Lange Zeit kam mir Vanille wie die unscheinbare Schwester des Kakaos vor. Wenn Kakao die Goldmarie war, dann bekam Vanille bei mir früher die Rolle der Pechmarie zugedacht. Schon immer fiel die Entscheidung zwischen beiden nicht schwer: Vanilleeis oder Schokoeis? Schoko. Vanillemilch oder Kakao? Kakao. Kuchen mit Vanillebuttercreme oder Schokobuttercreme? Ihr kennt die Antwort.

Und genauso klar, wie ich mich immer und überall für die Kakaovariante entschieden habe, so sicher wählte mein jüngerer Bruder den Vanillegeschmack. Rivalität unter Geschwistern? Jedenfalls nicht bei der Frage „Kakao oder Vanille“. Unsere Vorlieben waren hier klar aufgeteilt.
Kennt ihr eigentlich diese Puddingcreme, die es in verschiedenen Geschmacksrichtungen gab? Sie kam in Form eines Pulvers daher, das man einfach in kalte Milch einrühren musste und im Handumdrehen eine Art Pudding zusammengemixt hatte.

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Mein Bruder und ich bereiteten uns manchmal diese Puddingcreme zu, kramten im Küchenschrank nach der richtigen Sorte und legten los. Karamell ließen wir links liegen (pffft, wer mag schon Karamell) und wählten zwischen Schoko oder Vanille. Je nachdem, wer sich durchsetzte, bekam am Ende auch den Löwenanteil des Puddings – gewann mein Bruder, musste es Vanille geben. Während er dann seelig war, löffelte ich mäßig begeistert im Pudding herum. Ich war einfach nicht besonders scharf auf Vanillecreme und schielte aus den Augenwinkeln in Richtung der Päckchen mit der Schokoladencreme.

Während ich das schreibe, muss ich wirklich vor mich hinschmunzeln. Sehe uns Stepkes mit Mamas Mixer hantieren wie die Großen. Und kann partout nicht mehr verstehen, was ich bloß gegen Vanille hatte. Ich meine: Vanille. Vanille mit ihrem wunderbar wärmenden, milden Aroma. Allein ihr Duft wirkt beruhigend und fröhlich machend zugleich.

Und in der Tat – man sagt der Vanille nach, dass sie bei Stress entspannend und ausgleichend wirkt. Nicht nur das. Echte Vanille enthält verschiedene Inhaltsstoffe, die im Körper eine entzündungshemmende Wirkung entfalten und die sogar in der Lage sein sollen, unser Erbgut vor freien Radikalen zu schützen. Zudem hat dieses liebliche Gewürz eine leicht stimmungsaufhellende Wirkung. Vanille macht einfach glücklich.

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Wichtig ist dabei, dass ihr die echte Vanille verwendet und synthetischen Produkten besser den Rücken kehrt. Nicht nur, dass diese geschmacklich um Längen hinter der echten Vanille zurückbleiben, auch ihre Wirkung auf den Organismus ist eine völlig andere. Echte Vanille verwende ich am liebsten in Form von bereits fertig gemahlenem Pulver, hin und wieder halten aber auch Vanilleschoten hier Einzug. Diese gebe ich gern als Ganzes in den Mixer, um damit z. B. Smoothies zu aromatisieren. Keine Frage, echte Vanille ist alles andere als Schnäppchen und zählt nach Safran zum teuersten Gewürz überhaupt. Sie ist also ein echtes Schätzchen.

Für dieses Frühstück habe ich gemahlene Vanille verwendet, die schon längst einen festen Platz in meiner Küche erobert hat. Dort steht sie in friedlicher Eintracht neben dem Kakaopulver und keins von beiden muss ein Schattendasein fristen :-).

Neben der wundervollen Vanille enthält dieses Powerfrühstück glutenfreie Haferflocken, die euch gleich am Morgen mit wertvollem Protein versorgen. Ich finde, Haferflocken wirken immer ein bisschen unspektakulär und gewöhnlich. Sie stehen in jedem Supermarktregal, jeder Drogerie und nirgends klebt ein fancy Schildchen dran mit der Aufschrift „Superfood“. Völlig zu Unrecht. Neben rund 15% gut verwertbarem Eiweiß enthalten Haferflocken nämlich auch eine beträchtliche Menge Zink, was sie zum perfekten Beautylebensmittel macht, das für schöne Haut sorgt.

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Zur Vanille gesellt sich in diesen Porridge Mesquitepulver, das Superfood mit dem merkwürdigen Namen. Es stehen ja nicht allzu viele Gläschen mit Superfoodpulvern in unserer Küche, doch auf Mesquite möchte ich nicht mehr verzichten. Neben Calcium und Zink enthält es reichlich sättigende Ballaststoffe. Der Knaller ist aber der tolle süßliche Geschmack, der an Karamell erinnert. Mesquitepulver ist jedoch eine optionale Zutat in diesem Porridge, ihr könnt es auch weglassen.

Das Topping dieses Vanilleporridges besteht aus gerösteten Mandeln, Sonnenblumenkernen und Haselnüssen sowie einer guten Menge Chiasamen. Noch mehr Eiweiß, noch mehr Mineralien, noch mehr Power für den Tag. Und ein toller, knuspriger Kontrast zum cremigen – weil im Mixer pürierten – Porrige. Ihr könnt auch gern Walnüsse statt Haselnüsse verwenden, Kürbiskerne statt Sonnenblumenkerne – ganz, wie ihr mögt und was euer Vorratsschrank hergibt. Zum Süßen verwende ich fruktosearmen Reissirup, doch wer es süßer mag, greift besser zum deutlich süßeren Ahornsirup.

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Vanille-Haferporridge mit Chia-Mandel-Crunch

Für 2 Personen braucht man:

100 g glutenfreie Haferflocken
250 ml ungesüßte Reismilch
250 ml Wasser
1 Prise Salz
1/2 TL Vanille
1 TL Mesquitepulver (optional)
1 große weiche Dattel (ca. 20 g)
2 EL Reissirup
2 EL Mandeln
1 EL Haselnusskerne
2 EL Chiasamen
1 EL Sonnenblumenkerne
1 TL Kokosöl
1 EL Kokosblütenzucker

So geht es:

1. Die Haferflocken mit der Reismilch, dem Wassser und der Prise Salz in einen Topf geben. Alles kurz aufkochen, die Hitze dann sofort reduzieren und die Haferflocken auf niedriger Stufe eine Minute ganz leicht köcheln lassen. Die Haferflocken sollen nur kurz andicken, aber nicht breiig einkochen. Dann den Topf vom Herd nehmen.

2. Die Haselnusskerne und Mandeln grob hacken. In einer Pfanne das Kokosöl zerlassen, dann gehackte Haselnüsse, Mandeln sowie Chiasamen und Sonnenblumenkerne hinzufügen und unter Rühren kurz bei mittlerer bis hoher Hitze rösten. Den Kokosblütenzucker hinzugeben, gründlich umrühren und alles kurz karamellisieren lassen.

3. Die gekochten Haferflocken in einen Mixer geben. Die Dattel entsteinen und hinzufügen, ebenso den Reissirup, Vanille und Mesquitepulver. Alle Zutaten zu einem cremigen Porridge mixen.

4. Das Haferporridge auf zwei Schalen verteilen und mit dem Chia-Mandel-Crunch bestreuen.

 

Enjoy ❤! Eure

Kirschbiene

16 thoughts on “Cremiges Vanille-Haferporridge mit geröstetem Chia-Mandel-Crunch

  1. Liebe Bianca,

    als Kind war ich eher der "Vanille-Typ" und dabei war mir die teure, gemahlene Vanille mit all' ihren Vorzügen noch gar nicht geläufig. Heute schätze auch ich sie mit Kakao gleichermaßen (ob getrennt oder als Duo – sie sind einfach immer traumhaft) und ich empfinde es als großes Geschenk, dass wir diese exotischen Zutaten nutzen können.
    Gekochte Haferflocken habe ich bisher noch nicht püriert, von daher ist Dein Rezept eine tolle neue Idee für mich. Und dann auch noch dieses Topping…, mein Frühstücksherz schlägt höher als hoch. 🙂
    Süße Grüße
    Brigitte

  2. Huhu Brigitte,
    das finde ich echt interessant, dass du früher eher der "Vanille-Typ" warst. Für mich war irgendwie immer "klar", dass Kakao/Schokogeschmack doch viel, viel cooler ist ;-). Inzwischen mag ich Vanille und Kakao – wie du – völlig gleichberechtigt.
    Oh, du kennst gekochte Haferflocken noch nicht? Mein Mann wurde damit "großgezogen" – ehrlich, er wollte als Kind fast nix anderes essen. Dann kann ich nur sagen, ran an den Kochtopf – die Haferflocken werden ruckzuck weich und lassen sich zu einer sämigen Creme mixen. Sooo lecker :-).
    Liebe Grüße
    Bianca

  3. Gekochte Haferflocken kenne ich natürlich schon und da ich praktisch immer warm frühstücke, gibt es die (in irgendeiner Form) quasi täglich. 🙂 Aber ich habe sie nach dem Kochen noch nie gemixt. 🙂

  4. Hätte mich auch gewundert 😉 … Ich habe doch tatsächlich gelesen, du hättest noch nie Haferflocken gekocht, dabei hast du geschrieben PÜRIERT. Schon toll, was passiert, wenn man versucht, Kommentare zu lesen und gleichzeitig einen Smoothie zu mixen (ich sag's ja, Multitasking ist nix für mich ;-)).
    LG
    Bianca

  5. Mhh mein Lieblingsfrühstück. Bei mir ist es übrigens genau umgekehrt, ich bin gar kein Schoki-Fan, nur bei Kuchen mag ich sie, aber dann bitte auch nicht zu intensiv;)Wobei ich kürzlich rohes Kakaopulver entdeckt habe, und dann ist nicht süss, komischerweise schmeckt sie mir so viel besser (und nicht weil sie gesünder ist, ich mag auch einiges ungesundes, hier ist es wirklich nur eine Geschmacksache;)) Vanille dageben wähle ich immer, ausser beim Eis, da ist es wirklich langweilig;)
    Liebe Grüsse,
    Krisi

  6. Hallo Bianca!

    Ich muss sagen: Ich liebe deine Frühstücksinspirationen! Ich habe irgendwie beim Lesen gerade wieder Hunger bekommen… 😉
    Von Mesquite-Pulver habe ich noch nie etwas gehört und muss mich doch gleich einmal erkundigen, was das genau ist. Weißt du, wo ich das bekomme? Das hat mich jetzt sehr neugierig gemacht. 🙂

    Liebe Grüße
    Jenni

  7. Mittlerweile stehe ich auch total auf Vanille, aber als Kind ging es mir da wie dir. Besonders toll finde ich die Mischung aus Vanillepudding und heißen Himbeeren oder Kirschen – zum Reinlegen! Übrigens fand ich (im Gegensatz zu den meisten Leuten, die ich kenne) schon immer die Haut auf dem Pudding besonders lecker und habe dafür meist nur ungläubige Blicke bekommen haha.

    Liebe Grüße
    Lena | http://www.healthylena.de

  8. Huhu Krisi,
    noch ein "Vanilletyp", das ist interessant :-). Und ich dachte immer, die Wahl zwischen Vanille und Schokolade wäre ganz klar: Schokolade *lach*.
    Ja, rohes Kakaopulver ist etwas Fantastisches, das mag ich auch unglaublich gern – gesunde Superfoods, die auch noch lecker sind, was will man mehr :-)?
    Liebe Grüße
    Bianca

  9. Huhu Jenni,
    danke, ich freue mich sehr, wenn ich dich ein bissel inspirieren kann. Lange habe ich das Frühstück ja vernachlässigt, ich glaube, das kompensiere ich jetzt wohl ein bisschen ;-).
    Nach Mesquite musst du einmal im Internet suchen, es gibt diverse Online-Shops, die es anbieten – da kann ich jetzt gar keinen speziellen empfehlen. Mesquite ist jedenfalls ein sehr leckeres Superfood mit einem speziellen Aroma, ich könnte mir vorstellen, dass du es magst.
    Liebe Grüße
    Bianca

  10. Huhu Lena,
    hah – da sind sie ja, die unverbrüchlichen Schoko-Fans :-). Klar, Vanille ist fantastisch, aber meine Liebe zur Schokolade dauert halt einfach schon viel länger, daher würde ich mich nach wie vor als "Schoko-Typ" bezeichen.
    Obwohl manches nur so richtig in Kombination mit Vanille schmeckt – wie du so schön geschrieben hast, sind heiße Kirschen mit Vanillepudding ein Gedicht (da würde ich dann den Schokopudding auch eher stehen lassen und Vanille vorziehen). Die Haut auf dem Pudding würde ich dann aber doch dir überlassen ;-).
    Liebe Grüße
    Bianca

  11. Oh, das klingt nach einem himmlischen Porridge! Ich war früher immer schon der Vanillepudding, Vanille-Grießpudding und Vanillejoghurt-Fan, deswegen liebe ich heute meinen Vanilleporridge. Ich mache mir mein Porridge genauso wie du – Kokosöl ist wirklich das beste wenn man es kurz vor Schluss unterrührt.
    Liebste Grüße,
    Lynn

  12. Huhu Lynn,
    echt, du bist auch so ein Vanillefan? Ich hätte nicht gedacht, dass es so viele sind ;-). Ja, das Porridge schmeckt auch, wie ich finde, ziemlich himmlisch ;-). Kokosöl rühre ich aber nicht darunter, das wird in diesem Rezept nur zum Anrösten der Nüsse und Samen benötigt. Ich habe allerdings auch schon mal deine Variante probiert, also flüssiges Kokosöl direkt zum Porridge gegeben. War auch nicht schlecht. Ich glaube, so ein Porridge schmeckt irgendwie immer gut :-).
    Liebe Grüße
    Bianca

  13. Liebe Bianca,
    hatte heute Premiere mit diesem megaleckeren Porridge – ein Traum von Frühstück. Meeeeehhhhhhr. Ich mach gleich einen Vorrat an Knuspermasse für oben drauf. Und das Ding streichelt den Magen bei so nem Shitwetter wie heute.
    Liebe Grüße, Sabine

  14. Huhu Sabine,
    wie toll, dass dir dieses Porridge auch so gut schmeckt :-)! Drei Mal darfst du raten, was es heute bei mir zum Frühstück gab *lach*. Ich stimme dir absolut zu – bei so einem Miesepeterwetter hilft so ein warmer Magenschmeichler ungemein :-).
    Liebe Grüße
    Bianca

  15. Ich habe heute zum 1. Mal in meinem Leben Porridge gegessen und bin überrascht, dass ich Brei essen mag. Liegt vermutlich auch an diesem tollen Topping… Es ist sehr sättigend, obwohl ich ein guter Esser bin. Mal schauen, ob es als gute Alternative zur Nahrungsaufnahme vorm Sport für mich funktioniert oder doch zu schwer im Magen liegt. Auf jeden Fall ein Dankeschön für dieses nussige Leckerchen.
    Gruß Christine (Vanillefraktion ;-))

  16. Huhu Christine,
    hey, das ist klasse, dass du für dich entdeckt hast, dass du anscheinend Haferbrei magst :-). Freut mich sehr, dass dir das Rezept gefällt. Ähm ja, du hast recht, dieses Porridge gehört eher zur reichhaltigen und sättigenden Fraktion. Ob es sich als Pre-Workout-Futter eignet, weiß ich nicht – wäre interessant, wie deine Erfahrungen damit sind (ob es dir Energie gibt oder du dich eher fühlst, als hättest du Wackersteine im Bauch ;-)). Ich liebe dieses Frühstück gerade deshalb so sehr, weil es mich mal länger als zwei Stündchen satt macht.
    Liebe Grüße
    Bianca

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