Manchmal sind die guten Dinge so einfach, oder? Genau wie dieses Gericht, das aus wenigen Zutaten besteht und im Sommer zu meinen Rezeptlieblingen gehört. Zurzeit kommt man an Tomaten nicht vorbei, es gibt sie in allen erdenklichen Formen, Größen und auch Farben. Glücklich derjenige, der Tomaten im eigenen Garten (oder auf dem Balkon) sein Eigen nennt. Nebenbei erwähnt: Ich gehöre nicht dazu. Zum „richtigen“ Gärtnern bin ich zu faul, fehlt mir die Zeit, die Lust, ich weiß es nicht. Über ein paar Kräuter (und Obststräucher) komme ich nicht hinaus, dabei finde ich es zumindest in der Theorie ganz HERRLICH, sein eigenes Gemüse ernten zu können. Ich bin jedenfalls immer hochneidisch, wenn meine Eltern aus ihrem Garten Zucchini, Kohlrabi, Spinat und viele weitere wundervolle Gemüsesorten im Handumdrehen auf den Teller bringen. Doppelseufz. Doch immerhin habe ich einen tollen Gemüsemann bzw. eigentlich sogar eine ganze „Gemüsefamilie“ um die Ecke, die uns mit frischem und regionalem Grünzeug versorgen.
So gab es also neulich diese würzige Tomatensoße bei uns, die umso aromatischer wird, je länger sie köcheln darf. Dazu servierte ich Polentaschnitten, die mir früher immer Kopfzerbrechen bereitet haben. Was habe ich mit diesen Teilchen gekämpft, weil sie mir immer in der Pfanne zerbröselt sind. Da half kein Fluchen und Schimpfen, es wurde einfach nichts. Doch wenn ich eines ganz sicher bin, dann hartnäckig. So schwierig kann es doch nicht sein, genießbare und formschöne Polentaschnitten hinzubekommen, oder?

Also habe ich probiert und probiert (und weiterhin leise geflucht), bis es eines wunderschönen Tages funktionierte. Und tatsächlich: Es ist überhaupt nicht schwer. Meiner Polentamasse fehlte es in der Vergangenheit schlicht an Fett und Flüssigkeit. Beides in richtiger Menge verwendet, sorgt für die perfekte Konsistenz und macht die Küche bei der Zubereitung von Polentaschnitten ab sofort zu einer fluchfreien Zone :-). Nicht erwähnen muss ich sicherlich, dass gebratene Polentaschnitten wirklich wundervoll schmecken?
Für 2 Personen braucht man:
250 g vorgegarte Polenta (Schnellkochpolenta)
500 ml Soja- oder Mandelmilch
250 ml Wasser
50 g Margarine
1 gestrichenen EL Salz
weißen Pfeffer
ein bis zwei Messerspitzen (frisch geriebene) Muskatnuss
etwas Öl zum Braten
Für die Tomatensoße braucht man:
500 g Strauchtomaten
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 EL Olivenöl
1 EL Tomatenmark
1/2 EL Agavensirup
3 Zweige Thymian (alternativ getrockneter Thymian)
Salz
schwarzen Pfeffer
So geht es:
Sojamilch und Wasser in einen Topf geben, die Margarine hinzufügen. Die Margarine zunächst bei kleiner Hitze in der Flüssigkeit schmelzen. Das Salz, weißen Pfeffer nach Geschmack und geriebene Muskatnuss hinzugeben. Die Hitze dann erhöhen und die Milch-Wasser-Mischung kurz aufkochen. Nun die Polenta einrieseln lassen und mit einem Schneebesen kräftig schlagen. Die Hitze reduzieren und die Polenta unter ständigem Rühren einköcheln lassen, bis sie die Flüssigkeit vollständig aufgesaugt hat. Dies dauert nur wenige Minuten, dabei aufpassen – Spritzgefahr!
Wenn die Polenta zu einer dicklichen Masse eingekocht ist, den Topf vom Herd nehmen. Ein Backblech mit Frischhaltefolie belegen. Die noch heiße Polenta darauf geben und mit einem Messer glatt streichen. Die Polenta sollte ca. 1 cm dick ausgestrichen werden. Die Masse zur Seite stellen und ungefähr eine Stunde lang auskühlen lassen. In der Zwischenzeit die Tomatensoße zubereiten.
Die Tomaten waschen, vierteln und von den grünen Stielansätzen befreien. Die Tomatenviertel in grobe Würfel schneiden. Zwiebel und Knoblauchzehen schälen und beides fein hacken. Die Thymianzweige waschen, abtrocknen und die Blättchen von den Stielen zupfen.
Nun das Olivenöl in einem Topf erhitzen und zunächst die Zwiebel darin weich schmoren. Dann die gehackte Knoblauchzehe hinzugeben und kurz anbraten. Tomatenmark und Agavensirup unterrühren und eine halbe Minute anrösten. Die Tomatenwürfel hinzugeben und alles gut verrühren. Thymianblättchen, Salz und Pfeffer zu den Tomaten geben und alles bei mittlerer Hitze leicht simmern lassen.
Sobald die Polenta abgekühlt ist, geht es ans Braten. Dazu etwas Öl in einer Pfanne erhitzen und die in Form geschnittene Polenta nach und nach darin ausbraten. Die Polenta kann in Rauten, Dreiecke, Quadrate oder jede beliebige andere Form geschnitten werden. Fertig gebratene Polentaschnitten im vorgeheizten Ofen warm halten, bis alle Schnitten fertig sind.
Die Tomatensoße noch einmal abschmecken und mit den Polentaschnitten servieren.

Enjoy ❤! Eure

8 thoughts on “Gebratene Polentaschnitten mit Tomatensoße

  1. Sehr lecker, ich esse Polenta wahnsinnig gerne, gebraten mache ich es mir nur selten weil ich meistens zu faul bin das Ganze noch anzubraten, aber es schmeckt wunderbar=)
    Liebe Grüsse,
    Krisi

  2. Polentaschnitten sind sooo toll! Ich steche sie immer in Herzchenform aus, um meine "Sympathie" zu bekunden und nasche die "Reste" so. Gemüse aus dem eigenen Garten ernten zu können, ist natürlich ein ganz besonderes Privileg, ich bin auch immer etwas neidisch, wenn ich den tollen Garten meiner Schwiegereltern sehe.

    Alles Liebe
    Natalie

  3. Natalie, was für eine niedliche Idee – sweet :-)! Die Herzchenform hole ich dann nächstes Mal zum Ausstechen hervor, Polentaherzen auf dem Teller sind bestimmt hübsch!
    Und so lange ich zu faul für eigene Gemüsebeete bin, werde ich wohl weiterhin neidisch auf die Beete meiner Eltern schielen, seufz…
    Liebe Grüße
    Kirschbiene

  4. Krisi, ich habe für Hefeschmelz kein festes Rezept, ich rühre es immer aus dem Handgelenk zusammen. Aber grob sieht mein Rezept so aus: 1 Esslöffel Margarine, 1-2 Esslöffel Mehl, 200-300 ml Sojamilch, 1/2 TL Senf, 1-2 Esslöffel Hefeflocken, Salz – Margarine zerlassen, Mehl unter Rühren darin anschwitzen, mit Sojamilch aufgießen und einkochen lassen. Zum Schluss Hefeflocken und Senf unterrühren, mit Salz abschmecken, fertig. Bei den Mengenangaben einfach ausprobieren, der Hefeschmelz ist von der Konsistenz her wie eine Bechamelsoße. Ich hoffe, das hilft dir weiter :-).

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