Herbstliche Pumpkin Pie – und wie ihr veganen & glutenfreien Mürbeteig herstellt

by kirschbiene-
Ein unfassbar goldener November mit Frühlingstemperaturen ist hier über Nacht einem weißen November gewichen. Doch der frühe Schnee macht mir nix aus. Nö. Zufrieden lehne ich mich zurück und fühle mich ein wenig wie Mama Walton, die ihr Zuhause samt Mann und Kinderschar tiptop auf Vordermann gebracht hat, bevor der Winter kommt. Denn letzte Woche habe ich Blumenzwiebeln gesetzt. 120 kleine Verheißungen auf den nächsten Frühling habe ich in der Erde verbuddelt. Jede Zwiebel hat ein feines, säuberlich ausgehobenes Löchlein bekommen. Jede einzelne wurde behutsam mit Erde sowie einer dünnen Schicht Laub bedeckt und schlafen geschickt. Im ausgehenden Herbst gibt es wenig, das mir den Frühling so nahe bringt. Rückenschmerzen nehme ich dafür gern in Kauf. Die Gartenmöbel warten behütet in der Gartenhütte auf nächstes Jahr und das Laub ist zusammengeharkt und auf Beeten und unter Sträuchern verteilt. Der Winter kann kommen.
Doch, stopp. Noch nicht ganz. Noch ist Zeit für Kürbis, meinen herbstlichen Freund, der sich so gut in Pumpkin Pies macht. Pumpkin Pie gibt mir übrigens ebenfalls dieses Walton-mäßige Gefühl – ein Gefühl von zufrieden machender Einfachheit und Bescheidenheit. Denn Pumpkin Pie ist nicht fancy, ist keine Diva, ist auch nicht brandneu. Und genau das liebe ich so an ihr. Pumpkin Pie macht wohlig zufrieden und gehört zum Herbst wie Heckenrosen und reife Äpfel.
Was für mich an diesem Pumpkin Pie jedoch neu ist, das ist der Mürbeteig. Denn ich habe einen glutenfreien Mürbeteig zubereitet. Zusätzlich zum glutenfreien Reisvollkornmehl habe ich dafür gemahlene Cashewkerne verwendet, die den Mürbeteig sehr zart und fein werden lassen, genauso, wie er sein soll.
Im Folgenden möchte ich euch ein paar Tipps geben, wie ihr einen veganen, glutenfreien Mürbeteig zaubern könnt, der auf der Zunge zergeht.
1. Mürbeteig ist ganz allgemein der perfekte Teig, wenn es ums vegane Backen geht. Eier lassen sich hier nämlich leicht ersatzlos streichen. Für die Bindung des Teigs sorgen Fette und Flüssigkeit. Da Mürbeteig nicht aufgehen soll, ist auch die Fähigkeit von Eiern, einem Teig u. a. Volumen zu geben, nicht nötig.
2. Glutenfreien Mehlen fehlt, wie der Name schon sagt, das Gluten – also das Klebereiweiß. Das heißt, wir müssen die „Klebkraft“ auf andere Weise in den Teig bringen. Nur ein glutenfreies Mehl zu verwenden, würde nicht funktionieren, da ihm die Fähigkeit fehlt, ein „Klebergerüst“ zu bauen, das die einzelnen Bestandteile des Teigs zusammenhält. Als Bindemittel kommen verschiedene Lebensmittel in Frage, z. B. gemahlene Leinsamen, Johannisbrotkernmehl, gemahlene Chia Samen oder auch Tapiokamehl. Diese Bindemittel werden in geringen Mengen benötigt, oft genügen bereits wenige Tee- oder Esslöffel.
3. Des Weiteren ist es beim glutenfreien Backen sinnvoll, einen gewissen Anteil Stärkemehl (Speisestärke) zu verwenden. Stärkemehle sind z. B. Maisstärke oder Kartoffelstärke, die oft zum Binden von Suppen oder Puddings Verwendung finden. In Kuchenteigen sorgen sie ebenfalls für Bindung und machen diese zudem feinporiger. Der Anteil an Stärkemehln variiert, ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, wenn ein Viertel bis ein Drittel der Mehlmenge ein Stärkemehl ist.
Für das Rezept wird Kürbispüree benötigt, das ihr leicht selbst herstellen könnt. Für diese Pumpkin Pie habe ich Hokkaido verwendet, weil er farblich und geschmacklich einfach ein Knaller ist. Die zauberhafte Lynn von Heavenlynnhealthy hat hier ganz wunderbar beschrieben, wie ihr einen Hokkaido ruckizucki in feines und vielseitig verwenbares Kürbispüree verwandelt:
1. Hokkaido halbieren und Kerne entfernen.
2. Die Kürbishälften mit dem Fruchtfleisch nach unten auf das Backblech legen. Am besten legt ihr euer Blech vorher mit Backpapier aus. 
3. Die Kürbishälften nun ca. 40 Minuten bei 180° C Umluft in den Ofen schieben. Die Backzeit kann variieren, ich hatte meinen Hokkaido eine Stunde im Ofen, bis er die gewünschte weiche Konsistenz hatte. Zwischendurch also einfach mal kontrollieren, ob das Fruchtfleisch weich ist.
4. Sobald das Fruchtfleisch weich ist, das Blech aus dem Ofen holen und den Kürbis abkühlen lassen.
5. Dann das Fruchtfleisch herausschaben, in einen Mixer geben und ggf. mit etwas Wasser zu einem sämigen Püree mixen.
Ein grober Richtwert für euch: Für 250 g Kürbispüree habe ich 600 g Hokkaido benötigt.
Herbstliche Pumpkin-Pie
Für eine Pieform (24 cm Durchmesser) braucht man:

Für den Teig:
125 g Reisvollkornmehl
100 g Cashewkerne
50 g Kartoffelmehl (Kartoffelstärke)
1 gehäuften TL Johannisbrotkernmehl
1 EL Ahornsirup
40 g Kokosöl

Für die Kürbisfüllung:
250 g Kürbispüree
120 ml Kokosmilch
65 ml Ahornsirup
1 TL Zimt
1/2 TL Vanille
2 gute Prisen Muskatnuss
1 Messerspitze Kardamom
1 leicht gehäuften EL Maisstärke

Für die Schokoladenglasur:
1 EL Ahornsirup
1 TL Kokosöl
1 EL Kakaopulver

So geht es:
1. Die Cashewkerne im Foodprocessor oder im Mixuntersatz des Pürierstabs fein mahlen.

2. Das Kokosöl in einen kleinen Topf geben und bei niedriger Temperatur schmelzen, dann abkühlen lassen.

3. Die gemahlenen Cashewkerne, das abgekühlte Kokosöl und alle anderen Zutaten für den Teig in eine Schüssel geben und zu einem krümeligen Teig verarbeiten. Die Zutaten sollten, wenn man sie zusammendrückt, zusammenhalten. Sollte die Masse noch zu krümelig sein, etwas Wasser hinzufügen (nur ganz wenig – der Teig soll bröselig bleiben). Den Teig in eine mit Backpapier ausgekleidete Pieform geben und mit den Händen andrücken. Der Rand sollte ca. 2 cm hoch sein. Den Teig mit einer Gabel ungefähr ein Dutzend Mal einstechen und für eine Viertelstunde ins Eisfach stellen.

4. Den Backofen auf 175° C bei Ober- und Unterhitze vorheizen.

4. In der Zwischenzeit das Kürbispüree mit allen anderen Zutaten in einen Mixer geben und zu einer cremigen Masse mixen. Fühlt euch frei, andere Gewürze hinzuzunehmen, wie gemahlene Nelken oder Ingwerpulver – erlaubt ist, was euch schmeckt.

5. Nach der Viertelstunde Kühlzeit die Pieform aus dem Eisfach nehmen und die Kürbismasse hineingeben, die Oberfläche mit einem Teigschaber oder einem Messer glatt streichen.

6. Die Pie nun 40 Minuten backen. Nach der Backzeit aus dem Ofen holen, abkühlen lassen und in den Kühlschrank stellen. Die Pie über Nacht im Kühlschrank stehen lassen, so hat sie am nächsten Tag die perfekte Konsistenz.

7. Am nächsten Tag die Pumpkin Pie mit etwas Schokoladenglasur verzieren. Für die Glasur das Kokosöl zusammen mit dem Ahornsirup in einen Topf geben, erhitzen und mit einem Schneebesen verquirlen. Den Kakao hinzugeben, kräftig verrühren und die Glasur auf die Pie träufeln.

Enjoy ❤! Eure
 

kirschbiene

8 Comments

  1. leafysoul

    Liebe Kirschbiene,

    das sieht prima aus! Glutenfreier Mürbeteig ist wirklich lecker und wie du schon so schön schreibst, ganz leicht herzustellen 🙂 Mahlst du dein Mehl eigentlich auch selbst? Oder steht das schon irgendwo und ich habs überlesen?
    Alles Liebe!
    Lucy

    24 . Nov . 2015
  2. Lynn | Heavenlynn Healthy

    Oh, meine Liebe, das sieht einfach wundervoll aus! Die Farbe von Kürbis ist aber auch etwas besonderes! Vielen Dank auch für die Verlinkung!
    Eine schöne Woche wünsche ich dir!

    24 . Nov . 2015
  3. Billa

    Wie toll! Ich habe gerade nach glutunfreien und veganen Mürbeteig gesucht, weil ich mein eigenes Rezept nicht mehr finde : ( Ich habe nämlich ein paar Plätzchenrezepte, die ich "umwandeln" möchte.
    Es grüsst die Billa

    24 . Nov . 2015
  4. Krisi

    Sieht sehr lecker aus, ich liebe Kürbis Pie. Dieses Jahr das erste Mal probiert und seitdem begeistert..Habe es auch mit Kokosmilch gemacht, ich finde Kürbis und Kokosmilch passt einfach perfekt!
    Liebe Grüsse,
    Krisi

    24 . Nov . 2015
  5. Kirschbiene

    Hej Lucy!
    Mürbeteig war schon immer einer meiner liebsten Teige, daher bin ich so was von froh, dass er auch glutenfrei so gut funktioniert. Wie es da mit Rühr- und Hefeteig aussieht, weiß ich noch nicht. Aber da kann ich ja auf deiner Seite schauen kommen :-).
    Mein Mehl mahle ich nicht selbst. Aber du bringst mich auf Ideen…! Machst du das etwa?
    Buchweizen wird bei mir allerdings frisch gemahlen, in einer kleinen Kaffeemühle, in der ich auch Leinsamen und ähnliches Körnerzeug mahle. Funktioniert super und ich liebe frisch gemahlenen Buchweizen, hmmmm…
    Liebe Grüße
    Kirschbiene

    24 . Nov . 2015
  6. Kirschbiene

    Hej Lynn,
    schön, dass du die Verlinkung "gefunden" hast. Ich wollte dir auf deiner Seite noch Bescheid geben, aber du warst schneller :-). Deine Anleitung für Kürbispüree ist halt einfach gut – simpel und effektiv. Ich möchte es unbedingt noch einmal zubereiten und überlege schon, was sich wohl noch alles damit zaubern lässt. Ich glaube, du hattest geschrieben, dass sich Kürbispüree auch gut einfrieren lässt – das steht schon auf meiner To-do-List :-).
    Liebe Grüße
    Kirschbiene

    24 . Nov . 2015
  7. Kirschbiene

    Hej Billa,
    jetzt habe ich dich erst "erkannt" – Mensch, ich habe doch schon seit ein paar Monaten dein Kochbuch hier stehen. DU bist das, wie cool ist das denn :-)?!
    Von deinen "umgewandelten" Plätzchenrezepten höre ich dann übrigens gern ;-). Es würde mich sehr interessieren, ob sich dieser Teig dafür eignet – er ist eben ein ziemlicher "Pie-Teig", seeehr mürbe (oder wie mein Liebster meinte: "Boah, der zergeht ja auf der Zunge"). Lass es mich wissen, ok?
    Liebe Grüße
    Kirschbiene

    24 . Nov . 2015
  8. Kirschbiene

    Hej Krisi,
    das ist ja witzig – ich bin auch ein Kürbis Pie Neuling. Ich habe dieses Jahr zum ersten Mal Kürbis Pie selbst gemacht. Und erst letztes Jahr zum ersten Mal probiert *lach*. Manchmal frage ich mich ernsthaft, ob ich in einer Höhle lebe. Wie kann so etwas Leckeres so lange an mir vorbei gegangen sein ;-)? Ich bin froh, dass es nicht nur mir so geht. Nun ja, man kann es auch positiv sehen, es gibt noch viel zu entdecken! Auf die Entdeckungen :-).
    Liebe Grüße
    Kirschbiene

    24 . Nov . 2015

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