Menschen kochen aus den verschiedensten Gründen. Weil es ihnen Spaß macht. Weil sie wissen möchten, was in ihrem Essen steckt. Weil sie eine Familie zu versorgen haben. Weil sie nun einmal etwas essen müssen. Die Liste lässt sich beliebig erweitern. Für mich ist in den letzten Jahren ein weiterer Grund hinzugekommen: Weil es flexibel macht. Äh, was? Fragt sich jetzt vielleicht der eine oder die andere von euch. Vielleicht ist euch aber auch sonnenklar, auf welche Weise das Kochen die wunderbare Eigenschaft der Flexibiltät in uns weckt?

Und: Wieso ist mir das so wichtig, dass ich einen Blogpost mit diesem Thema beginne? Vermutlich deshalb, weil mir in den letzten Jahren genau diese Flexibilität Stück für Stück abhanden gekommen scheint. Oder vielleicht war ich immer schon so, ich weiß es nicht. Fakt ist: Ich wünsche mir, flexibler zu sein. Mir von unvorhergesehenen Dingen nicht so leicht die Laune verhageln zu lassen. Flexibel und biegsam wie eine Weidenrute, dieses Bild gefällt mir, das wäre doch was?

Denn: Wenn meine Pläne über den Haufen geworfen werden, werde ich leider schnell grantig. Pläne? Nun ja. Ihr kennt sicherlich den Spruch: „Möchtest du Gott zum Lachen bringen, erzähle ihm von deinen Plänen.“ Mir kommt’s so vor, als müsste der liebe Gott recht viele Möglichkeiten haben, sich kringelig zu lachen. Denn ich liebe Pläne. Und leider (oder Gott sei Dank?) gehen diese halt auch mal in die Hose. Oft sind es vermeintliche Kleinigkeiten, die mir sagen: Meine Güte. Ist doch halb so wild. Beispiel gefällig? Ich möchte wandern gehen. Plane den Sonntag so richtig hübsch und stelle mir vor, wie ich nach glücklichem Aufstieg auf dem Berggipfel sitze und mir die Sonne ins Gesicht strahlen lasse. Die mitgebrachte Stulle schmeckt dort oben doppelt so gut und die Aussicht ins Tal ist herrlich.

Dann wache ich an besagtem Sonntag auf und der Tag begrüßt mich mit Nieselregen und nahenden Gewitterwolken. Ähnlich gewittrig wird meine Stimmung. Ich wollte doch wandern gehen! Mein Mann verzieht sich angesichts des Wetters schulterzuckend aufs Sofa und holt den dicksten Krimi hervor, den unser Bücherregal zu bieten hat. Macht sich pfeifend einen Cappucchino dazu. Nicht, weil er aufs Wandern keinen Bock gehabt hätte und froh ist, dass er noch einmal davon gekommen ist. Nein, er verfügt über diese Eigenschaft, die mir zurzeit abgeht: Flexibilität.

Dann regnet es halt in Strömen und die Blitze zuckem vom Himmel. Ja, das ist sicherlich schade, kann man aber nicht ändern. Das dämmert mir dann auch, aber bis ich von meinem Plan ablasse und mich mit Freude auf etwas Neues einlassen kann, das dauert. Und dauert. Puh, ich denke, das kann man auch einfacher haben, oder? Nach besagtem Sonntag habe ich mir vorgenommen: Das trainiere ich. Ich betrachte meine Flexibilität wie einen Muskel, der wachsen kann. Wie? Indem ich mir künftig in ähnlichen Situationen so richtig schön bewusst sage: Das passt schon. Du wirst das Beste daraus machen.

So wie beim Kochen, das schon längere Zeit mein Übungsfeld ist und wobei ich sanft, wie nebenbei, immer mehr gelernt habe, flexibel zu sein. Wie oft stand ich in der Küche und hatte einen PLAN für ein Gericht. Um dann festzustellen: Mist, die getrockneten Tomaten sind verschwunden. Und wo ist das Glas mit den Kichererbsen? Und so weiter und so fort. Das sind Situationen, die es täglich in Tausenden und Abertausenden von Haushalten gibt. Die mich früher zum Schmollen und Hadern gebracht hätten: „Aber ich wollte doch HEUTE Hummus machen …“ Ja, das ist im ersten Moment doof, doch mal ehrlich: Entstehen nicht oft die fantastischsten Gerichte aus einer vermeintlichen Notlage heraus?

Dann sind die Kichererbsen eben alle, aber mit den weißen Bohnen lässt sich bestimmt auch etwas Tolles anstellen. Und statt Kakaopulver schmeckt sicherlich auch Carob im Dessert. Es ist kein glutenfreies Mehl mehr da? Dann mahle ich mir schnell etwas Buchweizen, der nussige Geschmack passt bestimmt super zum geplanten Kuchen. Mal ehrlich, in der Küche macht Flexibilität doch sogar richtig Spaß?

Dieser Smoothie ist auch das Ergebnis einer solchen Flexibilitäts-Lehrstunde. Nach dem Sport sollte etwas Nahrhaftes her, etwas, das mir das Gefühl gibt, meinen Körper mit tollen Nährstoffen zu versorgen. Aber bitte nichts Herzhaftes! Hinzu kam, dass der Leinsamen weg musste, bevor er am Ende noch ranzig wird. Et voilà – herausgekommen ist mein unangefochtener Lieblingssmoothie. Er vereint meine allerliebsten Superfoods wie Hanfsamen, Maca, Haferflocken und natürlich Leinsamen. Kleine Omega-3-Schätze, Protein-Schätze, Sättigungs-Schätze. Ich mixe uns dem Smoothie auch gern am Morgen, wenn ich ein schnelles Frühstück zaubern möchte. Oder nachmittags, wenn ich ein kleines Tief habe und Energie brauche. Da er sehr dickflüssig und sämig ist, habe ich nach dem Trinken das Gefühl, auch wirklich etwas im Magen zu haben – etwas, das ich nach den normalen grünen Smoothies leider nie habe.

Für 2 große Gläser braucht man:

1 größere, reife Banane
4 El glutenfreie Haferflocken
2 EL Leinsamen
2 EL geschälte Hanfsamen
2 Medjool-Datteln
1 großen EL Nussmuss, z. B. Cashewmus
2 leicht gehäufte EL (rohes) Kakaopulver
1/2 TL gemahlenen Zimt
1 TL Macapulver (optional)
500 bis 600 ml ungesüßte Pflanzenmilch, z. B. Mandelmilch
ein paar Eiswürfel

So geht es:

1. Die Banane schälen, grob zerkleinern und in den Mixer geben. Die Datteln entsteinen und zur Banane geben.

2. Die restlichen Zutaten hinzugeben, dabei zunächst nur 500 ml von der Pflanzenmilch verwenden. Alle Zutaten zu einem cremigen Smoothie mixen, wenn das Getränk dünnflüssiger sein soll, die restliche Pflanzenmilch dazugeben. Nach Belieben mit ein paar Kakaonibs bestreuen.

Enjoy ❤! Eure
 

6 thoughts on “Superfood-Schoko-Smoothie mit Hanf und Leinsamen

  1. Liebe Bianca,

    ach, das hast Du wieder mal wunderbar beschrieben und ich kenne es auch sehr gut, wenn Schmollen, Enttäuschung und Frust aufeinandertreffen – mit etwas Abstand weiß ich dann gar nicht mehr so genau, auf was ich eigentlich grantig oder wütend war. Aber ich übe mich stetig in Gelassenheit und werde immer besser. 
    Beim Kochen bin ich sehr flexibel, beim Backen eher weniger, denn da will ich es eben mit genau den Zutaten haben oder ausprobieren, die ich mir vorher überlegt habe. Es sei denn, ich mache einen schnellen Alltagskuchen, da kommt dann alles in die Schüssel, was ich gerade zu Hause habe.
    Dein Smoothie klingt sehr, sehr köstlich und ich werde ihn ganz bald ausprobieren – Nährstoffbömbchen fürs Nachmittagstief sind doch immer willkommen. 

    Süße Grüße
    Brigitte

  2. Huhu Brigitte,

    danke für deine Ehrlichkeit – manchmal habe ich fast das Gefühl, ich bin der einzige schmollende, hadernde Mensch in meinem Umfeld *lach*. Wie du übe ich mich in Gelassenheit und Flexibiltät, was mal mehr, mal weniger gelingt. Aber ich bleibe dran ;-).

    Beim Backen bin ich auch nicht sooo flexibel, doch auch dort kreiere ich gern mal etwas mit Zutaten, die "eben da sind". Wobei ich sagen muss, dass ich bestimmte Backzutaten auch nie alle werden lasse, das macht es leichter ;-).

    Liebe Grüße
    Bianca

  3. Liebe Bianca,

    das mit der Flexibilität und dem Nichtvorhandensein kann ich sososo gut nachvollziehen!
    Bei uns ist die Rollenverteilung da genauso wie bei euch: Wenn ich etwas geplant habe und mich darauf freue (meist ziemlich lange) und es dann nichts wird, bin ich tieftraurig und untröstlich. Während Serdar sich schulterzuckend an eine alternative Beschäftigung begibt. Und manchmal werde ich auch gerade deswegen fuchsig – wie kann einem etwas so egal sein, was mir so wichtig ist?
    Bis ich dann merke, dass so eine Einstellung zum einen sehr egoistisch ist und zum anderen sowieso jetzt gerade nichts an der Situation ändert. Da finde ich Serdars Taktik dann wesentlich klüger und habe ebenfalls beschlossen, mir mehr davon anzunehmen.

    Dein Smoothie schaut übrigens total klasse aus!
    In der Küche bin ich glücklicherweise auch schon bei einem sehr hohen Grad an Flexibilität angelangt… 😀
    (Ich wage zu behaupten, dass alles andere früher oder später wahnsinnig macht – vor allem, wenn man sich so gerne darin aufhält wie wir. 😉 )

    Liebe Grüße
    Jenni

  4. Huhu Jenni,
    hm, vielleicht ist dieses Hadern, Schmollen, Grummeln ja etwas eher Weibliches ;-)? Bei meinen Eltern ist die Rollenverteilung nämlich auch so – mein Dad kann wuuunderbar die Dinge so nehmen, wie sie nun mal kommen. Davon bin ich meilenweit entfernt …

    Ja, in der Küche ist Flexibilität echt leichter als im restlichen Leben, hihi.

    Sei lieb gegrüßt!
    Bianca

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