Sommerhimmel heraufzieht. Wie gut, dass mein Sommerurlaub in Warteposition lauert. Und bis es endlich (endlich!) soweit ist, muss eben diese Tarte herhalten. Okay. Es gibt Schlimmeres.

Für eine Tarteform (Durchmesser von 24 cm) braucht man:

Für den Boden:
150 g Mandeln
110 g weiche Datteln, z. B. Medjool-Datteln

Für die Vanille-Cashew-Creme:
150 g Cashewkerne
40 g Kokosöl
20 g Kakaobutter
70 ml Ahornsirup
1 EL ungesüßte Mandel- oder Reismilch
1/2 TL Vanille

Für den Schoko-Drizzle:
10 g Kokosöl
15 g Ahornsirup
1 leicht gehäuften EL (rohes) Kakaopulver (10 g)

200-250 g gemischte Beeren (Blaubeeren, Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren)

So geht es:

1. Die Cashewkerne zwei Stunden in Wasser einweichen (oder auch über Nacht).

2. Für den Boden die Mandeln in den Foodprocessor oder Hochleistungsmixer geben und in ca. zehn Sekunden zu Mehl mahlen. Die Datteln entsteinen und zum Mandelmehl geben, kurz mixen – es soll eine krümelige, klebrige Masse entstehen. Den Boden der Tarteforme mit Backpapier auslegen. Die Mandel-Dattel-Masse in die Tarteform geben und mit den Fingern flach drücken. Dabei einen niedrigen, ungefähr ein bis zwei Zentimeter hohen Rand formen. Die Tarteform bis zur weiteren Verwendung ins Tiefkühlfach stellen.

3. Kokosöl und Kakaobutter in ein kleines Töpfchen geben und bei niedrigster Temperatur auf dem Herd schmelzen. Zusammen mit allen anderen Zutaten für die Vanille-Cashew-Creme in den Foodprocessor geben und zu einer geschmeidigen Creme mixen. Die Creme auf den Kuchenboden geben und glatt streichen.

4. Die Beeren waschen, gründlich abtrocknen, größere Erdbeeren halbieren und auf der Creme verteilen.

5. Für den Schoko-Drizzle das Kokosöl mit dem Ahornsirup in ein Töpfchen geben und auf dem Herd erhitzen. Dabei immer wieder mit dem Schneebesen verrühren, so dass sich beide Zutaten gut miteinander verbinden. Sobald das Kokosöl geschmolzen ist, das Kakaopulver unterrühren. Die Tarte mit der noch flüssigen Schokolade beträufeln. Anschließend die Tarteform für zwei Stunden ins Tiefkühlfach stellen.

Enjoy ❤! Eure

12 thoughts on “Feine Vanille-Cashew-Tarte mit Sommerbeeren und Schoko-Drizzle (roh & glutenfrei)

  1. Mhh sieht die Tarte lecker aus, und dann mit diesen frischen Beeren darauf, herrlich! Ich fahre in einer Woche nach Kopenhagen und freue mich schon so sehr, ich war noch nie in Dänemark. Von dort aus möchte ich dann auch Ausflüge in andere Landteile machen=)
    Liebe Grüsse,
    Krisi

  2. Huhu Krisi,
    danke für deinen Kommentar! Diese Tarte ist ein Schatz, nicht nur lecker, sondern dank der tollen Zutaten auch noch gut für uns :-).
    Oh, ich beneide dich, dass du in einer Woche nach Kopenhagen reist – wie cool ist das denn? Ich bin mir absolut sicher, dass es dir gefallen wird und du dich in Dänemark einfach wohl fühlst. Hab ganz viel Spaß!
    Liebe Grüße
    Bianca

  3. Liebe Bianca,

    Du weißt schon, dass ich Deinen Blog von Herzen gerne habe, oder? Natürlich weißt Du es, aber ich kann es gar nicht oft genug sagen. 🙂 Dieser Beitrag ist traumhaft schön…., schon alleine Dein Text und dann auch noch das wunderbare Rezept für diesen leckeren Kuchen. *ohneEndeschwärm*
    Witzigerweise hatte ich diese Tage eine ganz ähnliche Idee, aber jetzt brauche ich gar nicht mehr rumprobieren, weil Du mir das perfekte Ergebnis bereits auf dem Serviertablett präsentierst, danke dafür!
    Was für Dich Dänemark ist, ist für mich übrigens Südfrankreich – ein winziger Gedanke reicht und ich bin einfach nur glücklich. 🙂
    Süße Grüße
    Brigitte

  4. Liebe Bianca,
    die kommt sofort auf den Speiseplan 🙂 Ich kann Dich so gut verstehen, ich liebe ebenfalls den Norden von Dänemark, die breiten Strände und die Dünen. Hirtshals, Skagen und Co wecken so viel schöne Erinnerungen in mir u. a. an das herrlich rosafarbene Haus – unsere Puderrosa-Ranch. Ich werd gleich mal Einkaufsliste schreiben …

    Liebe Grüße
    Sabine

  5. Huhu Brigitte,
    ach, du zauberst mir mit deinem Kommentar ein Lächeln ins Gesicht – danke dafür :-).
    Das muss wohl Gedankenübertragung gewesen sein, dass ich ausgerechnet jetzt dieses Posting mit diesem Rezept veröffentlicht habe? Denn das Rezept schlummert schließlich schon so lange in meiner Schublade. Ich hoffe sehr, dass dir das Ergebnis, sprich diese Tarte, gefallen wird. Bei uns gab es sie erst gestern wieder 😉 (ich sag's ja, akuter Fall von Fernweh hier).
    Oh, Südfrankreich – da kann ich dir nachempfinden. Vor Jahren war ich in der Nähe von Perpignan, das besondere Flair der Orte ist mir heute noch präsent.
    Liebe Grüße
    Bianca

  6. Huhu Sabine,
    danke für deinen liebe Kommentar :-). Es freut mich, dass du die Tarte mal ausprobieren möchtest.
    Du bist auch eine Dänemarkliebhaberin? Das ist ja toll :-). Viele zucken nur ratlos mit den Schultern, wenn ich von Skagen (hach, Skagen :-)!), Hirtshals, Hjoerring & Co schwärme. Und von diesem einzigartigen Himmel, der dort oben irgendwie weiter ist als anderswo. Eure "Puderrosa-Ranch" klingt übrigens genial ;-)!
    Liebe Grüße
    Bianca

  7. Hej Bianca,

    ja Dänemark hat bei mir so viel geprägt, auch meinen Wohnstil – alles ist hell und mit viel weiß. Die kleinen süßen Fachwerkhäuschen mit Stockrosen davor und den wunderbar dekorierten Fenstern und süßen Lädchen darin, Bornholm mit den Fischräuchereien und Glasbläsereien und der wunderbare Norden mit dieser Weite die du auch so magst. Bei den Dänen ist alles so liebevoll. Die vielen Strandspaziergänge waren so wundervoll oder einfach abends in den Dünen sitzen und aufs Meer schauen, den WInd spüren und alles ist vergessen was nicht wichtig ist. Warst du schon mal auf dem Uggerby A rudern? Wenn mal ins Schwärmen kommt, kann man fast nicht mehr aufhören. Ich hatte mal 3 Jahre nen kleinen Laden mit Wohnaccessoires – alles aus Dänemark. Jaja ich muss da mal wieder hin. So schön, dass dir das auch gefällt, das kennen echt ganz wenige. Wo fährst du denn dieses Jahr hin?

    Liebe Grüße
    Sabine

  8. Huhu Sabine,

    ich erkenne echte Parallelen ;-). Auch bei uns hat Dänemark den Wohnstil komplett beeinflusst – ich LIEBE einfach das skandinavische Design. Angefangen beim fantastischen Geschirr über Kissen und Decken bis hin zu Möbeln :-). Klingt so, als wäre das bei dir ganz genauso.
    Hihi, ja, wenn man ins Schwärmen kommt, kann man wirklich kaum aufhören – was bin ich froh, dass wir in wenigen Wochen wieder in Dänemark sind, so dass ich Meer & Wind live erleben kann. Witzigerweise werden wir in der Nähe von Uggerby sein, in Tversted. Dort war ich als Jugendliche zum ersten Mal und es zieht mich immer wieder dorthin. Kennst du dieses Örtchen? Auf dem Uggerby A rudern waren wir allerdings noch nie – das nehme ich mir jedes Jahr vor, nur um es dann immer wieder zu verschieben. Lohnt es sich?
    Zum Glück habe ich meinen Mann mit dem Dänemarkvirus anstecken können – ich glaube, wir können uns nirgends so gut erholen und einfach abschalten ;-). Hast du schon deinen nächsten Aufenthalt geplant?

    Hej hej,
    Bianca

  9. Hallihallo,

    das ist ja nett – da stapeln sich bei uns beiden wahrscheinlich Mengen von IB Laursen, Jeanne d'Arc Living, Chic Antique etc. Durch Tversted bin ich sicher mal durchgefahren und hab eben noch google-maps an. Da gabs mal ne wunderschöne Scheune mit hyggeligen Wohnsachen und das Eishaus am Strand. Jaja, da kommen die Bilder. Und das Rudern auf dem Uggerby A ist irgendwie lustig. Wir waren zweimal landeinwärts unterwegs – ein enges kurviges und grünes Flüßchen. Nun als family mit zwei Kindern waren wir in puncto sich gemeinsam in die richtige Richtung in die Riemen legen sicher nichgt der Hit. Wir drehten uns oft auf der Stelle aber ein Stück vom Fluß haben wir schon gesehen 🙂 Doch es war schön dort. Meine Jungs, die schon groß sind liegen mir tatsächlich ab und an in den Ohren ob wir nicht nochmal in die Puderrosa Ranch wollen. Also wenn wir mal nen Termin mit Jungs und Freundinnen hinkriegen, dann fahr ich da sicher nochmal hin, nur wann ist die große Frage. Ich finds nur erstaunlich, dass das bei den Kindern so hängengeblieben ist. Schön dass Dein Mann den Virus auch hat – das ist schon viel schöner wenns allen gefällt. Meiner hatte ihn Gott-sei-Dank auch. Dann wünsch ich dir ganz viel Vorfreude

    Hej hej

    Sabine

  10. Sabine, ja, ich liebe IB Laursen, Tine K, Kähler & Co – das skandinavische Design ist wirklich wundervoll! Ich freue mich auch schon sehr darauf, mich vor Ort wieder inspirieren zu lassen :-).
    Genau – in Tversted gibt es das "blaue Haus" am Strand. Es ist unter Urlaubern und Einheimischen für seine Eiswaffeln bekannt. Es gibt sogar ein paar vegane Eissorten dort, wie z. B. "Kokossorbet". Herrlich, mit einem Eisbecher in der Hand am Strand entlang zu laufen :-).
    Du, es ist toll, dass deine Söhne eure Urlaube anscheinend in so guter Erinnerung haben, dass sie gern mal wieder mit dir in den Norden fahren würden. Auch bei mir ist diese ominöse Dänemarkliebe schon ganz früh, in meiner Kindheit, entstanden.
    Und wer weiß – vielleicht bekommen wir es dieses Mal ja hin, den Uggerby A unsicher zu machen *lach*.
    Liebe Grüße
    Bianca

  11. Vielen lieben Dank, Sabine :-). Ich freue mich soooo sehr, dass dir meine Rezepte gefallen! Bei so liebem Feedback macht das Rezeptentwickeln & Bloggen gleich noch mehr Spaß.
    Liebe Grüße
    Bianca

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