Kartoffelsalat ist fraglos ein Klassiker unter den Salaten. Seine Beliebtheit ist dabei umstritten. Er wird geliebt, gehasst, geschätzt, unterschätzt. In meiner Familie ist Kartoffelsalat seit jeher eine feste Größe. Er gehört schon immer zu Geburtstagen und Weihnachten. Kaum ein Heiligabend, an dem wir Kinder nicht zwischen Geschenkpapier, ausgepacktem Spielzeug und einem Teller Kartoffelsalat mit Würstchen auf dem Boden saßen. Kaum eine Fahrt in den Urlaub, an dem meine Mutter nicht eine Schüssel Kartoffelsalat aus der vollgepropften Kühltasche hervorholte. 

Nun könnte man meinen, bei so viel Kartoffelsalat in meinem Leben käme er mir langsam zu den Ohren heraus. Oft passiert so etwas, das man sich an etwas „sattgegessen“ hat. Ebenso oft passiert das Gegenteil. Man entwickelt eine Art unverbrüchliche Treue zu einer Speise. Und so hält meine Verbundenheit zu diesem Salat bis heute an. Noch immer kommt Heiligabend bei uns Kartoffelsalat auf den Tisch, nur ohne Würstchen.

Zubereitungsarten für Kartoffelsalat gibt es ja so viele wie Sand am Meer. Die einen schwören darauf, die Kartoffeln in Brühe zu kochen, die nächsten verwenden nur Pellkartoffeln vom Vortag und wieder anderen kommt nur ihre liebste Kartoffelsorte, und nur die, in den Salat. Mein neuestes Lieblingsrezept hat mit Mamas fabelhaftem Salat jedoch nur so viel gemeinsam, dass Kartoffeln verwendet werden. Vieles ist anders, von der Zubereitungsweise der Kartoffeln bis hin zum Dressing. Dies ist also kein Kartoffelsalat für Tradionalisten.

Die Kartoffeln werden im Ofen gebacken und bilden die würzig-knusprige Grundlage für die anderen Zutaten. Neben Kartoffeln spielen Schwarzaugen-Bohnen eine wichtig Rolle in diesem Salat. Habt ihr diese Bohnen schon einmal probiert? Nicht nur, dass sie lecker sind, sie sehen auch einfach wunderhübsch aus. Wer keine Schwarzaugen-Bohnen bekommt, kann sie natürlich einfach durch weiße oder schwarze Bohnen ersetzen.

Dass Bohnen allesamt unschätzbare Proteinquellen sind, ist hinreichend bekannt. Des Weiteren sind Bohnen ein wahres Beautyfood. Auch, wenn man ihnen das nicht so recht zutrauen mag und mancheiner bei Bohnen eher an lustige Darmgeräusche denkt. Doch ihre zahlreich enthaltenen Antioxidanzien beugen vorzeitiger Hautalterung vor, indem sie die Zerstörung der Kollagenfasern verhindern. Kollagen ist ein Eiweiß, das unter anderem in der Haut vorkommt. Es erneuert sich dort ungefähr jedes halbe Jahr. Der Haken an der Sache: Je älter wir werden, desto langsamer verläuft die Kollagenerneuerung. Das Schöne: Durch gute Ernährung können wir die Produktion von Kollagen ankurbeln. Auch, wenn ich nix gegen ein paar Fältchen hier und da habe und der Meinung bin, dass sie einfach zum Leben gehören – strahlende, frisch aussehende Haut ist unbestreitbar etwas, das mir wichtig ist.

Wenn es euch ähnlich geht, sorgt für ausreichend hochwertige Proteine auf dem Teller. Ohne sie kann der Körper kein Kollagen bilden. Bohnen sollten idealerweise regelmäßig auf dem Speiseplan stehen, da sie mit einem Proteingehalt von über 20% zu den Spitzenreitern im Pflanzenreich zählen. Und zusätzlich bringen sie reichlich wichtige Spurenelemente wie Zink und Kupfer mit – diese tragen ebenfalls zu schöner Haut und festem Bindegewebe bei. Und seien wir mal ehrlich, dagegen kann wohl niemand etwas haben :-)?

Wer übrigens keine Lust hat, die Bohnen wie ich bei diesem Rezept selbst zu kochen, kann auf die vorgekochten Variante aus Dose oder Glas zurückgreifen. Wenn es schnell(er) gehen soll, mache ich das ebenso.
Das cremige Cashewdressing verbindet bei diesem Salat alle Zutaten wunderbar miteinander und sorgt nicht nur für Freude beim Essen, sondern auch DANACH. Warum Cashewkerne nämlich froh und glücklich machen, habe ich in meinem Posting zu den Cashew-Tahini-Cups ausführlich beschrieben. Ihr merkt schon – dieser vegane Kartoffelsalat macht nicht nur glücklich und sorgt für schöne Haut, er ist ganz nebenbei auch einfach unglaublich lecker.

Gebackener Kartoffelsalat mit Bohnen und cremigem Cashew-Dressing

Für 2-3 Personen braucht man:

1 kg vorwiegend festkochende Kartoffeln
1 EL mildes Öl, z. B. Rapsöl
1 gestrichenen TL Salz
frisch gemahlenen weißen Pfeffer
125 g Schwarzaugen-Bohnen (getrocknet gewogen), alternativ: eine Dose Bohnen
1 Bund Dill
1 mittlere rote Zwiebel
70 g Cashewkerne
2 EL Zitronensaft
100 ml Wasser
1/2 TL Salz
1/2 TL mildes Paprikapulver

So geht es:

1. Die Schwarzaugen-Bohnen über Nacht in kaltem Wasser einweichen. Am nächsten Tag abgießen und in einem großen Topf mit reichlich Wasser in ca. einer Stunde gar kochen, dann abtropfen lassen. Wer vorgekochte Bohnen aus Glas oder Dose verwendet, überspringt diesen Punkt.

2. Die Cashewkerne in einer Schüssel mit Wasser übergießen und zwei bis vier Stunden einweichen. Dann abgießen und im Mixer mit Zitronensaft und dem Wasser cremig mixen. Mit 1/2 TL Salz und Paprikapulver abschmecken. Das Dressing bis zur Verwendung beiseite stellen.

3. Den Backofen auf 200° C vorheizen. Ein Blech mit Backpapier belegen. Die Kartoffeln schälen und in kleine Würfel, ungefähr 2×2 cm, schneiden. Die Kartoffelwürfel in eine Schüssel geben und mit dem Rapsöl vermischen. Mit einem Teelöffel Salz sowie frisch gemahlenem weißem Pfefferw würzen. Die Kartoffeln nun auf das Backblech geben und im vorgeheizten Ofen ca. 30 Minuten backen, bis sie außen eine leicht bräunliche Färbung bekommen haben. Die fertig gebackenen Kartoffeln aus dem Ofen holen und auf dem Blech etwas abkühlen lassen.

4. Während die Kartoffeln im Ofen backen, den Dill waschen, trockenschleudern und fein hacken. Die Zwiebel schälen, in feine Ringe schneiden und mit dem Dill sowie den abgetropften Bohnen in eine Schüssel geben.

5. Die Kartoffelwürfel ebenfalls in die Schüssel geben und das Dressing darübergießen. Alle Zutaten gründlich mit dem Dressing vermischen und den Salat ggf. mit etwas mehr Salz oder Paprikapulver abschmecken.

Enjoy ❤! Eure

8 thoughts on “Gebackener Kartoffelsalat mit Bohnen und cremigem Cashew-Dressing

  1. Liebe Bianca,
    du hast es wieder geschafft, ich sabbere auf meine Tastatur! Ich hätte jetzt gerne sofort eine große Schüssel von diesem Salat denn ich liebe Kartoffel-Salat und esse ihn dafür viel zu selten! Deine Version klingt einfach bombastisch gut und ist mit den Bohnen eine richtig eigenständige Mahlzeit <3 Und dann auch noch Dille und cremiges Dressing – ich bin im Himmel!
    Dass die Kartoffeln im Ofen gebacken werden habe ich so noch nie gesehen und stelle ich mir auch köstlich vor.

    A propos Bohnen: Ich denke ja, dass man seinen Verdauungstrakt sehr wohl an die gewöhnen kann 😉

    Das Rezept steht auf der must-cook-now-Liste!

    Alles Liebe,
    Elisabeth

  2. Huhu Elisabeth,
    hihi, ich freue mich, dass der Salat genau dein Ding ist :-). Ja, er ist auf jeden Fall eine komplette Mahlzeit und weniger als Beilage gedacht – dafür wäre er auch viiiel zu schade.
    Du hast so Recht – man kann seinen Körper an Bohnen gewöhnen, was für ein Jammer, wenn das nicht möglich wäre 😉
    Liebe Grüße
    Bianca

  3. Dass hört sich echt mega lecker an!
    Da hast du wirklich so recht, Kartoffelsalat geht einfach
    immer und überall.
    Meine Mama macht ihn vor allem beim Grillen, da find eich passt er
    auch immer wunderbar rein.
    Danke für dein super Rezept!
    Ich würde mich auch riesig freuen wenn du mal auf meinem Blog vorbeischauen würdest, ich freue mich immer über neue Leser und Follower ❤︎
    Ganz Liebe Grüße
    Sanja
    http://makeyourelifecolorful.blogspot.de

  4. Huhu Sanja,
    danke fürs Vorbeischauen und Kommentieren :-). Stimmt, beim Grillen passt Kartoffelsalat auch wunderbar (ich fand beim Grillen ja schon immer die vermeintlichen "Beilagen" am besten). Ich schaue gern mal bei dir vorbei.
    Liebe Grüße
    Bianca

  5. Oh das sind ja alles Zutaten nach meinem Geschmack. Ich bin ja eigentlich der totale Essig und Öl-Dressing Fan beim Kartoffelsalat (was schwierig in meiner Kindheit im Norden war ;-)), aber die Cashewsauce schmeckt ja alles andere als Majo, deswegen ist es eine toll Idee. Ich habe mal einen Kartoffelsalat mit Avocado gemacht – das war auch himmlisch cremig.
    Ich hoffe es geht dir gut, liebe Bianca!
    Viele Grüße in den Süden!
    xx
    Lynn

  6. Huhu Lynn,
    schön, von dir zu hören :-). Ich wusste gar nicht, dass Kartoffelsalat mit Essig-und-Öl-Dressing im Norden eher ein "No-Go" ist. Ich mag beides, sowohl Essig und Öl als auch die Variante mit Mayo. Ich liebe Mayo aber sowieso ;-).
    Liebe Grüße zurück, ich hoffe, du genießt den sonnigen September!
    Bianca

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