Egal, wie lange ich verreist war, wie viele tolle Orte ich gesehen und interessante Menschen ich unterwegs getroffen habe: Nach der Rückkehr in mein Zuhause freue ich mich jedes Mal aufs Neue auf meine Küche. Ich finde es auch toll, wieder in meinem Bett zu schlafen oder mich in mein Sofa zu kuscheln. Doch von allen Räumen ist es ganz klar die Küche, die ich stets am meisten vermisse. Und streiche dann auch zur Begrüßung über die Arbeitsflächen, lächele meine Vorratsgläser an und nicke meinem Mixer zu.

Für eine Foodbloggerin vielleicht nicht ungewöhnlich, diese Küchenliebe. Doch schon lange, bevor ich auch nur ans Bloggen dachte, haben Küchen mich in ihren Bann gezogen. Ich weiß nicht, ob es einfach nur die Nähe zu etwas Essbaren ist oder ob von Ofen, Herd und Vorratsgläsern ein unbeschreibliches Gefühl von Geborgenheit ausgeht, das einfach jede Familienfeier in der Küche enden lässt?

Ich wette, ich stehe mit meiner Küchenliebe nicht alleine da. Was ich am meisten an unserer Küche mag? Ich glaube, es ist vor allem der Platz. In früheren Wohnungen war die Küche bisweilen nur so groß wie eine Konservendose. Und auch, wenn ich unglaublich gern an eine 30 qm-Wohnung mit Dachschrägen zurückdenke, in der mein Mann und ich mal mit unserem Fast-40-kg-Hund gewohnt haben – die dortige Küche verdiente diesen Namen kaum.

Ja, wir konnten zu zweit in dieser Küche stehen, immerhin. Wollte ich an die Spüle, während mein Mann ebenfalls in der Küche war, musste ich mich seitlich gehend wie eine Strandkrabbe an ihm vorbeiquetschen. Zum Gemüseschneiden diente der Wohnzimmertisch, der gleichzeitig auch Esstisch und Schreibtisch war. Auch, wenn diese Wohnung küchentechnisch voll daneben war, denke ich gern an diese Zeit zurück.

Heute liebe ich den Platz, den wir in unserer Küche haben, also umso mehr. Sie ist groß und hell und es haben mehr als zwei Personen darin Platz. Und überhaupt gibt es auch noch Platz für viele Dinge, die ich an einer Küche liebe und die diesen Raum für mich zu einer Wohlfühlküche machen. Platz für Kräutertöpfe. Platz für meine Teebox mit den vielen „Wohlfühl-„, „Frauenpower-“ und „Schlaf-gut-Tees“. Platz für meine geliebten Kochbücher. Platz für Vorratsgläser. Platz für Gemüseschnippelein, der dringend nötig ist, da ich eine leicht chaotische Neigung dazu habe, mich auszubreiten und an drei Stellen gleichzeitig zu arbeiten.

Diese Törtchen lassen sich wunderbar in jeder Küche zubereiten, egal ob Raumwunder oder Zwergenküche. Ich mache diese Teilchen gern, wenn ich Lust auf eine umkomplizierte Nascherei habe. Mit Avocados lassen sich die tollsten Süßspeisen zaubern, weil sie von Natur aus viele Fette mitbringen und somit für eine cremige Konsistenz sorgen. In Kombination mit einem glutenfreien Boden aus Mandeln und Hanfsamen zaubert man mit schokoladiger Avocado-Mousse nahrhafte, gesunde Mini-Törtchen.
Avocado-Mousse ist in der veganen Küche mittlerweile so etwas wie ein Klassiker und es gibt zahlreiche Rezepte mit größeren und kleineren Unterschieden. Ich habe in der Avocado-Mousse Tamari, eine glutenfreie Sojasoße, verwendet. Keine Sorge, das schmeckt man bei der geringen Menge nicht, die Sojasoße sorgt jedoch dafür, dass der Schokoladengeschmack schön herauskommt und die Mousse weniger „grün“, also nach Avocado, schmeckt. Somit sind die Törtchen nicht zu 100 Prozent roh, wem dies wichtig ist, der lässt die Sojasoße einfach weg.

Für 6 Törtchen braucht man:
Für den Boden:
30 g Mandeln
30 g geschälte Hanfsamen
60 g Medjool-Dattelln
Für die Mousse:
1 Avocado
1/2 Banane
20 g Kokosöl
2 gehäufte EL Kakaopulver (20 g)
45 ml Ahornsirup
1/2 TL gemahlene Vanille
1 TL Tamari (glutenfreie Sojasoße)
20 ml ungesüßte Mandelmilch

So geht es:

1. Sechs Mulden einer Muffinform mit Papierförmchen auskleiden.

2. In einem Foodprocessor oder Mixer die Mandeln und die Hanfsamen kurz zu einem groben Mehl mixen. Die entsteinten Datteln hinzugeben und zu einer klebrigen Masse mixen. Die Masse auf die sechs Muffinförmchen verteilen und festdrücken.

3. Die Avocado schälen, den Kern entfernen und das Fruchtfleisch in eine Schüssel geben. Die Banane schälen und zur Avocado geben. Das Kokosöl in einem Topf zerlassen und mit allen anderen Zutaten für die Mousse zu Avocado und Banane geben. Alles mit einem Pürierstab zu einer glatten Creme mixen.

4. Die Avocadocreme gleichmäßig auf die sechs Muffinförmchen verteilen. Die Form ins Tiefkühlfach stellen und festwerden lassen. Je nach gewünschter Konsistenz dauert dies ein bis zwei Stunden.

5. Vor dem Servieren bei Bedarf mit etwas zerlassener Schokolade beträufeln.

Enjoy ❤! Eure
 

10 thoughts on “Schokoladige Avocado-Mousse-Törtchen

  1. Liebe Bianca,
    deine Törtchen sehen köstlich aus:)Lecker… ich liebe sehr Avocado, werde auf jeden Fall ausprobieren. Danke für das Rezept. Ja… ich liebe meine Küche genauso:)sie ist vielleicht nicht so groß wie Deine aber sehr fein…
    Ich wünsche Dir einen wunderschönen Tag.
    Ganz liebe Grüße
    Karina

  2. Hallo Karina,
    danke für deinen lieben Kommentar :-). Avocados sind wirklich ein Geschenk der Natur und ich würde mich freuen, wenn du die Törtchen ausprobierst. Schön, dass du deine Küche auch so magst – die Größe allein ist nicht ausschlaggebend, Hauptsache ist ja, man fühlt sich darin wohl :-).
    Liebe Grüße
    Bianca

  3. Oh ja, ich habe auch eine Art Küchenliebe, nur wenn ich sie putzen muss schlägt diese Liebe um;) Früher als Kind habe ich es geliebt mich auf die Küchenzeile zu setzen und meiner Mama beim Kochen zuzuschauen und mit ihr zu reden=)
    Die Küchlein sehen sehr lecker aus, und obwohl es wirklich schon so viele Avocado – Rezept gibt, habe ich sie noch nie zum Backen verwendet! Ich sollte es unbedingt auch mal probieren!=) Aber da ich selten Avocados kaufe, esse ich sie meistens direkt so auf, hihi;)
    Liebe Grüsse,
    Krisi

  4. Liebe Bianca,

    wie Du Dir denken kannst, kann ich Deine Küchenliebe sooo gut verstehen. Leider hatte ich noch nie eine besonders große Küche (und ich wage gar nicht zu träumen, dass das jemals anders sein könnte), aber ich hatte auch schon deutlich weniger Platz als jetzt und selbst das hinderte mich nicht daran, Quiches, Kuchen und Semmeln parallel zu backen, hihi.

    Deine Törtchen klingen vorzüglich und ich möchte sie unbedingt nachmachen. Die Kombi aus Schoko und Avocado mag ich sehr und die Hanfsamen im Boden finde ich besonders klasse.

    Süße Grüße
    Brigitte

  5. Huhu Krisi,
    das ist ja eine schöne Erinnerung an die "Küchenzeit" aus deiner Kindheit :-).
    Ja, Avocadorezepte gibt es viele – zum Glück. Sie eignen sich für so viele Zubereitungsarten, daher liebe ich sie ganz besonders ;-).
    Liebe Grüße
    Bianca

  6. Huhu Brigitte,
    die Größe der Küche sagt – zum Glück – ja nichts über die Fähigkeiten der Köchin aus ;-). Du hast ja schon in zahlreichen Küchen gewerkelt und ich denke, du lässt dich auch von vielleicht mal weniger gelungenen Küchen nicht in deiner Kreativität bremsen. Wäre ja auch noch schöner :-)!
    Freut mich, dass dir das Rezept gefällt. Ja, Hanfsamen sind eine tolle Zutat – nicht nur für Salate, sondern eben auch für süße Sachen.
    Liebe Grüße
    Bianca

  7. Hach, ein Träumchen in Schokolade! Und ich lache immer wieder über unsere Gemeinsamkeiten, Bianca. Mein Freund und ich sind noch genau in der Phase mit der 7 QM-Küche mit Dachschräge. Kein Platz für Regale, deswegen steht das meiste meines Geschirrs in Obstkisten. Ich liebe diesen Platz, denn hier ist mein Blog entstanden, aber ich glaube, sollten wir (hoffentlich bald) upgraden, dann werde ich diese halbherzige Küche nicht vermissen, so sehr ich sie jetzt auch gern habe. Toll, dass ihr bereits weiter seid im Leben und du liebevoll über die Amaturen streichen kannst.
    Ganz liebe Grüße aus Lüneburg,
    Lynn

  8. Huhu Lynn,
    diese 7-Quadratmeter-Küchenphase hat aber auch etwas sehr Schönes, wie ich finde! Ich würde manchmal gern kurz zurück in diese Zeit hüpfen, sie war insgesamt sehr entspannt und schön :-). Daher genießt es. Wobei ich die Küche von damals nicht sooo sehr vermisse, sie war aber auch keine 7 Quadratmeter groß ;-).
    Wenn ihr "upgradet", wünsche ich euch viel Spaß und Erfolg :-).
    Liebe Grüße aus dem Süden,
    Bianca

  9. Liebe Bianca,

    viel zu lange habe ich hier nicht mehr vorbeigeschaut – was ich gerade daran merke, dass mich gleich die erste Zeile dieses Textes, den ich mir zuerst durchgelesen habe, wieder fesselt und Lust macht, einen ganzen Roman in deiner leicht still-poetischen Sprache zu lesen.
    Ernsthaft: Jedes Mal, wenn ich hier lese, ist es, als würde ich automatisch entschleunigen. Ein tolles Gefühl! 🙂

    Die Törtchen sehen nach gewohnter Manier wunderbar lecker aus und ich könnte sie mir ohne Veränderungen genauso auf unserem Kaffeetisch vorstellen – daher habe ich das Rezept gleich einmal abgespeichert.

    Und das mit der Küchenliebe kann ich nachvollziehen, trifft bei mir allerdings noch nicht so wirklich zu, da die meine noch immer nicht nach meinen Wünschen eingerichtet ist und ich mich noch nicht so wirklich wohl in ihr fühle. Ich hoffe aber, dass sich das bald ändern wird und bin da sehr zuversichtlich. 🙂

    Liebe Grüße
    Jenni

  10. Huhu Jenni,
    wenn du wüsstest, wie sehr mich dein lieber Kommentar gerade freut und mir diesen kalten, regnerisch-grauen Tag verschönt. Danke dafür :-).

    Ich wünsche dir, dass du dich auch bald rundum wohl in deiner Küche fühlen wirst. Manchmal sind es ja nur Kleinigkeiten, die man mit etwas Fantasie gut hinbekommen kann. Ich mag ja "lebendige" Küchen sehr gern, also gar nicht so sehr die modernen Hochglanzküchen (die im richtigen Haus durchaus toll aussehen können), sondern eher "bewohnte" Küchen mit offenen Regalen, gern im Industrie- oder Shabby-Look, vielen Büchern und Kräutertöpfen. Einfach Küchen, in denen es viel zu sehen und zu entdecken gibt und man sich so richtig wohlfühlen kann ;-).

    Liebe Grüße
    Bianca

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