Kennt ihr das – Gerichte, die einen unweigerlich zurück in die Kindheit beamen? Ich könnte wetten, dass jeder von euch ein solches ein Gericht hat. Ein Gericht, bei dem man das Gefühl hat, wieder in Omas Küche zu sitzen und darauf zu warten, dass sie einen ermahnt, nicht mit dem Stuhl zu kippeln. Ein Gericht, das nach Geborgenheit und verregneten Sonntagnachmittagen schmeckt, nach Unbeschwertheit und einem Gutenachtkuss auf die Stirn.
Bei mir sind es Waffeln, die mich in Blitzgeschwindigkeit auf eine kulinarische Reise in die Kindheit schicken. Und ich finde es immer wieder faszinierend, wie sehr wir doch von den Essgewohnheiten unseres jüngeren Selbst geprägt sind – egal, ob wir nun mittlerweile 20, 40 oder 60 sind. Denn mit den Speisen unserer Kindheit verbinden wir nicht nur einen vielleicht liebgewonnenen Geschmack, sondern so viel mehr. Sie vermitteln uns Geborgenheit, Trost, Heimatgefühle, Freude, Entspannung.

Waffeln haben in meiner Familie eine lange Tradition. Kein Sonntagnachmittag, an dem es bei meiner Oma keine Waffeln gab. Nach dem Backen stapelte sie die Waffeln zum Abkühlen zu einem hohen Turm auf einem Kuchengitter. Gegessen haben wir die Waffeln mit Schlagsahne und heißen Kirschen. Wie ich es liebte, die kleinen Waffelherzen vorsichtig auseinanderzuzupfen und mit Puderzucker zu bestäuben! Um dann auszuprobieren, wie viele Kirschen auf ein Herzchen passten und das Ganze dann zusammengefaltet irgendwie in den Mund zu schieben.

Ich hatte als Kind den Eindruck, das Waffeleisen meiner Oma sei magisch. Egal, wie viel oder wenig Teig sie hineingab, die Waffeln, die sie darin zubereitete, waren immer perfekt. Leicht fluffig, nur ein wenig kross und perfekt gebräunt. Inzwischen ist das zerkratze, verkrustete und eingebackene Eisen in den Besitz meiner Eltern übergegangen. Es sieht so aus, als würde es aus Altersschwäche bald den Geist aufgeben. Doch es backt und backt und backt. Jede neue Waffel fügt dem Eisen etwas mehr Patina hinzu. Ich liebe es.

Und ich war lange neidisch. Denn Waffeln wollten mir einfach nicht gelingen. Und das mir – wo ich mit ihnen so viele wunderbare Erinnerungen verbinde. Ich habe Waffeln lange Zeit vermisst. Mein Waffeleisen hat sie einfach aufgefressen, zerstört, anbrennen lassen – es war mir beim besten Willen nicht möglich, auch nur halbwegs ansehnliche und genießbare Waffeln hinzubekommen. Vegan – ja, vielleicht. Aber vegan und glutenfrei? Keine Chance. Irgendwann hatte ich schon fast keine Lust mehr, einen neuen Versuch zu starten.

Lange, ach was sage ich, SEHR lange, habe ich also an einem Waffelrezept getüftelt. Ich wollte weiche, eher „knatschige“ Waffeln haben. Ähnlich wie die aus meiner Kindheit. Zudem sollten sie rundum vollwertig sein. Und nicht zuletzt mussten sie glutenfrei sein, damit ich sie ohne Probleme genießen kann. Nicht einfach. Zudem bin ich nicht im Besitz des magischen Wundereisens meiner Oma. Ich habe lange Zeit gesucht, bis ich das für mich perfekte Waffeleisen gefunden habe (Brigitte, hier noch einmal danke für deinen Tipp – dank dir habe ich endlich ein funktionierendes Waffeleisen gefunden, das meine Waffeln nicht auffrisst oder auseinanderreißt, sondern einfach ganz wunderbare Ergebnisse liefert. I love it!).

Mit dem Ergebnis meiner Rezepttesterei bin ich endlich zufrieden und kann Ruhe geben. Diese Waffeln sind weich und fluffig. Nur leicht gesüßt, vollwertig, aber dennoch nicht „gesund“ schmeckend. Wie so oft beim glutenfreien Backen kommt auch in diesem Rezept mein Wundermittel Xanthan Gum vor. Dieses Bindemittel ist für mich Gold wert, da es Gebäcken Leichtigkeit verleiht und gleichzeitig für Bindung sorgt. Wer noch einmal nachlesen möchte, wieso, weshalb, warum Xanthan für die glutenfreie Bäckerei so fantastisch ist, kann dies in meinem Post zu meinen glutenfreien Nuss-Schnitten noch einmal nachlesen. Das Rezept funktioniert jedoch auch mit Johannisbrotkernmehl, falls ihr kein Xanthan zur Hand habt.

Für 4 große, belgische Waffeln braucht man:

– 1 mittelgroße, leicht reife Banane
– 35 g glutenfreie Haferflocken
– 35 g Buchweizen
– 50 g Hirsemehl oder Reismehl
– 20 g Maisstärke, alternativ Kartoffelstärke
– 1 gehäuften TL Backpulver
– 1/2 TL gemahlenen Zimt
– 1/4 TL Xanthan Gum, alternativ 1 TL Johannisbrotkernmehl
– 1 EL Kokosblütenzucker, alternativ Rohrohrzucker
– 1 EL Öl
– 225 ml Reis- oder Mandelmilch

Dazu passen frische Erdbeeren oder Himbeeren, Mandelblättchen oder aufgeschlagene Kokossahne.

So geht es:

1. Das Waffeleisen vorheizen.

2. Die Banane schälen und in eine Schüssel geben, dann mit einer Gabel fein zerdrücken.

3. Haferflocken und Buchweizen im Foodprocessor mahlen. Mit allen anderen Zutaten zur Banane geben und die Zutaten mit einem Schneebesen zu einem glatten Teig verrühren.

4. Aus dem Teig nach und nach vier Waffeln bis zur gewünschten Bräune backen und die Waffeln sofort servieren. Am besten mit frischen Beeren garnieren und etwas Ahornsirup beträufeln.

Enjoy ❤! Eure

8 thoughts on “Glutenfreie Hafer-Buchweizen-Waffeln mit Erdbeeren

  1. Hallo,
    danke für deinen Kommentar. Bei dem Waffeleisen handelt es sich um ein Gerät von Krupps – und zwar um das Modell FDK 251. Ich habe schon einige Waffeleisen ausprobiert und dies ist das erste, das mich wirklich begeistert. Auch ohne Einfetten gelingen die Waffeln, da klebt nichts an und die Waffeln werden so, wie ich es mir immer vorgestellt habe :-). Falls du also auf der Suche nach einem guten Gerät sein solltest, kann ich diese Empfehlung nur weitergeben.

    Liebe Grüße
    Bianca

  2. Oh ja, deine Wafelns ehen wirklich perfekt aus!Sehr lecker! Waffeln bringen bei mir auch eindeutig diese Erinerungs-Gefühl hoch, noch stärker aber sind es klassische Pfannkuchen mit Kirschen. Aber die Krischen müssen in den Teig, nict oben drauf;) Ich habe es geliebt, besonders weil man dann so schön mit den Kirschkernen spucken konnte. Aber auch nur wenn wir draussen im Garten gegessen haben;)
    Liebe Grüsse,
    Krisi

  3. Liebe Bianca,

    ich habe Dir ja immer gesagt, dass man mit einem guten Waffeleisen wirklich jede Art von Waffeln backen kann, hihi, und ich freue mich sooo sehr, dass Du Dir meinen Tipp zugelegt hast und nun so tolle Backerfolge vermelden kannst. Endlich wieder in Kindheitserinnerungen schwelgen – sooo schön.

    Seit ich dieses Eisen habe, backe ich oft auch ganz spontan Waffeln – egal, welche Zutaten ich zusammenmixe, sie gelingen einfach immer. Dein tolles Rezept werde ich ganz bald ausprobieren.

    Danke für Deinen wunderschön geschriebenen Beitrag und die Rückmeldung.

    Süße Grüße
    Brigitte

  4. Gerade am Wochenende hatte ich Erdbeere-Rhabarber-Kompott und hätte gerne Waffeln dazu gemacht, aber hatte keinen Buchweizen mehr. Wie schön, dass jetzt Dein Rezept kommt, dann kann ich das gleich mal was Neues ausprobieren.

    Es grüßt die Billa

  5. Hallo Krisi,
    dein Erinnerungsessen ist aber auch was Feines! Pfannkuchen gab es bei uns früher auch richtig, richtig oft und wie du habe ich sie geliebt :-). Bei uns gab es dazu jedoch keine Kirschen, sondern Apfelkompott und Zimt. Könnte ich auch mal wieder machen …
    Liebe Grüße
    Bianca

  6. Huhu Brigitte,
    ich habe dir nicht geglaubt, dass das richtige Waffeleisen DEN Unterschied macht – aber es ist wirklich so :-). Ich bin immer noch ganz begeistert und freue mich jetzt endlich wieder darauf, Waffeln zu backen. Vorher war das immer ein ganz schöner Krampf … Ich werde nun auch mal deine Waffelrezepte ausprobieren, da habe ich mich vorher ja nicht so recht rangewagt, weil mein Eisen eh nur Bockmist gemacht hat.

    Noch einmal vielen Dank für deine tolle Empfehlung :-)!

    Liebe Grüße
    Bianca

  7. Huhu Billa,
    schön, mal wieder von dir zu lesen :-). Dein Kompott hätte ich jetzt gern hier – das würde sich super zu meinen Waffeln machen. Danke für diese schöne Anregung und viel Spaß beim Ausprobieren des Rezepts :-).
    Liebe Grüße
    Bianca

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