Könnt ihr auf die Frage: „Stadt oder Land?“ eine eindeutige Antwort geben? Wenn man mich fragt, ob ich ein Stadt- oder Landmensch bin, würde ich mit hoher Wahrscheinlichkeit „Land“ antworten. Natur, Weite, Ruhe – sie sind mein Motor. Ohne sie würde ich nicht funktionieren. Ich brauche Bewegung in der Natur, jeden Tag, sonst fühle ich mich schnell verloren.
Von Zeit zu Zeit sticht mich jedoch der Hafer und ich benötige Großstadtluft, Lärm, Menschenmengen (klingt, wenn man es so aufschreibt, weit weniger verlockend als es ist). Wo, wenn nicht in New York, gibt es Großstadtflair im Übermaß? Und wo, wenn nicht in New York, kann man als Veganer hemmungslos schlemmen? Es war am Big Apple, wo ich zum ersten Mal bewusst Rohkostkuchen wahrgenommen (und gegessen habe). Allein für diese denkwürdige kulinarische Begebenheit muss ich diese überdrehte Stadt lieben.
Es war ein glutenfreier, veganer Peanutbutter-Cheesecake, den mir die freundliche, aber etwas hektische Bedienung brachte. Im Grunde nur ein Stück Kuchen, aber wow, er schmeckte nach dem Himmel auf Erden. Schokoladig, cremig, üppig.
Ich weiß noch, dass ich nach dem ersten Bissen dachte: „Das kann nicht sein.“ Nach dem zweiten Bissen dachte ich gar nichts mehr, da gab es nur noch diesen Kuchen und mich.
Meine Liebe für vegane Rohkostkuchen habe ich aus New York mit nach Hause gebracht. In die beschauliche Ruhe meiner Küche. Wo ich mit der Natur vor der Nase rohe Kuchen und Törtchen zubereite und mich jedes Mal aufs Neue auf das Ergebnis freue.
Vegane Rohkostkuchen haben nämlich einfach alles, was mein Herz begehrt. Sie sind in der Regel glutenfrei. Großer, großer Pluspunkt. Sie sind gespickt mit Zutaten, die gut für uns sind. Nüsse, Samen, Trockenobst, frische Früchte, Gewürze wie Zimt und Vanille, Kakaopulver – die Liste an möglichen Zutaten ist lang und im Zusammenspiel ergeben sie vollwertige, nahrhafte Kuchen und Torten (mit vielen Kalorien, aber hey, es sind verdammt GUTE Kalorien).
Für dieses Himbeer-Cashewtörtchen musste es ein Boden aus Buchweizen sein. Buchweizen ist ein Knöterichgewächs und glutenfrei. Sein leicht nussiger Geschmack ist unverwechselbar und bildet in diesem Rezept ein markantes Gegengewicht zur fruchtig-milden Creme. Ich habe Buchweizenflocken verwendet, die sich im Food Processor easypeasy mahlen lassen. Buchweizenflocken lassen sich im Biomarkt oder Reformhaus finden.
Die Füllung des Törtchens besteht aus zwei Teilen. Einer Cashew-Kokos-Creme und einer Himbeer-Kokos-Creme. Wobei Letztere ganz einfach dadurch entsteht, dass einem Teil der Cashew-Kokos-Creme ein paar Himbeeren untergeschoben werden.
Auch, wenn es bei Rohkostkuchen manchmal nicht so aussieht: Ihr werdet feststellen, dass die Zubereitung ziemlich einfach ist. Das gilt auch für dieses Rezept. Dadurch, dass die Cashewkerne im Vorfeld eingeweicht werden, kommen auch für weniger leistungsstarke Mixer mit ihnen zurecht. Zudem werden sie mit ausreichend Flüssigkeit gemixt, was ebenfalls eine große Hilfe ist, falls ihr keinen Hochleistungsmixer euer Eigen nennt.
Himbeer-Kokostörtchen mit Buchweizen
Für eine Springform (16 cm Durchmesser) braucht man:
100 g Buchweizenflocken
110 g Datteln (idealerweise Medjool-Datteln)
200 g Cashewkerne
150 g Kokoscreme (die feste Masse, die beim Kühlen von Kokosmilch entsteht)
90 ml Kokoswasser (die Flüssigkeit, die in der Dose übrig bleibt)
1 EL Zitronensaft
70 ml Ahornsirup
1/2 TL Vanille
100 g TK-Himbeeren
1 EL Kokosöl
1 EL Ahornsirup
2 EL Kakaopulver
So geht es:
1. Zunächst werden zwei Dinge vorbereitet: Eine Dose Kokosmilch in den Kühlschrank stellen, am besten über Nacht. So kann sich der feste Teil, die Kokoscreme, vom flüssigen Wasser absetzen. Wir benötigen für das Rezept später beides, Kokoscreme und Kokoswasser.
Die Cashewkerne in eine Schüssel geben und mit kaltem Wasser begießen. Die Cashewkerne 4-6 Stunden einweichen.
2. Die Himbeeren aus dem Eisfach nehmen und antauen lassen.
3. Die Buchweizenflocken in einen Food Processor oder den Mixuntersatz des Pürierstabs geben. Die Flocken zu einem groben Mehl zermahlen. Die Datteln entsteinen, grob zerkleinern und in den Food Processor geben. So lange mixen, bis eine krümelige Masse entsteht, die beim Zusammendrücken zwischen den Fingern etwas klebrig ist und zusammenhält.
3. Den Boden einer Springform mit Backpapier bedecken. Die Buchweizen-Dattel-Masse in die Form geben und mit den Fingern flach drücken, so dass ein Tortenboden entsteht. Bis zur weiteren Verwendung in den Kühlschrank stellen.
4. Die eingeweichten Cashewkerne in einem Sieb abtropfen lassen und in den Mixer geben. Die Dose Kokosmilch aus dem Kühlschrank holen. Nach dem Öffnen der Dose den oberen, festen Teil mit einem Löffel abschöpfen. Von dieser Kokoscreme 150 g in den Mixer geben. Von der Kokosflüssigkeit 90 ml hinzugießen (den Rest anderweitig verwenden, z. B. für einen Smoothie). Nun noch 70 ml Ahornsirup, den Esslöffel Zitronensaft sowie die Vanille in den Mixer geben. Alle Zutaten zu einer möglichst geschmeidigen Creme mixen.
5. Die Springform aus dem Kühlschrank nehmen und ca. 2/3 der Cashew-Kokoscreme hineingießen.
6. Die angetauten Himbeeren zur restlichen Cashew-Kokoscreme in den Mixer geben. Die Zutaten erneut mixen. Nun die Himbeercreme in die Springform geben. Es macht nichts, wenn sich beide Cremes etwas vermischen, im Gegenteil, das ergibt einen hübschen Effekt.
7. Das Törtchen bis zum Anschneiden ins Eisfach stellen. Ich empfehle mindestens 3-4 Stunden, damit die Creme fest werden kann.
8. Wenn die Creme fest ist, mit einem Messer am inneren Rand der Springform entlang fahren und das Törtchen vorsichtig lösen. Das Törtchen auf eine Kuchenplatte geben und nun noch den Schokoguss zubereiten. Dafür einen Esslöffel Ahornsirup gemeinsam mit einem Esslöffel Kokosöl in einem Topf schmelzen und das Kakaopulver mit einem Schneebesen unterrühren. Etwas abkühlen lassen und dann die Torte damit verzieren.
Enjoy ❤! Eure
 

8 thoughts on “Himbeer-Kokos-Törtchen mit Buchweizen (roh & glutenfrei)

  1. Hej Krisi, danke für deinen Kommentar :-). Ein Spruch lautet doch: "Reisen bildet." Ich würde sagen, da ist was dran. Im Urlaub lernt man mitunter tolle Dinge kennen, wie z. B. Rohkostkuchen ;-). Probiere Rohkostkuchen doch auch mal Zuhause aus, klappt gut!
    Liebe Grüße
    Kirschbiene

  2. Huhu Lynn, ich freue mich sehr, dass dir das Rezept gefällt! Und wie cool ist das denn, dass es auch noch "deine" Zutaten enthält? Schön, dass mein Törtchen dir den Mund wässrig macht, das war Absicht :-).
    Liebe Grüße
    Kirschbiene

  3. Gerade habe ich Deinen schönen Blog mit den tollen Rezepten entdeckt… ich freue mich immer über neue Inspirationen und wunderbare Fotos aus der veganen Ecke… und Menschen, die wie ich versuchen zu zeigen, das vegane Ernährung lecker ist!
    Es grüsst die Billa

  4. Hallo Bianca!
    Beim Stöbern durch deinen Blog habe ich gerade dieses leckere Küchlein entdeckt und kann mich meiner Begeisterung nicht enthalten – vor kurzem habe ich einen ähnlichen Kuchen gebacken – allerdings habe ich ein bisschen zu wenige Kokosöl genommen, denn er ist nicht richtig fest geworden. Die Zutatenliste ist an sich aber verblüffend ähnlich. Manchmal kommt man unabhängig voneinander auf dieselben guten Ideen. 🙂

    Liebe Grüße
    Jenni

  5. Huhu Jenni,
    echt, dein Himbeer-Törtchen war meinem – unbekannterweise – ähnlich? Das ist wirklich witzig! Und zeigt einfach, dass wir beide einen unfassbar guten Geschmack haben oder nicht ;-)?
    Ja, die richtige Menge Kokosöl ist wichtig, aber auch die ideale Verweildauer in Kühlschrank oder Eisfach. Da hat jedes Törtchen durchaus etwas andere "Ansprüche".
    Ganz liebe Grüße
    Bianca

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