Oatmeal mit gebratener Zimtbanane, Kakao-Nibs und Blaubeeren

by kirschbiene-

Auf den meisten Foodblogs geht es inzwischen herbstlich zu, Rezepte mit Kürbis und Wurzelgemüse tauchen auf, die Gerichte werden deftiger und wärmender, Gewürze wie Chili und Curry kommen zu neuen Ehren. Wie immer – ich bin spät dran und noch ganz und gar nicht auf Herbst eingestellt. Letzte Woche noch gab es hier Zitroneneis bei warmen Sommertemperaturen und man konnte den Eindruck bekommen, der Herbst liege in weiter Ferne und falle dieses Jahr womöglich einfach aus.
Dabei hat er sich durchaus seit einiger Zeit leise, aber unmissverständlich angekündigt. Vor allem morgens, auf der ersten Runde mit unserem Hund durch Wald und Wiesen, hat mich die frische Herbstluft in der letzten Zeit  regelrecht angesprungen und mir gezeigt, dass der Sommer dabei ist, den Rückzug anzutreten. Habe ich wohl verdrängt. Mich machen diese Tage immer leicht melancholisch, diese Zeit, in der ich merke, dass die Luft kühler, die Sonnenstrahlen weniger wärmend und die Morgennebel hartnäckiger werden. Grmpf. Ich bin ein Kind des Sommers und blühe bei Wärme & Hitze auf. Merke ich, dass meine liebste Jahreszeit langsam vorbei ist, stimmt mich das sentimental und ich brauche einen Moment, um den Herbst Willkommen zu heißen.
Kennt ihr „Summer moved on“ von der norwegischen (Ex)Band „A-ha“? Das ist ja meine persönliche Abschiedshymne vom Sommer. Ich oute mich: Ich habe „A-ha“ geliebt. Seit ich denken kann. Auf dem Schulweg haben meine Klassenkameradin und ich früher die Hits von „A-ha“ rauf und runter gesungen. Zuhause liefen die Lieder in Dauerschleife bei mir. Meine Klassenkameradin war dankbarerweise ebenfalls völlig bekloppt nach dieser Band. Sie wohnte eine Straße weiter als ich und bevor sich unsere Wege nach der Schule trennten, hatten wir mindestens ein aktuelles Lieblingslied von A-ha gesungen, die Texte konnten wir natürlich im Schlaf auswendig. Schon merkwürdig, welche Gedanken beim Herbstanfang aufploppen, oder?
Tja, nicht nur, dass sich „A-ha“ in mein Herz gesungen haben, ich habe auch eine recht eigene, verquere Jahreszeitenlogik, denn: Ich mag herbstliche Aktivitäten im Grunde viel lieber als sommerliche. Freibad und Badesee – ach nööö. Ein Spaziergang bei leichtem Nieselregen, heißen Tee mit Ingwer trinken und schaurig-düstere Kriminalromane lesen, eingewickelt in eine Decke: Yes. Die Beschaulichkeit, die Ruhe, das Insichgekehrtsein – das macht mir den Herbst sympathisch. Sehr sogar. Sagt jetzt nichts. Auch ein Sommerkind kann sich für den Herbst erwärmen.
Wen wundert es also, dass ich herbstlich-wärmende Speisen ganz, ganz toll finde? Frei nach dem Motto: Iss dir den Herbst schön! Und was soll ich sagen – funktioniert. Ganz oben auf meiner Liste stehen im Herbst, Winter und auch noch im Frühjahr wärmende Speisen zum Frühstück. Kann ein nieseliger, nebliger, grauer Tag besser beginnen als mit einer Schale voll warmer Glückseeligkeit? Wohl kaum. Glutenfreies Oatmeal ist für solche Tage einfach perfekt. Oatmeal klingt wesentlich charmanter als der Begriff „Haferbrei“, gell? Dabei ist dieses Frühstück im Grunde nichts anderes, vermutlich würden unsere Mütter und Großmütter nun sagen, dass sie schon früher mit Haferbrei großgezogen wurden und das Ganze so neu nun auch wieder nicht sei. Stimmt. Ich wette aber, sie hatten nie und nimmer so einen fabulösen Haferbrei wie diesen hier. Nicht nur, dass er mit wenigen Zutaten auskommt und schnell zubereitet ist, er ist vollgepackt mit gesunden Zutaten, die dem Körper Energie und Kraft geben.
Ich mag vor allem, dass man diesem Oatmeal keinerlei Zucker zugeben muss – weder Ahornsirup, noch Reissirup, noch sonst irgendwas. Die natürliche Süße von Banane und Reismilch genügen mir völlig, der Zimt sorgt für ein rundes, wärmendes Aroma und die Kakao-Nibs sind wahrlich Pflicht – sie sorgen für einen tollen Kontrast zum cremig-weichen und süßen Oatmeal, da sie knusprig und im Geschmack eher herb sind. Falls sich jemand fragt, was Kakao-Nibs sind: Es handelt sich dabei um kleine Stückchen, die aus der Kakaobohne herausgebrochen werden. Ihr Geschmack ist der pure, feinherbe Kakaogeschmack – sie sind ungesüßt, frei von sonstigen Zusatzstoffen und daher ein wahres Superfood. Wie ihr wisst, ist Kakao (und damit meine ich nicht den mit Zucker und sonstigen Zusätzen versehenen Quatsch) reich an Antioxidantien, Mineralien wie Magnesium und Calcium sowie sekundären Pflanzenstoffen wie z. B. Serotonin. Wenn möglich, kauft Kakao-Nibs in Rohkostqualität, um auch wirklich in den vollen Genuss aller Qualitäten dieser kleinen Schätze zu kommen.
Für 2 Personen braucht man:
100 g glutenfreie Haferflocken
1 EL mildes Öl, z. B. Rapsöl
1 reife, mittelgroße Banane
1 leicht gehäuften TL Zimt
375 ml ungesüßte Reismilch
2 EL Kakao-Nibs
2 EL Blaubeeren
1 EL Kakaopulver, ungesüßt
So geht es:
In einem Topf das Öl erhitzen. Währenddessen die Banane schälen und in grobe Stücke schneiden, dann in den Topf geben. Die Banane mit dem Zimt bestäuben und mit einem Löffel etwas platt drücken. Bei mittlerer Hitze die Banane ca. zwei bis drei Minuten braten, bis die Stückchen zerfallen und etwas breiig sind. Die glutenfreien Haferflocken hinzugeben und mit der Reismilch aufgießen. Das Ganze kurz aufkochen lassen, dann die Hitze auf mittlere Temperatur reduzieren. Das Oatmeal unter gelegentlichem Umrühren kurze Zeit leicht simmern lassen. Je nachdem, wie die gewünschte Konsistenz sein soll, dauert das Köcheln fünf bis acht Minuten. Den fertig eingedickten Haferbrei auf zwei Schalen verteilen und mit Kakaopulver, Kakao-Nibs und Blaubeeren bestreuen. Sollte jemandem das Oatmeal nicht süß genug sein – etwas Dattelsirup passt geschmacklich sehr gut dazu.

Enjoy ❤! Eure
 

kirschbiene

Hinterlasse mir einen Kommentar

Your email address will not be published. Required fields are marked *