Ich glaube, ich mag den November. Mir ist durchaus bewusst, dass ich damit vermutlich allein auf weiter Flur stehe (Novemberfans unter meinen Lesern – outed euch doch bitte!). Unter allen Monaten dürfte der November auf der Beliebtheitsskala recht weit unten rangieren. Kein Wunder, er ist dunkel, oft trüb, nebelig, windig, kalt.
Früher konnte ich ihm in der Tat nicht viel abgewinnen. Habe in die allgemeinen Jammer- und Schimpftiraden eingestimmt, das fehlende Licht, die frühe Dunkelheit, den grauen Himmel beklagt.

Irgendwann hat sich auf leisen Sohlen so etwas wie ein Waffenstillstand zwischen dem November und mir eingeschlichen: Er tut mir nichts, ich tue ihm nichts. Kein Grund, im diesigen Herbstgrau Trübsal zu blasen. Im Gegenteil, der November bietet einiges, weshalb man ihn mögen muss. Glaubt ihr nicht? Hier sind meine Gründe, den November ins Herz zu schließen:

Er ist ein waschechter Herbstmonat und gibt niemals vor, etwas anderes zu sein. Während ich im September noch dem Sommer nachtrauere, bin ich im November im Herbst angekommen. Ich kann kleine Geschenke der Natur wieder richtig wertschätzen: Die letzten Äpfel, die am tapferen Apfelbaum hängen und geerntet werden können (Äpfel pflücken im Oktober? Kann doch jeder). Oder die späten Herbstastern, die ein paar Insekten Nahrung bieten. Die Sonne, die völlig überraschend die Wolken durchbricht.

Und nicht zuletzt kann ich im November meine Liebe zur Farbe grau voll ausleben. Die Kissen auf dem Sofa dürfen nun grau sein, die Bettwäsche anthrazit, die Läufer auf dem Tisch ebenfalls und die dunkelgraue Kuscheldecke mit den Sternen macht sich nie so gut auf dem Sofa wie im November. Ich würde unser Haus ja am liebsten das ganze Jahr über in Grau dekorieren. Doch es fühlt sich nie so passend an wie jetzt.

Last but not least: Man kann im November anfangen, sich weihnachtlich und besinnlich zu fühlen. Sich Gedanken über die Weihnachtsdeko machen, von einem merry little christmas träumen und sich Gedanken zu Weihnachtsgeschenken machen. Und das alles ganz ohne Stress. Ohne: „Huch, nur noch fünf Tage bis Weihnachten und ich brauche noch Geschenke für meine Schwägerin, die Schwiegermutti, den Vater und den Hund!“ Nein, im November ist noch massig Zeit und vorweihnachtliche Hektik ein Fremdwort.

Und auch das Gebäck muss noch nicht weihnachtlich sein. Lebkuchen und Vanillekipferl haben noch Zeit. Doch Zimt und Muskatnuss machen sich auch jetzt schon gut in kleinen Leckereien. Es ist wie ein leichtes Vorglühen, bevor es ab dem ersten Advent so richtig rund geht und die Weihnachtsbäckerei auf vollen Touren läuft.

Diese Energyballs sind meine Ode an den November. Kleine Energiespender für zwischendurch, damit man mit einem Lächeln auf den Lippen den Herbsstürmen trotzt. Energyballs sind ja in aller Munde (haha, man beachte den Wortwitz). Sie sind vielseitig, schnell zubereitet und jetzt kommt’s: Im November macht es so überhaupt nichts, wenn ihr ein paar Energyballs mehr esst. Ich meine, wo lassen sich ein paar süße Pfunde mehr denn besser verstecken als unter Kuschelpullis und bequemen Strickkleidern?

Für diese Energyballs kommen softe Medjooldatteln zum Einsatz, die ich mit Chiasamen sowie gemahlenen Erdmandeln kombiniert habe. Erdmandeln, auch unter dem Namen Tigernüsse bekannt, sind eine Gräserart und haben mit Mandeln oder Nüssen nicht viel gemeinsam. Man isst die unterirdisch wachsenden Knollen der Erdmandel, die entweder ganz oder auch gemahlen zu erhalten sind.

Gemahlendes Erdmandelmehl ist eine geniale Zutat. Es hat einen nussigen, leicht süßlichen Geschmack, der – es ist nicht schwer zu erraten – an gemahlene Mandeln erinnert. Wer also keine Nüsse verträgt, kann durch Erdmandelmehl dennoch ein herrliches nussiges Aroma in Backwaren zaubern. Zudem sind Erdmandeln und das aus ihnen hergestellte Mehl sehr ballaststoffreich und ein wahres Fest für die Verdauungsorgane. Zudem liefern Erdmandeln zahlreiche Mineralien und Spurenelemente wie Magnesium, Eisen und Zink.

Herbstliche Energyballs mit Zimt & Erdmandel 

Für ca. 14 kleine Energyballs braucht man:

110 g Medjooldatteln
70 g gemahlene Erdmandeln
1/2 TL Zimt
2 Messerspitzen gemahlene Vanille
1 Messerspitze gemahlene Muskatnuss
1 EL Chiasamen
2 EL Kokosraspel

So geht es:

1. Die Datteln entsteinen und mit den gemahlenen Erdmandeln im Foodprocessor zu einer klebrigen, gut haftenden Masse mixen.

2. Die Dattel-Erdmandelmischung in eine Schüssel geben und mit Zimt, Vanille, Muskatnuss sowie Chiasamen vermengen. Die Masse sollte gut zusammenhalten und leicht klebrig sein.

3. Die Kokosraspel auf einen flachen Teller geben. Aus der Dattel-Erdmandelmasse nun ungefähr 14 kleine Kugeln rollen und diese anschließend in den Kokosraspeln wälzen.

4. Die Energyballs schmecken am besten leicht gekühlt, daher vor dem Servieren am besten für kurze Zeit in den Kühlschrank stellen.

Enjoy ❤! Eure

18 thoughts on “Herbstliche Energyballs mit Zimt & Erdmandel

  1. Sehr schöne gründe, den November zu mögen. Ich höre auch immer wieder, dass der November der meist – gehasste Monat ist. Das verstehe ich aber auch, ich finde den Januar und Februar viel schlimmer. Bei mir ist es im November ganz ähnlich wie bei dir, zumal dann langsam die Vorfreude auf die Weihnachtszeit beginnt und man am Anfang die frühe Dunkelheit noch nicht wirklich nervend, sondern gemütlich und kuschelig findet;) Das ändert sich dann aber eben alles bei ab Januar, weswegen ich diese Monate viel schlimmer finde;)
    Deine Energyballd sehen sehr lecker aus. Ich liebe diese Teilchen, mit Erdmandeln habe ich sie aber noch nie gemacht. Ich habe Erdmantel sogar noch nie probiert, muss mir unbedingt mal eine Packung kaufen!
    Liebe GRüsse,
    Krisi

  2. Liebe Bianca,

    mit dem Waffenstillstand zwischen Dir und dem November bist Du mir wirklich um Längen voraus, denn ich schaffe es einfach nicht, diesen Monat zu mögen. Allerdings genauso wenig, wie Dezember, Januar und Februar – von daher habe ich bzgl. Akzeptanz noch ein ganz großes Stück Arbeit vor mir. 🙂 Meine Bedürfnisse nach Licht und Wärme sind einfach zu groß, als dass Weihnachtsstimmung oder häusliche Gemütlichkeit dagegen anhalten könnten.
    Aber Deine Energiekugeln sehen klasse aus und inzwischen rolle ich auch immer öfter mit den unterschiedlichsten Zutaten, hihi. Danke für diese tolle Anregung mit Erdmandeln und Chia.

    Süße Grüße
    Brigitte

  3. Liebe Bianca!

    Die Sache mit der November-Abneigung kann ich irgendwie ziemlich gut nachvollziehen: Er ist genau der Monat, in dem die Sonne vollends verschwindet (jedenfalls meistens) und sich Kälte, Grauheit und Nässe breitmacht. Brrr! Vor allem, wenn man direkt aus einem goldenen Oktober dort hineingeworfen wird, kann das schon schockierend sein.

    Aber obwohl ich die absolute Frostbeule bin und gefühlt fünf Lagen Kleidung bei dem Wetter tragen muss, mag ich genau diese winterliche Gemütlichkeit, die so langsam einzieht. Ich mache mir auch bereits Gedanken um Weihnachtsgeschenke und genieße es, dass ich sie mir ganz entspannt und ohne Hektik machen und mir noch in Ruhe etwas Liebevolles überlegen kann. 🙂

    Deine Bällchen sehen wirklich klasse aus – mit Erdmandeln habe ich sie noch nicht probiert, obwohl ich aktuell ein wenig davon da habe. Eine tolle Idee, die ich mir gleich einmal merken werde!

    Liebe Grüße
    Jenni

  4. Der Februar ist eindeutig mein am wenigsten geliebter Monat. Da ist dann so viel Sonnen-Defizit über die Monate zusammengekommen, da lache ich im November noch darüber. Aber Energiebällchen sind ein gutes Soulfood, für den beginnenden Herbstblues.
    Ea grüßt die Billa

  5. Huhu Krisi,
    genau, im November kann man sich langsam vorweihnachtlich-besinnlich fühlen. Ich glaube, das hilft durchaus, der Dunkelheit und der Kälte etwas abzugewinnen ;-). Mir geht es also ähnlich – auch bei mir ist dann ab Januar Schluss mit lustig. Dann darf es bitte gern sofort Frühling werden :-).

    Gemahlene Erdmandeln sind eine tolle Backzutat, du kannst mit ihnen zum Beispiel wunderbar gemahlene Mandeln oder sonstige Nüsse ersetzen und erhältst trotzdem ein nussiges, süßliches Aroma. Viel Spaß beim Experimentieren :-).
    Liebe Grüße
    Bianca

  6. Huhu Brigitte,
    mir ging es früher genauso wie dir, ich fand den November einfach nur doof. Wie du weißt, bin ich ebenfalls ein Sonnenkind, dem es gar nicht warm genug sein kann. Daher mache ich es mir im Herbst und Winter eben drinnen warm – wir haben in dieser Zeit fast immer unseren Ofen an und das Holzknistern schafft die tollste, behagliche Wärme. Wenn die Weihnachtszeit vorbei ist, kippt es bei mir meist sehr schnell – dann bin ich der Kälte ruckzuck überdrüssig. Leider sind bei uns Februar und oft auch noch März die schneereichsten Monate. Da wird die Geduld immer wieder auf eine harte Probe gestellt …

    Freut mich, dass ich dir eine kleine Anregung mit diesem Rezept liefern konnte. Wenn du so gern Energyballs machst – verrate auf deinem Blog doch bitte mal dein liebstes Rezept oder habe ich Energyballs dort übersehen? Ich freue mich nämlich ebenfalls immer über neue Anregungen für diese Kügelchen :-).
    Liebe Grüße
    Bianca

  7. Huhu Jenni,
    ja, der November kann ganz schön garstig sein, nicht umsonst wird er von den wenigsten gemocht. In unseren Breitengraden gibt es im November im Grunde zwei Optionen. Option 1: Er ist eine Verlängerung des goldenen Oktobers. So wie letzte Woche, als wir noch einen tollen, sonnigen Ausflug machen konnten. Option 2: Er tut so, als wäre er ein Wintermonat. So wie heute: Schnee.

    Doch so richtig macht mir das gerade nix, denn dann kehrt die von dir genannte winterliche Gemütlichkeit ein. Der kann ich dann durchaus etwas abgewinnen und liebe es, das Haus herbstlich-winterlich zu dekorieren.

    Ja, probiere ruhig mal aus, Energyballs mit Erdmandeln zuzubereiten. Bin gespannt, ob sie dir schmecken ;-).
    Liebe Grüße
    Bianca

  8. Huhu Billa,
    willkommen im Club: Auch bei mir steht der Februar auf der Liste der Lieblingsmonate ganz unten. Leider ist der März hier oft nicht viel besser, da kann es noch recht winterlich zugehen und die schöne winterliche Besinnlichkeit hilft mir da auch nicht mehr weiter ;-).

    Genau, lass uns Kügelchen gegen den Herbstblues rollen – eine feine Beschäftigung!
    Liebe Grüße
    Bianca

  9. Hier, hier! Ich bin November-Fan! JUCHU! Aus allen von dir genannten Gründen mag ich den November: die Farbe grau (die geht mir dann erst im Februar auf die Nerven), die letzten richtig bunten Blätter, das langsame Annähern von Weihnachten (ich mache Weihnachtsvorbereitungen auch am liebsten im November denn nur ohne Stress kann ich sie genießen) und die Besinnlichkeit (ich fange im November schon an, auf das Jahr zurückzublicken und Bilanz zu ziehen). Und ich habe Geburtstag im November – genau an der Schwelle zum Advent <3
    Aso kurz gesagt: Im November genieße ich alles in vollen Zügen, was die kalte Jahreszeit ausmacht. Mein einziger "Feind-Monat" ist der Februar. Da ist Weihnachten schon lange vorbei, der Winter währt gefühlt ewig und der Frühling scheint noch weit und ich leider an chronischem Sonnen-Mangel.
    Die Energy-Balls klingen allerleckerst! Ich sollte mir echt mal welche machen als schnellen Snack, sowas fehlt in meinem Vorrat!
    Liebe Grüße,
    Elisabeth

  10. Ich oute mich jetzt mal als jemand, der den November auch nicht so besonders leiden kann… Was ich dafür umso mehr mag, sind leckere herbstliche Rezepte! Erdmandeln finde ich ebenfalls super. Von daher freue ich mich schon darauf, dein Rezept mal auszuprobieren 🙂

    Liebe Grüße
    Lena | http://www.healthylena.de

  11. Huhu Elisabeth,
    wow, ein Novemberfan! Wie schön :-). Da es dein Geburtstagsmonat ist, bist du natürlich ein wenig voreingenommen, hihi. Ja, die Besinnlichkeit mag ich auch total gern und dass du eine Art Bilanz des Jahres ziehst, finde ich spannend. Das mache ich nämlich wirklich erst um Silvester herum, also auf den letzten Drücker ;-).
    Ja, ran ans Kügelchen rollen – gerade im November kann man Energie doch wirklich gut brauchen (und dann im Februar wieder, wenn man nach Frühling lechzt).
    Liebe Grüße
    Bianca

  12. Huhu Ela,
    danke für deinen Kommentar :-). Es freut mich, dass du nun eine Anregung hast, was du mit (gemahlenen) Erdmandeln anstellen kannst. Ich finde, sie schmecken wirklich prima und haben von Natur aus eine leichte Süße – daher sind sie als Zutat für Gebäck und Kuchen ideal.
    Liebe Grüße
    Bianca

  13. Huhu Lena,
    ich glaube, du bist mit deiner November-Abneigung alles andere als allein ;-). Doch schön, dass du den herbstlichen Rezepten so viel abgewinnen kannst – ich finde nämlich auch, dass es gerade im Herbst unglaublich tolle Gerichte gibt :-).
    Und viel Spaß beim Kugeln rollen!
    Liebe Grüße
    Bianca

  14. Liebe Bianca:)
    hab dich gerade entdeckt:) bin von deinem Blog begeistert:)Was für ein tolles Rezept! ich liebe backen und freue mich schon auf die Weihnachtsbäckerei !!!!
    Wünsche Dir einen schönen Tag
    Liebe Grüße
    Karina

  15. Huhu Karina,
    ich freue mich, dass du mich entdeckt hast und dass dir mein Blog gefällt. Danke für dein liebes Feedback :-). Ich wünsche dir viel Spaß hier und würde mich freuen, wenn dich das eine oder andere Rezept zum Ausprobieren verleitet ;-). Viel Spaß mit der Weihnachtsbäckerei!
    Liebe Grüße
    Bianca

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