Allenorts weihnachtet es inzwischen sehr. Weihnachtssongs im Radio. Tannengrün in Vasen. Lichterketten in Fenstern. Und Lebkuchen auf dem Gebäckteller. Bei uns ist bisher nur halbe Weihnachten ausgebrochen. Deko in allen Zimmern: Weihnachtlich. Es hat für mich etwas ungemein Entspannendes, in Schachteln und Kisten zu wühlen und Weihnachtsdeko zu verteilen. Die Amaryllis in den Vasen blühen, die Kerzen flackern, die Sterne in den Fenster leuchten. Kuschelige Weihnachtsatmosphäre in allen Zimmern.

Aber Nascherei und Backwerk: Null Weihnachten. Ich weiß nicht, was dieses Jahr ist – ich komme nicht so recht in Schwung mit der Weihnachtsbäckerei. Was ich prinzipiell nicht weiter schlimm finde. Jeder so, wie er mag. Momentan erfreue ich mich vor allem an den tollen Inspirationen von euch BloggerInnen da draußen, die mich zweifellos in Weihnachtsstimmung versetzen (und nach Umsetzung schreien). Doch obwohl morgen der zweite Advent ins Haus steht: Noch regt sich der Weihnachtsbacktrieb bei mir nicht sonderlich. Vielleicht Heiligabend ;-)?

Denn leider, leider – von irgendwoher weht bei dem Ganzen der leeeeichte Hauch eines schlechten Gewissens in meine Küche. Vielleicht ist es das Radio, das mir täglich „Last Christmas“ und „Jingle Bells“ entgegenschmettert. Vielleicht sind es die Plätzchendosen mit den Schlitten und Schneemännern, die in der Speisekammer vor sich einstauben? Böse Kirschbiene.

Vielleicht – und ich glaube, daher weht der Wind – ist es vor allem meine eigene Erwartungshaltung. Das Gefühl, dass zur Vorweihnachtszeit ungefragt gefüllte Plätzchenteller gehören und ich die nun bitteschön mit einem halben Dutzend Plätzchen befüllen muss. Oh oh.

Auf das Wörtchen „muss“ reagiere ich leider allergisch. Wenn man mir etwas verleiden möchte, dann genügt es, Sätze mit „müssen“ zu formulieren. Ich hasse wohl nichts so sehr, wie etwas zu „müssen“.

Tja. Um dem ganzen Dilemma zu entkommen, habe ich für mich beschlossen, dass ich keine Plätzchen backen MUSS. Ich kann, ich darf. Und wenn mir der Sinn nach anderem Backwerk steht, dann ist das auch fein. Durch winterlich-weihnachtliche Gewürze kann man schließlich auch Muffins, Kuchen und Torten so hintrimmen, dass sie sich nahtlos in die Vorweihnachtszeit einreihen und einem die stade Zeit herrlich versüßen.

Gesagt, getan. Wobei dieser Kuchen vielmehr eine Mischung aus Herbst- und Winterkuchen ist. Deshalb backe ich ihn schon seit dem Herbst rauf und runter. Und er wird uns auch in der Weihnachtszeit begleiten. Die Birne sorgt für die Herbstzugehörigkeit, während Gewürze wie Zimt, Vanille und Kardmom die Brücke zum Winter schlagen.

Da ich der filigranen Plätzchenbackerei zurzeit nicht viel abgewinnen kann, wundert es mich überhaupt nicht, dass ich diesem Kuchen umso mehr Dankbarkeit entgegenbringe. Er ist umwerfend bodenständig, simpel und geradlinig. Ihr benötigt nicht viel Fingerspitzengefühl oder Geduld für die Zubereitung. Belohnt werdet ihr jedoch mit einem saftigen, schokoladigen und gesunden Kuchen, der sich für jeden Tag eignet, nicht nur zum Adventstee.

Die Basis für den Kuchen hat mein Rezept für Buchweizenkuchen mit Kirschen beigesteuert. Das heutige Rezept als brandneu zu bezeichnen, wäre also etwas vermessen. Dies ist mein Buchweizenkuchen 2.0, den ich immer dann backe, wenn mir nach Schokolade und wärmenden Gewürzen zumute ist. Die Rezeptur für den Teig habe ich etwas verändert, durch Hinzufügen von  Banane und Johannisbrotkernmehl ist die Struktur noch feiner geworden, während die Kakaonibs für Crunch sorgen.

Würziger Schokoladen-Buchweizen-Kuchen mit Birne und Nüssen

Für eine kleine Springform (Durchmesser 16 cm) braucht man:

200 g Buchweizen
100 g Nüsse (Mandeln, Walnüsse, Haselnüsse – ganz nach Geschmack)
3 leicht gehäufte EL Kakaopulver
1 gestrichenen TL Zimt
1/2 TL Kardamom
1/2 TL Vanille
2 Messerspitzen Muskatnuss, frisch gerieben
1 Messerspitze Ingwerpulver
2 leicht gehäufte TL Backpulver
1/2 TL Johannisbrotkernmehl
1/2 reife Banane
80 ml mildes Öl, z. B. Rapsöl
1 EL Apfelessig
85 ml Ahornsirup
30 ml Agavensirup
70 ml ungesüßte Mandelmilch
1 große, reife Birne
2 EL Kakaonibs

So geht es:

1. Den Ofen auf 175° vorheizen.

2. Buchweizen und Nüsse im Foodprocessor (nach und nach) fein mahlen. Beides in einer Schüssel mit Kakaopulver, Gewürzen, Backpulver und Johannisbrotkernmehl vermengen.

3. Die Banane schälen und mit einer Gabel zerdrücken, dann zu der Buchweizenmischung geben.

4. Rapsöl, Apfelessig, Ahorn- und Agavensirup sowie Mandelmilch in einer zweiten Schüssel mit einem Schneebesen verquirlen. Die flüssigen Zutaten zur Buchweizenmischung geben und alles miteinander verrühren.

5. Die Birne schälen, entkernen und in Würfel schneiden. Zusammen mit den Kakaonibs vorsichtig unter den Teig mischen.

6. Den Boden der Springform mit Backpapier auskleiden oder gut einfetten. Den Teig hineingeben und mit einem Spatel glatt streichen. Den Kuchen 45 Minuten lang backen. Nach der Backzeit den Kuchen aus dem Ofen holen und noch zehn Minuten in der Form setzen lassen.

Enjoy ❤! Eure
 

6 thoughts on “Würziger Schokoladen-Buchweizen-Kuchen mit Birne und Nüssen

  1. Liebe Bianca,

    Dein Text löst wirklich ein Dauergrinsen bei mir aus und ich fühle mich ja sooo verstanden (dafür schon mal Danke!). Nein, ich mag auch nicht müssen und nachdem ich sehr oft genau das Gegenteil von dem mache, was gerade alle machen, backe ich ich vielleicht auch deshalb keine Plätzchen, sondern Törtchen und Donuts. 🙂 Für mich sind diese nicht weniger weihnachtlich und sie brauchen eindeutig eine bessere Lobby – dafür will ich sorgen, hihi.

    Dein Kuchen klingt köstlich und ich habe ihn direkt auf meine Backliste gesetzt, er kommt also wohl nächste Woche an die Reihe. Ich freue mich schon darauf.
    Süße Grüße
    Brigitte

  2. Huhu Brigitte,
    danke, meine Süße – was für ein schönes Gefühl, dass es dir genauso geht :-)! Das ist wirklich witzig und irgendwie beruhigend. Vor lauter Weihnachtsbackwerken sieht man zurzeit ja kaum etwas anderes. Aber ich kann auch all jene verstehen, die sich mit Feuereifer ins Plätzchenbacken stürzen – habe ich vor ein paar Jahren auch leidenschaftlich gern getan. Wer weiß, vielleicht packt mich der Weihnachtsrappel ja noch, ich lasse mich überraschen ;-).

    Liebe Grüße und viel Spaß beim Backen,
    Bianca

  3. Hallo Bianca
    Wie du ja mitbekommen hast, ist es bei mir dieses Jahr das Gegenteil. Ich bin sowas von in Weihnachtsstimmung und schon fast wieder traurig, dass es nur noch 3 Wochen sind;) Aber mir ging es dafür vor 2 Jahren so, deswegen kenne ich das Gefühl!
    Vielleicht packt dich die Lust ja doch noch plötzlich und ansonsten wieder nächstes Jahr;)
    Dein Kuchen sieht jedenfalls köstlich aus, davon hätte ich jetzt gerne ein Stückchen. Und mit den Gewürzen ist er wirklich weihnachtlich, hihi!
    Liebe Grüsse,
    Krisi

  4. Huhu Krisi,
    ja, dass die Weihnachtszeit bald schon wieder vorbei ist, finde ich auch schade. Ich mag diese heimelige Stimmung sehr. Bloß mit Plätzchen und Lebkuchen werde ich nicht ganz warm zurzeit ;-). Liegt vielleicht auch daran, dass es so viele andere schöne Leckereien gibt? Genieße deine weihnachtliche Bäckerei, das kann ja auch echt total Spaß machen :-)!
    Liebe Grüße
    Bianca

  5. Liebe Bianca,

    über Keks-Unlust und Kuchenbackwut haben wir uns ja schon bei Instagram unterhalten – aber ich finde es absolut gut und richtig, dass du auf dein Gefühl hörst und anstelle von Keksen solche wunderbaren Kuchen wie diesen hier backst. Genau so muss man das machen – und sich nicht von den anderen Keks-Wütigen (unter anderem mir 😉 ) aus dem Konzept bringen lassen! So langsam habe ich auch schon fast genug von Keksen und bin bereits am Überlegen, ob ich dieses Jahr noch eine Panforte backe… 🙂

    Liebe Grüße
    Jenni

  6. Huhu Jenni,
    du bist wirklich so eine Keks-Wütige und das finde ich klasse. Es ist schön, dass wir alle so unterschiedlich ticken, da kann man sich herrliche Inspirationen holen :-). Bin gespannt, welche Backabenteuer du dir noch einfallen lässt.
    Viel Spaß und liebe Grüße
    Bianca

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