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Dass man als Foodblogger von Essen besessen ist, liegt nahe. Diese Besessenheit macht sich nicht nur im Kochen, Dünsten, Braten, Backen bemerkbar. Weitere Merkmale, an denen du erkennst, dass du ein besessener Foodie bist: Auf deinem Nachttisch stapeln sich Kochbücher. Bei Smalltalk wirst du erst hellhörig, wenn jemand Worte wie „kaltgepresstes Öl“, „Wochenmarkt“ oder „Kochbuch“ erwähnt. Du kannst lang und breit über die Vorzüge von Leinöl und Avocados referieren, bei aktuellen Promi-News hingegen bist du raus. Fragt man dich nach Geburtstagswünschen, nennst du ohne mit der Wimper zu zucken Küchenmesser, Backformen, Schneebesen, Topflappen.

Trotz dieser Besessenheit für alles, das auch nur entfernt mit Essen zu tun hat –  manchmal möchte man aber einfach nur das: Essen. Nicht kreativ sein, keine neuen Rezepte ausprobieren.

Und an dieser Stelle kommt die Veggie-Bowl ins Spiel (dem Erfinder derselben könnte ich übrigens die Füße küssen). Denn dieses Gericht, falls man es überhaupt so nennen kann, ist so simpel wie genial: Man drapiert Lieblingsgemüse nett in einem Schälchen und gibt etwas Dressing hinzu. Oder man verwendet einfach die Lebensmittel, die aufgebraucht werden müssen, weil sie im Kühlschrank nicht länger überleben würden. Resteverwertung. Denn wo sonst machen sich die angeschnittene halbe Gurke, die restlichen drei Radieschen und die einzige verbliebene Frühlingszwiebel so gut wie in einer Veggie-Bowl?

Die Bowl, die ich euch hier vorstelle, ist also nur ein Beispiel. Ihr könnt auch andere Gemüsesorten verwenden – nehmt bitte das, was ihr vorrätig habt. Ich finde ja, eine Veggie-Bowl ist immer nur so gut wie ihre Soße. Mit dem richtigen Dip schmeckt jede Bowl nochmal so gut, Salat und Gemüse erhalten geschmackliche Unterstützung und man kann weitere Nährstoffe hinzumogeln.

Eine meiner Lieblingssoßen ist das in den USA beheimatete Ranchdressing. Es besteht ursprünglich aus Jogurt oder Buttermilch, die mit Mayonaise, Knoblauch und Kräutern verquirlt werden. Es ist ein cremiges, aber dennoch frisches Dressing. In dieser veganen Version bilden Cashewkerne die Basis, die immer dann genial sind, wenn man eine cremige Basis erzielen möchte. Zitronensaft sorgt für eine angenehme Säure und etwas Knobauch für würzige Schärfe.

Ich bereite immer eine größere Menge zu, fülle das Dressing in ein Schraubglas und bewahre es im Kühlschrank auf. Vier bis fünf Tage hält es sich dort problemlos. Es ist wunderbar, wenn man nach einem langen Arbeitstag nur ein paar Gemüsesorten zubereiten muss und das Dressing griffbereit im Kühlschrank hat. Wer es weniger sauer mag als ich, verwendet zunächst etwas weniger Zitronensaft als angegeben und tastet sich geschmacklich heran.

Neben Ranchdressing macht im Ofen gebackener Erdnuss-Tofu eine Veggie-Bowl für mich perfekt. Auch bei diesem Tofu gehe ich nach dem Prinzip des Hamsterns vor: Ich bereite immer ein ganzes Päckchen zu, verwende die Hälfte sofort und tuppere den Rest ein (falls mein Mann mich lässt – dieser Tofu schmeckt nämlich zum Klauen gut und ist ein fester Bestandteil in unserem Haus). Am nächsten Tag schmecken die würzigen Tofuwürfelchen dann toll als schneller Snack zwischendurch oder ihr bratet sie kurz in der Pfanne auf, um sie zur nächsten Veggie-Bowl zu geben :-).

Veggie-Bowl mit gebackenem Erdnuss-Tofu und Ranchdressing

Für 2 Personen braucht man:

1/2 Gurke
5-6 Cocktailtomaten
3-4 Radieschen
1 Avocado
2 Frühlingszwiebeln
eine Handvoll Salat, z. B. Feldsalat oder Rucola

Für das Ranchdressing braucht man:

75 g Cashewkerne (2-4 Stunden in Wasser eingeweicht und abgetropft)
3 EL Zitronensaft
1/2 Bund Petersilie
1 kleine Knoblauchzehe
1 EL glutenfreie Sojasoße (Tamari)
1/2 TL Salz
etwas frisch gemahlenen weißen Pfeffer
ca. 125 ml Wasser

So geht es:

1. Die Petersilie waschen, trocken tupfen und grob zerkleinern.

2. Die Knoblauchzehe schälen und mit Petersilie, Cashewkernen, Zitronensaft, Sojasoße, Gewürzen und Wasser im Foodprocessor cremig mixen.

3. Das Dressing in ein Schraubglas füllen und bis zur weiteren Verwendung im Kühlschrank aufbewahren.

Für den Erdnuss-Tofu braucht man:

400 g Naturtofu
1 EL Erdnussmus, leicht gehäuft
2 EL glutenfreie Sojasoße (Tamari)
1 EL Ahornsirup
1 gestrichenen TL (geräuchertes) Paprikapulver
1 gestrichenen TL Salz
etwas frisch gemahlenen weißen Pfeffer

So geht es:

1. Den Backofen auf 180° C vorheizen. Ein Ofenblech mit Backpapier belegen.

2. Den Tofu in Würfel schneiden.

3. In einer Schüssel das Erdnussmus mit Sojasoße, Ahornsirup und den Gewürzen cremig mixen. Den Tofu in die Marinade geben und von allen Seiten damit bedecken.

4. Den Tofu auf das Blech geben und im Ofen 20 bis 25 Minuten backen, bis er eine goldbraune Farbe hat. Während der Tofu im Ofen ist, das Gemüse für die Bowl zubereiten.

Um die Bowl zusammenzustellen:

Radieschen, Cocktailtomaten und Gurke waschen, dann kleinschneiden. Die Avocado schälen, in Spalten schneiden. Die Frühlingszwiebeln putzen, in Scheiben schneiden. Den Salat waschen und trockenschleudern. Die Gemüse auf zwei Schalen verteilen, einige Tofuwürfel zu jeder Schale hinzugeben und das Ganze mit dem Ranchdressing beträufeln.

Enjoy ❤! Eure

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Dass man als Foodblogger von Essen besessen ist, liegt nahe. Diese Besessenheit macht sich nicht nur im Kochen, Dünsten, Braten, Backen bemerkbar. Weitere Merkmale, an denen du erkennst, dass du ein besessener Foodie bist: Auf deinem Nachttisch stapeln sich Kochbücher. Bei Smalltalk wirst du erst hellhörig, wenn jemand Worte wie „kaltgepresstes Öl“, „Wochenmarkt“ oder „Kochbuch“ erwähnt. Du kannst lang und breit über die Vorzüge von Leinöl und Avocados referieren, bei aktuellen Promi-News hingegen bist du raus. Fragt man dich nach Geburtstagswünschen, nennst du ohne mit der Wimper zu zucken Küchenmesser, Backformen, Schneebesen, Topflappen.

Trotz dieser Besessenheit für alles, das auch nur entfernt mit Essen zu tun hat –  manchmal möchte man aber einfach nur das: Essen. Nicht kreativ sein, keine neuen Rezepte ausprobieren.

Und an dieser Stelle kommt die Veggie-Bowl ins Spiel (dem Erfinder derselben könnte ich übrigens die Füße küssen). Denn dieses Gericht, falls man es überhaupt so nennen kann, ist so simpel wie genial: Man drapiert Lieblingsgemüse nett in einem Schälchen und gibt etwas Dressing hinzu. Oder man verwendet einfach die Lebensmittel, die aufgebraucht werden müssen, weil sie im Kühlschrank nicht länger überleben würden. Resteverwertung. Denn wo sonst machen sich die angeschnittene halbe Gurke, die restlichen drei Radieschen und die einzige verbliebene Frühlingszwiebel so gut wie in einer Veggie-Bowl?

Die Bowl, die ich euch hier vorstelle, ist also nur ein Beispiel. Ihr könnt auch andere Gemüsesorten verwenden – nehmt bitte das, was ihr vorrätig habt. Ich finde ja, eine Veggie-Bowl ist immer nur so gut wie ihre Soße. Mit dem richtigen Dip schmeckt jede Bowl nochmal so gut, Salat und Gemüse erhalten geschmackliche Unterstützung und man kann weitere Nährstoffe hinzumogeln.

Eine meiner Lieblingssoßen ist das in den USA beheimatete Ranchdressing. Es besteht ursprünglich aus Jogurt oder Buttermilch, die mit Mayonaise, Knoblauch und Kräutern verquirlt werden. Es ist ein cremiges, aber dennoch frisches Dressing. In dieser veganen Version bilden Cashewkerne die Basis, die immer dann genial sind, wenn man eine cremige Basis erzielen möchte. Zitronensaft sorgt für eine angenehme Säure und etwas Knobauch für würzige Schärfe.

Ich bereite immer eine größere Menge zu, fülle das Dressing in ein Schraubglas und bewahre es im Kühlschrank auf. Vier bis fünf Tage hält es sich dort problemlos. Es ist wunderbar, wenn man nach einem langen Arbeitstag nur ein paar Gemüsesorten zubereiten muss und das Dressing griffbereit im Kühlschrank hat. Wer es weniger sauer mag als ich, verwendet zunächst etwas weniger Zitronensaft als angegeben und tastet sich geschmacklich heran.

Neben Ranchdressing macht im Ofen gebackener Erdnuss-Tofu eine Veggie-Bowl für mich perfekt. Auch bei diesem Tofu gehe ich nach dem Prinzip des Hamsterns vor: Ich bereite immer ein ganzes Päckchen zu, verwende die Hälfte sofort und tuppere den Rest ein (falls mein Mann mich lässt – dieser Tofu schmeckt nämlich zum Klauen gut und ist ein fester Bestandteil in unserem Haus). Am nächsten Tag schmecken die würzigen Tofuwürfelchen dann toll als schneller Snack zwischendurch oder ihr bratet sie kurz in der Pfanne auf, um sie zur nächsten Veggie-Bowl zu geben :-).

Veggie-Bowl mit gebackenem Erdnuss-Tofu und Ranchdressing

Für 2 Personen braucht man:

1/2 Gurke
5-6 Cocktailtomaten
3-4 Radieschen
1 Avocado
2 Frühlingszwiebeln
eine Handvoll Salat, z. B. Feldsalat oder Rucola

Für das Ranchdressing braucht man:

75 g Cashewkerne (2-4 Stunden in Wasser eingeweicht und abgetropft)
3 EL Zitronensaft
1/2 Bund Petersilie
1 kleine Knoblauchzehe
1 EL glutenfreie Sojasoße (Tamari)
1/2 TL Salz
etwas frisch gemahlenen weißen Pfeffer
ca. 125 ml Wasser

So geht es:

1. Die Petersilie waschen, trocken tupfen und grob zerkleinern.

2. Die Knoblauchzehe schälen und mit Petersilie, Cashewkernen, Zitronensaft, Sojasoße, Gewürzen und Wasser im Foodprocessor cremig mixen.

3. Das Dressing in ein Schraubglas füllen und bis zur weiteren Verwendung im Kühlschrank aufbewahren.

Für den Erdnuss-Tofu braucht man:

400 g Naturtofu
1 EL Erdnussmus, leicht gehäuft
2 EL glutenfreie Sojasoße (Tamari)
1 EL Ahornsirup
1 gestrichenen TL (geräuchertes) Paprikapulver
1 gestrichenen TL Salz
etwas frisch gemahlenen weißen Pfeffer

So geht es:

1. Den Backofen auf 180° C vorheizen. Ein Ofenblech mit Backpapier belegen.

2. Den Tofu in Würfel schneiden.

3. In einer Schüssel das Erdnussmus mit Sojasoße, Ahornsirup und den Gewürzen cremig mixen. Den Tofu in die Marinade geben und von allen Seiten damit bedecken.

4. Den Tofu auf das Blech geben und im Ofen 20 bis 25 Minuten backen, bis er eine goldbraune Farbe hat. Während der Tofu im Ofen ist, das Gemüse für die Bowl zubereiten.

Um die Bowl zusammenzustellen:

Radieschen, Cocktailtomaten und Gurke waschen, dann kleinschneiden. Die Avocado schälen, in Spalten schneiden. Die Frühlingszwiebeln putzen, in Scheiben schneiden. Den Salat waschen und trockenschleudern. Die Gemüse auf zwei Schalen verteilen, einige Tofuwürfel zu jeder Schale hinzugeben und das Ganze mit dem Ranchdressing beträufeln.

Enjoy ❤! Eure

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4 thoughts on “Veggie-Bowl mit gebackenem Erdnuss-Tofu und Ranchdressing

  1. Oh ich liebe solche Bowls, sie sind so Abwechslungsreich und besonders gut für die Resteverwertung;) Der Erdnuss – Tofu klingt übrigens köstlich, muss ich unbedingt probieren!
    Liebe Grüsse,
    Krisi

  2. Huhu Krisi,
    toll, dass du Veggie Bowls auch so klasse findest :-). Sie sind wirklich ideal, um alles hineinzupacken, was Kühlschrank und Speisekammer so hergeben. Und mit dem Erdnuss-Tofu wird jede Bowl gleich doppelt so lecker, ehrlich :-).
    Liebe Grüße
    Bianca

  3. Liebe Bianca,

    der Erdnusstofu klingt verboten gut – der ist umgehend auf meine "Nachmach-Liste" gehüpft und kommt in die nächste Bowl! 🙂 Ich mag sie auch so gerne, die bunt gemischten Schüsselchen und da kommen neue Ideen für Mischungen und Dressings gerade recht. Reste fallen bei mir allerdings echt selten an, was wohl daran liegt, dass ich immer sehr zielgerichtet (und nahezu täglich) frisch einkaufe. 🙂
    Danke Dir für die tollen Inspirationen!
    Süße Grüße
    Brigitte

  4. Huhu Brigitte,
    oh ja, probiere den Tofu bitte mal aus! Wir lieben ihn heiß und innig, er ist schon in so manche Bowl gewandert :-). Es freut mich, wenn ich dir ein paar neue Anregungen liefern konnte.
    Wow, du kaufst fast täglich ein? Respekt! Wir machen nur einen großen Wocheneinkauf und unter der Woche werden dann nur Kleinigkeiten hier und da besorgt (frischer Salat oder etwas in der Art). Ich bin immer froh, wenn der Kühlschrank voll ist und ich mir unter der Woche keine Gedanken übers Einkaufen machen muss ;-). Schon witzig, wie unterschiedlich man das handhaben kann, ich mag deine "Variante" jedenfalls sehr gern.
    Liebe Grüße
    Bianca

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