Immer um diese Zeit des Jahres beobachte ich ein typisches Phänomen: Die Süß-Unlust. Wie bei vermutlich vielen von euch ist die Geschmackrichtung „süß“ mein erklärter Liebling. Bereits das Frühstück bei uns ist zu fast 100% süß – wir lieben Oatmeal und Overnight Oats, Hirsebrei oder Pancakes. Gegen süße (und gesunde) Snacks zwischendurch habe ich auch nie etwas einzuwenden.

Doch mit schöner Regelmäßigkeit wird mir das Süße in der Vorweihnachtszeit zu viel. Mein Körper sagt mir ab einem bestimmten Punkt: „Nee, jetzt mal Stop. Nix Süßes mehr.“ Dann möchte ich auch keine Plätzchen, Cookies oder Waffeln mehr. Sondern etwas Herzhaftes und Würziges.

Da wir Winter haben, ich Chips liebe, aber keine ungesunden Fertigchips mit zig Zusatzstoffen futtern möchte, führt in solchen Herzhaft-Phasen bei mir kein Weg am Grünkohl vorbei. An diesem merkwürdig aussehenden Gemüse, das mit dem unsichtbaren Etikett „Superfood“ versehen ist – völlig zu recht bei seinen tollen Inhaltsstoffen! Jedesmal, wenn ich bei unserem Gemüsehändler endlich, endlich die ersten krausen Blätter dieses Kohls entdecke, macht mein Herz einen Satz: Die Grünkohlsaison ist eröffnet!

Grünkohl ist vor allem in Norddeutschland verbreitet. Dort ist er regelrecht Kult. Mal abgesehen von traditionellen Gerichten wie „Kohl und Pinkel“, wusstet ihr, dass Vereine im Norden auf „Kohlfahrt“ gehen und gar „Kohlkönige“ küren? Das nenne ich Hingabe an ein Gemüse! Im Süden Deutschlands hat der Grünkohl deutlich weniger Kultstatus. In meinen ersten Jahren in Bayern habe ich ihn tatsächlich nur als Tiefkühlware entdeckt. Und das auch nur mit viel Glück.

Um Grünkohl-Chips herzustellen, benötigt ihr jedoch das frische Gemüse. Die klein gezupften Blätter werden mit einer würzigen Marinade vermischt und trocknen schließlich in Ruhe im Ofen vor sich hin. Die Zubereitung ist denkbar einfach und ihr werdet mit einem gesunden, tollen Knabberspaß belohnt!

Ich habe verschiedene Zubereitungsmethoden und Marinaden getestet – die Variante, die ich euch hier zeige, finde ich am besten. Die Backzeit für die Grünkohlblättchen beträgt im Ofen ungefähr 50 Minuten – wer mehr Geduld mitbringt, kann den Grünkohl auch bei niedrigeren Temperaturen als im Rezept angegeben im Ofen trocknen. Die Blättchen zeigen euch recht deutlich an, wann sie fertig sind: Sie rascheln, wenn ihr sie auf dem Blech etwas hin- und herschwenkt. Zudem fühlen sie sich komplett trocken an.

Für die Marinade habe ich Erdnussbutter ohne Salz verwendet. Dies ist wichtig, weil sich die Salzmenge, die im Rezept angegeben ist, danach richtet. Wenn ihr gesalzene Erdnussbutter verwenden möchtet, gar kein Problem – fügt aber dann zunächst weniger Salz zur Marinade hinzu, probiert erst einmal und salzt eventuell etwas nach.

Es müssen in der Vorweihnachtszeit also nicht immer Plätzchen sein. Oder nicht nur ;-). Zu behaupten, ich würde jetzt nichts Süßes mehr genießen, wäre eine glatte Lüge. Doch etwas Abwechslung tut unglaublich gut und mit diesem herzhaften Knabberspaß lässt sich so manches Winterwochenende auf gesunde Weise genießen 💚 🌟.

 
Gesunde & knusprige Grünkohl-Chips

Für eine Schale Chips braucht man:

8 mittelgroße Blätter Grünkohl (geputzt ca. 175–200 g)
2 leicht gehäufte EL Erdnussbutter, „chunky“ (mit Stückchen)
1 EL mildes Öl, z. B. Rapsöl
2 EL Wasser
1/2 TL bis 1 TL Salz
1/2 TL Currypulver, mild
1/2 TL Paprikapulver, geräuchert (alternativ mildes Paprikapulver)

So geht es:

1. Den Backofen auf 100°C Umluft vorheizen und ein Blech mit Backpapier belegen. Zuerst wird der Grünkohl vorbereitet: Dazu mit einem scharfen Messer den festen Stiel in jeder Blattmitte herausschneiden. Er wird nicht benötigt. Dann jedes Blatt in grobe Stücke zupfen.

2. Die Grünkohlstücke in ein Sieb geben und gründlich abbrausen. Es ist wichtig, den Grünkohl anschließend gut zu trocknen: Entweder mit den Händen das Wasser herausdrücken oder den Grünkohl in einer Salatschleuder trocken schleudern. Je trockener der Grünkohl ist, desto besser vermischt er sich mit der Marinade und umso krosser werden später die Chips.

3. Für die Marinade die Erdnussbutter, das Öl, das Wasser, das Currypulver, das Paprikapulver und zunächst nur 1/2 TL Salz in eine Schüssel geben. Alle Zutaten gründlich miteinander verrühren. Wenn ihr gesalzene Erdnussbutter verwendet, sollte die Marinade bereits salzig genug sein. Sollte eure Erdnussbutter jedoch kein Salz enthalten, müsst ihr ggf. etwas mehr Salz an die Marinade geben.

4. Den Grünkohl nun zur Marinade geben und die Marinade mit den Händen gründlich in die Blättchen einmassieren. Die Grünkohlblätter dann auf das Backblech geben. Dabei ist wichtig, dass die Stückchen möglichst nebeneinander und nicht übereinander liegen. So trocknen sie besser. Das Blech auf mittlerer Höhe in den Ofen schieben. Nach 25 Minuten den Ofen öffnen und feuchte Luft hinauslassen. Bei der Gelegenheit die bereits leicht getrockneten Chips wenden und etwas auseinanderziehen, falls sie überlappen sollten. Für weitere 20–25 Minuten backen. Bevor die Chips aus dem Ofen genommen werden, kurz testen, ob sie noch feucht sind – in dem Fall weitere 5–10 Minuten im Ofen lassen. Die vollständig getrockneten Chips auf dem Backblech abkühlen lassen.

Enjoy ❤! Eure
 

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Thi von Kawaii-Blog.org
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oh, bei mir gab es neulich auch grünkohl chips 🙂
https://www.kawaii-blog.org/2017/12/02/vegan-kale-chips/

die schmecken aber auch verdammt lecker

Kirschbiene
Gast

Huhu liebe Thi,
danke für deinen Kommentar :-)! Ich freue mich, dass du Grünkohl-Chips auch so klasse findest – die sind wirklich immer wieder gut ;-).
Liebe Grüße
Bianca