Wer mich und/oder meinen Blog kennt, der weiß, dass es bei mir gewaltig knirscht, wenn der Herbst vor der Tür steht. Ich bin ein Sommerkind und liebe die Wärme. Nicht leicht also für jemanden, sich mit Herbststürmen und Temperaturstürzen anzufreunden, der sogar im Hochsommer Socken gegen kalte Füße trägt. Normalerweise hadere ich an dieser Stelle gern. Habe ich dieses Jahr auch wieder getan, denn der Abschied von Hitze, Heuschreckenkonzerten und Himbeeren fällt mir nun einmal schwer.

Ich habe dieses Jahr also beschlossen, so richtig in Erinnerungen an den geliebten Sommer zu schwelgen und mir dabei zu sagen: „Alles gut gemacht.“ Denn natürlich gibt es immer noch 100 weitere Dinge im Sommer zu tun, zahlreiche Sommer-Events zu besuchen, Gartenpartys zu feiern und  Sonnenstrahlen zu sammeln. Da schleicht sich bei mir schnell das Gefühl ein, etwas zu verpassen und gar nicht alles schaffen zu können, ein Sommer ist kurz. Kennt jemand dieses Gefühl?

Insofern halte ich das Hadern etwas auf Abstand, es tut eh nicht gut. Und freue mich darüber, dass ich gefühlt ganz viel Sommer mitgenommen habe. Da war nämlich viel Schönes dabei: Glühwürmchen auf dem Nachtspaziergang bewundern, im Dunkeln auf der Wiese liegen – mit Hund und Mann neben mir – und in den Sternenhimmel schauen, bei Hitze durchs Himbeerfeld laufen und Himbeeren ernten als gäbe es kein Morgen, unzählige Sträuße mit Sommerblumen im Haus verteilen und noch einiges mehr.

Als Foodblogger ist man vielleicht nicht ganz uneigennützig, wenn man viele Sommerbeeren erntet und einfriert. Das hat den Charme, in jeder beliebigen Jahreszeit mit ihnen backen zu können, sie zu Smoothies zu geben, übers Oatmeal zu streuen und Desserts damit zuzubereiten. So toll ich Pflaumen, Feigen & Co finde – für mich sind vor allem Blaubeeren und Himbeeren unschlagbar.

Natürlich sind auch schon Pflaumencrumble, Kürbis-Muffins und Kürbis-Pie hier durch die Küche gerauscht, der Herbst lässt sich nicht leugnen. Bevor es hier aber an die Herbstrezepte geht, muss ich noch diesen Kuchen verbloggen, weil es zu schade wäre, ihn in der Sommerversenkung verschwinden zu lassen. Zudem schmeckt er in jeder Jahreszeit, denn durch die Beeren hat er zwar etwas Sommerliches, doch die mit Kokosmilch zubereitete Creme gibt ihm eine Üppigkeit, die ebenso zu kuscheligen Herbstnachmittagen auf dem Sofa passt. Und mit tiefgefrorenen Blaubeeren lässt er sich sowieso zu jeder Jahreszeit zubereiten.

Für die Füllung der Schnitten kommt unter anderem Kokosmilch aus der Dose zum Einsatz. Je nach verwendeter Marke befindet sich im oberen Bereich der Dose ein Anteil von Kokosmilch mit festerer Konsistenz. Oft ist dies bereits bei ungekühlten Dosen der Fall, dass es zwei Schichten aus festerer und flüssiger Kokosmilch gibt – ich habe bisher erst eine Marke erwischt, bei der es eine solche feste Schicht nicht gab. Um auf Nummer Sicher zu gehen, empfehle ich daher, die Kokosmilch bereits am Vorabend in den Kühlschrank zu stellen. So bilden sich bis zur Verwendung die gewünschten zwei Schichten.

Für dieses Rezept ist nur die obere, festere Schicht interessant. Wenn ihr nicht gerade vorhabt, am selben Abend noch ein Curry mit der restlichen Kokosmilch zuzubereiten, könnt ihr sie auf zwei Arten aufbewahren:
1. Füllt sie entweder in ein Behältnis um, das ihr mit einem luftdichten Deckel verschließen könnt. Auf diese Weise hält sich die Kokosmilch im Kühlschrank zwei bis drei Tage.
2. Eine andere Alternative, die super zum Aufbewahren geeignet ist, ist das Einfrieren. Füllt die Kokosmilch einfach in einen Eiswürfelbehälter und stellt ihn ins Gefrierfach. Sobald die Würfel durchgefroren sind, könnt ihr sie einen Gefrierbehälter umfüllen und habt somit jederzeit kleine Kokosmilchportionen parat. Ihr könnt sie einfach tiefgefühlt verwenden, wenn ihr zu einem späteren Zeitpunkt damit etwas kochen wollt.
Doch nun genug von zugegebenermaßen köstlichen Currys – lasst uns diese dekadenten Schnitten zubereiten :-).

Rohe Kokos-Blaubeer-Schnitten mit Schokoguss

Für eine quadratische Form (ca. 16 x 16 cm) braucht man:

Für den Boden:
150 g Mandeln
50 g glutenfreie Haferflocken
30 g Kokosraspel
30 g Kokosöl, geschmolzen
2 EL Agavensirup

Für die Blaubeerfüllung:
225 g Cashewkerne (zuvor 2-4 Stunden in Wasser eingeweicht und abgetropft)
125 g Kokosmilch (der feste Teil, der sich oben in der Dose absetzt)
3 EL Ahornsirup
50 g Blaubeeren
30 g Kokosöl

Für den Schokoguss:
30 g Schokotröpfchen/Chocolate Chips
2 leicht gehäufte EL Kakaopulver
2 EL Kokosöl
2 EL Ahornsirup
1 EL Cashesmus

So geht es:

1. Mandeln, Haferflocken und Kokosraspel im Foodprocessor zu Mehl mahlen. Mit dem geschmolzenen Kokosöl und Agavensirup in eine Schüssel geben und kurz zu einem klebrigen Teig verkneten. Den Teig in eine mit Backpapier ausgelegte Form geben und mit den Händen flach drücken.

2. Alle Zutaten für die Blaubeerfüllung in den Foodprocessor oder Mixer geben. Solange mixen, bis eine cremige Masse entsteht. Die Blaubeermasse auf den Boden streichen und die Form zunächst für 15 Minuten ins Tiefkühlfach stellen. Wer mag, gibt zunächst nur die Hälfte der Blaubeeren in den Mixer, um eine hellere Cremeschicht zuzubereiten. Anschließend wird mit der zweiten Hälfte der Beeren dann die dunklere Schicht zubereitet und beide Schichten nacheinander auf den Boden gegeben.

3. Für den Schokoguss alle Zutaten in ein kleines Töpfchen geben und auf dem Herd bei niedriger Hitze schmelzen. Dabei regelmäßig umrühren. Sobald alle Zutaten miteinander verbunden sind, den Guss auf die Blaubeerschicht gießen und mit einem Teigspatel glatt streichen.

4. Die Kuchenform für mindestens zwei Stunden ins Tiefkühlfach stellen. Vor dem Anschneiden ungefähr 10 Minuten bei Zimmertemperatur antauen lassen.


Enjoy ❤! Eure
 

4 thoughts on “Rohe Kokos-Blaubeer-Schnitten mit Schokoguss

  1. Liebste Bianca,

    wenn SommerliebhaberInnen über den Sommer schreiben bzw. an ihn denken, dann kann nur so etwas Zauberhaftes herauskommen. Du versetzt mich mit Deinem Beitrag auf flimmernd heiße Straßen, an kühlende Seen und vor üppige Beerensträucher. Ich habe auch "alles richtig gemacht" und hatte einen fantastischen Sommer. Ich habe jede Minute genossen, aufgesogen und in mir gespeichert. Trotzdem bin ich traurig im Moment – im Abschiednehmen bin ich einfach nicht gut.
    Deine Schnitten sehen wieder mal großartig aus und wie Du Dir denken kannst, werde ich sie ganz bald ausprobieren. Ich freue mich schon jetzt auf diese kleine Reise zurück in den Sommer. Danke dafür!
    Ich schicke Dir sonnige und allerliebste Grüße!
    Brigitte

  2. Huhu Brigitte,
    ich freue mich sehr, dass ich dich kurz in den Sommer zurückversetzen konnte :-). Und dein Sommer klingt fantastisch – es leben die fabelhaften Erinnerungen! Das Tolle ist, wir können durch unsere Speisen jederzeit ein bisschen Sommer aufleben lassen ;-). Daher wünsche ich dir ganz viel Spaß beim Zubereiten dieser Schnitten!
    Liebe Grüße
    Bianca

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.